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Der Preis ist heiß

Von Andreas Roth
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Der blaue Himmel wölbt sich heiß, nur ein leichter Wind bewegt die Blätter, alles ist blass-golden und still – ja, so ein Sommer kann schön sein. Er kann auch das Normale zum Schmelzen bringen. Tageshöchsttemperatur 36 Grad hieß es gestern im Radio, heute: 39 Grad. Und morgen? Die Felder liegen schon jetzt abgeerntet da, viel zu früh, das Getreide war niedrig und trocken. Verbrannt sind viele Wiesen.

So schmeckt der Sommer? So schmeckt der Klimawandel. Und wir werden ihn demnächst öfter zu spüren bekommen, sagen etliche Klimaforscher voraus. Schlecht für ältere und kranke Menschen, denen die Hitze lebensbedrohlich zusetzen kann. Schlecht für die Bauern und ihre Ernten, für Tiere und Pflanzen. Schlecht auch für viele Menschen in weit entfernten Ländern, die noch viel mehr unter unserem CO2-Fußabdruck zu leiden haben mit Dürren, Stürmen und Überschwemmungen.

Doch wenn im vom Tagebau bedrohten Dörfchen Pödelwitz bei Leipzig dieser Tage Umweltschützer ein Klima-Camp für den Kohle-Stop veranstalten, fällt einem evangelischen Politiker wie Alexander Krauß von der CDU nichts Besseres ein, als sie mit den linksextremen Mördern der RAF zu vergleichen.

Die sächsische Landeskirche hat zwar immer mal wieder eine Stellungnahme für den Klimaschutz verabschiedet – aber im Alltag von kirchenleitenden Gremien wie Gemeinden sind andere Themen im Zweifel immer wichtiger. Ihren Umweltbeauftragten – einen unbestritten kompetenten, engagierten und integren Mann – hat sie erst unlängst entlassen. Im Übrigen wird in der Urlaubszeit fleißig gefahren und geflogen und CO2 produziert. Das Problem ist nur: Der Preis ist heiß.

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28 Lesermeinungen zu Der Preis ist heiß
Beobachter schreibt:
01. August 2018, 12:45

Ja Herr Roth, zum sind im Alltag von kirchenleitenden Gremien wie Gemeinden andere Themen im Zweifel immer wichtiger als "Klimaschutz!"! Man muß als Kirche auch nicht bei jedem neuen "Saudurchsdorftreiben" dabeisein und jedem menschlichen Lobyverein hinterhecheln! IM Zweifel hat Kirche wirklich wichtigere Themen, die die Welt nicht hat oder bieten kann/will. Z.B Wortvekündigung!

Johannes schreibt:
01. August 2018, 16:50

Verehrter Herr Beo,
"zum sind im Alltag" möchte ich doch gern den Klarnamen von IM Zweifel wissen. - Und dass Sie das Thema Klimawandel für eine Verschwörungstheorie halten, haben Sie ja schon bekundet. Wie Sie Ihren Urenkeln gegenüber verantworten wollen, dass Sie die berechtigte Sorge um die Klimaverschlechterung als "Saudurchsdorftreiben" verunglimpft und damit womöglich Ihren Anteil an der Minderung der Lebensqualität aller Menschen dieser Welt haben, ist Ihre Sache. Ich jedenfalls stehe dafür, dass die Bebauung und Bewahrung der Erde (Gen 1ff) ein göttlicher Auftrag ist und sehr wohl zur Wortverkündigung gehört. Wie Ihre wichtigeren Themen, wie "Z.B Wortvekündigung (!)" aussehen sollen, interessiert mich nun doch...
Mit freundlichem Gruß
JoLehnert

Britta schreibt:
03. August 2018, 12:17

Jaja, die Kultur der Maya ist vor mehreren hundert Jahren auch durch einen Klimawandel verschwunden. Dabei kannten die noch nichtmal das Rad. Wir hätten also in Deutschland schon damals darauf achten sollen, daß unsere CO2-Bilanz stimmt...

Marcel Schneider schreibt:
06. August 2018, 14:38

Die Kultur der Maya ist mitnichten durch zu viel CO2 zugrunde gegangen.
Vielmehr gab es kriegerische Auseinandersetzungen, Raubbau an der Natur, Dürren, Bodenerosion, Bevölkerungsexplosion, Niedergang der politischen Autorität der Maya-Anführer, Pflanzenkrankheiten...
Kurz gesagt: die Mayas haben sich zum großen Teil selber zerstört, so wie heute der moderne Mensch.

Britta schreibt:
06. August 2018, 23:11

Hinsehen: ich habe nicht behauptet, daß die Maya durch zuviel CO2 verschwanden, sondern durch einen Klimawandel mit allem, was sowas nach sich zieht. (Auch die Völkerwanderung in Europa hatte klimatische Ursachen.) Koimawandel gab es zu jeder Epoche der Erdgeschichte, und wer in Astronomie aufgepaßt hat, kennt auch Ursachen dazu.
Das mit der deutschen CO2-Bilanz war Sarkasmus!

