Ausstellung erinnert an »Gedok«-Gründerin Ida Dehmel

(epd/so)
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Parkfriedhof Plagwitz Leipzig Gedok
Stele aus einem Kunstprojekt des »Gedok« auf dem Parkfriedhof Leipzig © K. Richter

Der Hamburger Verein »Gedok«, die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfreunde, feiert mit seiner neuen Ausstellung »Leidenschaft Kunst« den 150. Geburtstag seiner Gründerin Ida Dehmel (1870–1942). Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag (15. September) in der Galerie Koppel 66 im Stadtteil St. Georg, wie der Verein mitteilte. Rund 80 Künstlerinnen aus Hamburg und dem Bundesgebiet beteiligen sich daran. Angekündigt wird eine bunte, ideenreiche Kunstpräsentation. Weil die Galerie nach Corona-Regeln nur 30 Gäste zulässt, wird die Vernissage zweimal gefeiert.

Auch in Sachsen kann man »Gedok«-Werke sehen. Jedes Jahr im Sommer findet auf dem Parkfriedhof Leipzig-Plagwitz ein Kunstsymposium statt. Zu verschiedenen Themen, zum Beispiel »Stille«, arbeiten deutsche und internationale Kulturschaffende für einige Tage direkt vor Ort. Die Bilder und Plastiken bleiben auf dem Friedhof, bis sie verkauft werden. Bei einem Spaziergang über den Parkfriedhof und entlang der Mauer innen sowie außen können die Ergebnisse der vergangenen Jahre bewundert werden. Aus diesen Kunstwerken entstand über die Jahre die Freiluftgalerie »Alte Salzstraße«, die jederzeit besucht werden kann.

Ida Dehmel war eine Kunstförderin und Frauenrechtlerin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Lyriker Richard Dehmel (1863–1920), betrieb sie in Blankenese ein Haus der Künste, das heutige »Dehmelhaus«. 1926 gründete sie die »Gedok«, die »Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen«, wie sie damals hieß. Ziel ist es bis heute, die Interessen von Künstlerinnen aller Sparten zu fördern. Dazu zählen bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik. In der NS-Zeit wurde Dehmel als Jüdin ausgegrenzt. Kurz vor ihrer Deportation beging sie Suizid.

Die "Gedok" zählt bundesweit rund 3.500 Mitglieder in 23 Gruppen. In Hamburg werden in der Koppel 66 wechselnde Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Vorträge angeboten. Unter dem Titel »Vergänglichkeit du Donnerwort« wird am 26. September (19 Uhr) eine inszenierte Lesung mit Texten aus dem Tagebuch von Ida Dehmel veranstaltet. Beteiligt ist die "Gedok" auch an der aktuellen Kunsthandwerker-Ausstellung »Inspiration Hamburg« im Museum für Hamburgische Geschichte.

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