Konfirmanden müssen warten

Corona: Große Festgottesdienste sollen derzeit noch unterbleiben. Das betrifft auch viele geplante Konfirmationen. Die Frist dafür wurde nun um ein Jahr verlängert. Doch Gemeinden gehen mit der Situation unterschiedlich um.
Christine Bergmann und Uwe Naumann
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Konfirmation, Lohmen, Konfis, Corona, Abstände
So wird Konfirmation vorerst nicht gefeiert: Wie 2012 in Lohmen sind bei Konfirmationen die Kirchen oft voll. Derzeit aber müssen Abstände und Hygieneregeln eingehalten werden, weshalb oft erst im Herbst gefeiert wird. © Archiv/Oettel

Eigentlich sollte der Konfirmationsgottesdienst im obererzgebirgischen Neudorf am 19. April stattfinden. Die Gaststätten waren reserviert und die Festtagskleider gekauft. Paten und Familienangehörige hatten sich das Wochenende schon länger freigehalten. Dann setzte die Coronakrise ein – und alles wurde abgesagt. In der Region mit fünf Orten am Fuß des Fichtelberges hatten die 40 Konfirmanden gerade die Prüfungen des zweijährigen Unterrichtes absolviert, als Pfarrer Matti Schlosser allen Betroffenen, darunter auch den elf Neudorfern und ihren Familien, eine E-Mail schrieb: »Die Konfirmation muss leider verschoben werden.«

Die noch anstehende Konfirmandenrüstzeit in Schmiedeberg musste abgesagt werden. »Das hat uns am meisten geärgert«, sagen die Konfirmandinnen Magdalena, Emily und Mika. Sie hatten sich auf die gemeinsame Zeit gefreut und wollten sich auch nochmal mit Jesus beschäftigen. »Welche Rolle spielt Jesus in deinem Leben?« Darum sollte es gehen. »Wir haben das Rüstzeitthema dann in eine Aufgabe umgewandelt und den Kindern zum Bearbeiten vorgelegt«, erinnert sich Pfarrer Schlosser. Leider habe kein Konfirmand darauf geantwortet.

Im Allgemeinen erfuhr Matti Schlosser jedoch viel Akzeptanz und Verständnis von den betroffenen Familien für die Situation. »Niemand kann was dafür«, erklärt Ellen Schönherr. Die junge Neudorferin wollte sich mit ihrem Sohn Mika in der Osternacht taufen lassen. »Der Schritt war schon lange angedacht. Nun habe ich aber gewartet, bis Mika das Taufversprechen auch ablegen wollte«, sagt sie. Bereits als junges Mädchen hat Ellen Schönherr in einer Krise den christlichen Glauben als hilfreich erlebt. Mit der Taufe sollte das nun öffentlich werden. Als neuer Termin ist der 14. Juni angedacht.

Über ihre Konfirmation sagt Magdalena: »Ich will da ganz bewusst ›Ja‹ zu Jesus sagen und freue mich jetzt mit den anderen auf den Herbsttermin am 20. September.« Dann könne sie auch die »coolen Schuhe« tragen, die schon zu Hause auf den besonderen Auftritt warten.

Pfarrer Schlosser schätzt, dass er seine Konfirmandengruppe erst kurz vor dem geplanten Gottesdienst am 20. September nochmals zu einer Ablaufprobe zusammenruft. Derzeit gibt es dazu jedoch noch mehrere offene Fragen. Abendmahl ist momentan nur unter besonderen Auflagen möglich, Segenshandlungen mit Körperkontakt in Gottesdiensten sind untersagt. Eventuell greifen bis zum Herbst weitere Lockerungen in der Landeskirche.

Die Konfirmationstermine in der Region am Fichtelberg stehen jedenfalls fest. Zwischen 20. September und 11. Oktober werden in Cranzahl, Sehma, Cunersdorf, Bärenstein, Oberwiesenthal und Neudorf die Festgottesdienste stattfinden.

Es gibt auch Gemeinden, welche die Konfirmation gleich ins nächste Jahr verschieben. In Rochlitz zum Beispiel sei Pfingsten 2021 dafür vorgesehen, teilt das Landeskirchenamt mit. Bis Trinitatis 2021 ist die Frist verlängert. Viele Gemeinden wollen aber schon diesen Herbst dafür nutzen.

Die Verschiebungen treffen auch die Jubelkonfirmationen. Vielerorts werden die Jubilare für 2021 eingeladen. Mitunter aber auch schon für Juni – so in einer Kirchgemeinde im Rochlitzer Land.

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