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Aufstehen gegen den Tod

Von Stefan Seidel
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Ostern – das ist der Sieg über den Tod, so hören und feiern wir auch dieses Jahr wieder und fragen triumphierend mit Paulus: »Tod, wo ist dein Stachel?« Leider müssen wir mit Blick auf die Weltlage sagen: »Tod, da ist dein Stachel!« Ob es die Tragödie von Afrin ist oder der mörderische und kaum bekannte Krieg im Jemen – täglich werden in schmutzigen Kriegen Menschen getötet, nicht selten auch mit deutschen Waffen.

Ein kleines Häuflein Friedensbewegter protestierte dagegen am Sonnabend beim Ostermarsch vor der Leipziger Nikolaikirche. Sie klagten die »völkerrechtswidrige Aggression der Türkei in Afrin« an und protestierten gegen den tödlichen Kreislauf militärischer Gewalt: Gegen die irrwitzige Aufrü­stung Deutschlands um weitere 30 Milliarden Euro in den nächsten Jahren. Und gegen die übergriffige Bundeswehr-Werbung in Kindergärten und Schulen. Doch Kirchenvertreter fehlten. Dabei vertreten sie doch den Friedefürst, Jesus, der ein Rezept für die Durchbrechung der Gewaltkreisläufe gebracht hat.

Nachdem sich die Kirche im letzten Jahr ausgiebig selbst gefeiert hat, dürfte man in diesem Jahr wieder inhaltliches Engagement erwarten. Und die Friedensfrage ist neben der ökologischen die zentralste der Gegenwart. Schade, dass sich die Kirche dafür nicht mehr zuständig zu fühlen scheint. Haben wir mit diesem Schweigen teil an der »Sünde der Gleichgültigkeit«, die Papst Franziskus gegeißelt hat? Christen sollten »Protestleute gegen den Tod« (Christoph Blumhardt) sein – das heißt auch: Protest gegen das Töten. Immerhin durften die Ostermärschler doch noch eine Steckdose der Nikolaikirche für die Kundgebung nutzen. Vielleicht ein neuer Anfang, der die Verbindung zum Friedenszeugnis wieder herstellt?

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