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Geht doch!

Klima: Am 21. Oktober erreichen die Klimapilger sächsisches Territorium. Sie besuchen »Schmerzpunkte« und »Kraftorte« und fordern einen verbindlichen Klimaschutzkurs. Denn die Lage ist dramatisch.
Von Erika Thorenmeier-Rieger
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Pilger der Hoffnung: Seit 9. September pilgert eine wechselnde, ökumenische Gruppe nach Katowice, wo Anfang Dezember die Weltklimakonferenz tagt. © Klimapilgerweg

Längst ist der Klimawandel spürbar in Deutschland angekommen. Wetterextreme wie in diesem Sommer richten Schäden in Milliardenhöhe an. Wer bin ich, dass ich es zulasse, dass Menschen Hunger und Not ­leiden? Was soll ich als Mutter meinen fünf Kindern antworten, wenn sie mich später fragen: »Mama, was hast du getan, als all die Gefahren für die Schöpfung erkennbar wurden?« Wir können den Klimaschutz nicht länger nur den Politikern überlassen. Wir müssen an der Basis ­etwas tun.

Für den Klimapilgerweg von Bonn nach Katowice steige ich für eine begrenzte Zeit aus meinem Alltag aus. Jeder kann einen oder mehrere Tage mitgehen, Andachten, Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen. Anderen vom Klimapilgerweg erzählen. Oder das Projekt auf der Internetseite, auf Facebook, Twitter und Instagram verfolgen. Das Gefühl zu handeln und nicht ohnmächtig zu sein, ist befreiend.

Auf der Route über vier Braunkohlegebiete und vier Landeshauptstädte gelangt der Klimapilgerweg nun nach Sachsen, wo wir am 22. Oktober in der Leipziger Nikolaikirche das Friedensgebet halten. Danach geht es weiter nach Berlin. Dort übergeben wir der Regierung die Forderung, sowohl die deutschen Klimaziele als auch die verabschiedeten Klimaziele von ­Paris einzuhalten.

Anschließend pilgern wir weiter nach Polen, um am 3. Dezember zum Start der Weltklimakonferenz in Katowice zu sein. In einer ökumenischen Abschlussveranstaltung während der Weltklimakonferenz treffen wir mit Pilgerinnen und Pilgern aus der ganzen Welt zusammen und setzen damit ein solidarisches Zeichen.

2015 war in Paris unendliche Freu­de und Hoffnung zu spüren, als die 196 Mitgliedsstaaten der UN- ­Kli­ma­konferenz vereinbarten, die Erd­erwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu senken. Doch die Politiker verweigern die Maßnahmen zur massiven Senkung der Emissionen. Die USA stiegen sogar aus dem Abkommen aus. Wir bewegen uns auf eine um drei Grad Celsius wärmere Welt zu.

Deshalb ist es unabdingbar, dass wir aus den fossilen Energien aussteigen, um ­klimabedingte Umweltschäden sowie klimabedingte Vertreibung und ­Migration zu stoppen.

Jeder Einzelne von uns trägt Verantwortung. Jeder kann täglich seinen Pilgerweg des Lebens so gestalten, dass es der Schöpfung und der Menschheit nicht schadet und den nächsten Generationen ein ­Leben in Würde ermöglicht. Denn unser tägliches Handeln bestimmt den Klimawandel. Auch der Griff in das Supermarktregal entscheidet, ob der Landwirt umweltverträglich und fair wirtschaften kann. Ich entscheide, wie ich mich fortbewege. Jeder kann aus der schmutzigen Kohle aussteigen und sich für sauberen Strom entscheiden. Jeden Tag aufs Neue haben wir die Wahl, uns für das Leben und die Zukunft unserer Kinder einzusetzen. Wir brauchen eine ­Kultur der Nachhaltigkeit. Für Deutschland ist der am schnellsten wirksame Schritt der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung, um das Ziel von 40 Prozent Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen.

Unsere Erde ist einmalig, es gibt keine zweite, die wir ausbeuten können. Die Politik und die Wirtschaft tragen Verantwortung. Von den ­Kirchen ­erwarte ich deutlichere Worte und ein Handeln als Vorbild. Dass das möglich ist, zeigen die Projekte entlang des Weges. Zum Klimapilgerweg gehören Besuche von »Kraftorten« wie die Höfe von Biobauern, Orte erneuerbarer Energie und sozial-ökologische Pro­jekte sowie Besuche von »Schmerzpunkten« wie die Kohleabbaugebiete im Rheinland, Mitteldeutschland, in der ­Lausitz und in Polen.

  • Titelthema Für unsere Enkel
  • Zwischen Lausitz und Osterzgebirge
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