Beobachter schreibt:
05. August 2018, 13:03

Mal ein paar interessante Aussagen zum Thema "Klimawandel:
Erst Warnung vor Eiszeit (1970 ff), dann Waldsterben, Ozonloch, usw.: Nichts davon ist wahr. - Jetzt Warnung vor "Ewigen Sommer".
1970. Aus irgendeinem Grund warnten „Wissenschaftler“ plötzlich vor einer Abkühlung des Planeten. Das war damals angeblich genau so wissenschaftlich erwiesen wie heute die angebliche Erderwärmung.
Angeblich stand damals eine neue Eiszeit bevor!
DER SPIEGEL 1977: „Wärmeperiode geht zu Ende“
Klima-Forscher haben die Hauptursache der Eiszeiten erkannt: Unregelmäßigkeiten im Lauf der Erde um die Sonne. Die gegenwärtige Wärmeperiode, sagen sie vorher, geht zu Ende.
DER SPIEGEL im Jahr 2000: „Nie wieder Schnee“

In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“, sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.

Wahr ist:

Danach folgten schlimme Schneejahre mit flächendeckendem Frost. Es gab regelrechte Schnee-Katastrophen, wie z.B. 2006. Die FAZ titelte damals: „Dieser Schnee kostet Millionen.“

DER SPIEGEL 1981: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“

DER SPIEGEL 1984: „Der Schwarzwald stirbt“

Wahr ist:
Der Wald in Deutschland im Allgemeinen und in Baden-Württemberg im Speziellen wird immer vielfältiger. Das hat die bundesweite Waldinventur ergeben, bei der in 2011 und 2012 zum dritten Mal sämtliche Baumbestände in der Bundesrepublik erfasst worden sind. Im Vergleich zu den Zahlen von vor 25 Jahren ist die Waldfläche stabil geblieben. Außerdem sind die Bäume heute im Schnitt älter und dicker als bei der ersten Bestandsaufnahme. (Badische Zeitung)
DER SPIEGEL 1986: „Die Klima-Katastrophe – Ozon-Loch, Pol-Schmelze, Treibhaus-Effekt: Forscher warnen

Wahr ist:

Ozonloch 2017 so klein wie selten zuvor

KINDER SPIEGEL 2017: „Eisbären sterben aus“

Laut offizieller Studien: Nie ging es den Eisbären besser als heute. Die Population wächst teils so stark, dass sie zum Abschuss freigegeben wurde. Siehe auch: SPIEGEL-Fakenews: Die Mär vom sterbenden Eisbär
Auch das norwegische Polarinstitut bestätigt: Die Eisbären sind in guter Kondition. Die Wissenschaftler zählten in ihrer Region 975 Eisbären – das sei ein Anstieg von fast 50% gegenüber der letzten Zählung im Jahr 2004.

Johannes schreibt:
06. August 2018, 11:11

Bei welchem Qualitätsmedium ist denn das abgeschrieben? Es ist üblich und anständig, die Quelle anzugeben. Herr von G. ist wegen Plagiats rausgeflogen.

Johannes Lehnert

Marcel Schneider schreibt:
06. August 2018, 14:53

Da haben Sie sich aber wieder schön was zusammenkopiert und können beruhigt Ihren bisherigen Lebensstil beibehalten. Wenn Klimaerwärmung Fake-News sind und Verschwörungstheorie, dann können wir ja so weitermachen wie bisher! Wie entlastend das ist, wenn andere Menschen für einen das Denken übernehmen.
Wir verbrauchen schon jetzt bis Jahresende, also in den nächsten 5 Monaten, mehr Ressourcen, als unsere Erde regenieren kann. Wenn wir mit unserem Energiehunger und Raubbau an der Natur so weiterleben, brauchen wir spätestens 2030 einen zweiten Planeten Erde, um den Bedarf an Nahrung und erneuerbaren Rohstoffen zu decken.
Aber mal was Anderes, Herr Beobachter: Ihre Zitate, so habe ich herausgefunden, stammen von der Webseite pi-news.net.
Einer Webseite, die islamfeindlich und rechtsextrem daher kommt. Eine Seite, wo der Verfassungsschutz mitliest. Nun Frage an Sie: warum halten Sie sich als Christ auf so einer Seite auf?

Marcel Schneider schreibt:
08. August 2018, 11:49

Skepsis ist immer dann angebracht, wenn man nur Nachrichten liest, die den eigenen Vorstellungen und Glaubenswelten entsprechen. Dann sollte ich mir die Mühe machen, die Quelle zu prüfen, zu überlegen, woher die Nachricht kommt und wessen Interessen dahinter stecken.
Die Welt ist so komplex geworden, viele Entwicklungen kann man gar nicht mehr nachvollziehen – und hat auch nicht das Gefühl, dass man sie versteht. Darin liegt die Problematik. Denn in diesem Gefühl der Unsicherheit bin ich froh, wenn ich eigene Meinungen habe, die bestätigt werden. Ich brauche Gewissheit, in ihr finde ich psychologischen Halt. Doch zwischen Wahrheit und Gewissheit gibt es einen großen Unterschied.

Klaus schreibt:
06. August 2018, 21:30

Beobachter und Britta empfehle ich, ein Digitalabo für den "Sonntag" abzuschließen. Dann können beide auch bei den geschützten Artikeln mitdiskutieren.

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