Wofür danken?

Von Christoph Kuhn
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Im Gesangbuchlied »Wir pflügen und wir streuen« schrieb Matthias Claudius: »Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.« Inzwischen steht Wachstum für Wirtschaftswachstum, Wachstumsstrategie, Wachstumsgarantie. Beim Wachstum in der Landwirtschaft geht es um Ertragssteigerung um jeden Preis – weit entfernt von naturverträglicher Ackerbewirtschaftung mit nötigem Bodenschutz, Schutz der Lebensräume für Insekten und Vögel zum Erhalt der Biodiversität.

Auf den Altarplätzen liegen heutzutage hoffentlich ökologisch erzeugte Produkte aus der Region, eher unverarbeitete Feldfrüchte und Obst und Brot aus Sauerteig, kaltgepresstes Öl, hausgemachte Marmelade. Mit Fleisch wird man sich wohl zurückhalten.

»Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm dankt …«, ist der Liedrefrain. Wofür kann ich als Christ guten Gewissens noch danken in Kenntnis qualvoller Tierhaltung und -transporte, Fütterung mit Arzneibeigabe, Tötung am Fließband, Überdüngung der Monokultur-Felder, Überfischung der Meere; angesichts viel zu billiger, ständig verfügbarer Nahrungs- und Genussmittel in fester und flüssiger Form mit Geschmacksverstärkung – Nahrung, welche nicht nur zu einem großen Teil weggeworfen, sondern auch über die Sättigung hinaus im Übermaß verzehrt wird. Etwa genauso viele Menschen leiden an krankhafter Fettleibigkeit wie andernorts an Mangelernährung und Hunger mit Todesfolge.

Des Himmels Hand wirkt mit Dürren und Überschwemmungen auf Wachstum und Gedeihen. Klare Zeichen, sich dem Klimawandel anzupassen, statt immer mehr Treibhausgase, auch in der intensiven Landwirtschaft, auszustoßen. Verharre ich in Naivität, Sorglosigkeit und Bequemlichkeit, ist mein Erntedank eine Phrase.

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