Berlin: Demo gegen Corona-Schutzmaßnahmen von Polizei aufgelöst

Erneut haben Teilnehmer einer Demo gegen die Corona-Regeln die Auflagen missachtet. Dicht gedrängt und ohne Masken versammelten sich Zehntausende Menschen am Samstag in Berlin. Eine Demo wurde daraufhin von der Polizei aufgelöst.
(epd)
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Corona Demo Berlin Hildmann Festnahme
Themenbild © goldfrapp/Pixabay

In Berlin haben am Samstag Zehntausende Menschen größtenteils unter Missachtung der Pandemie-Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Regeln demonstriert. Rund um das Regierungsviertel bildeten sich im Wesentlichen drei größere Züge und Kundgebungen. Weitgehend dicht gedrängt und ohne Masken zogen Protestierende vom Brandenburger Tor über die Friedrichstraße, bis die Polizei wegen Nichteinhaltung der Auflagen die Demonstration für beendet erklärte. Eine Kundgebung an der Siegessäule und eine von Reichsbürgern und Rechtsextremisten vor dem Reichtagsgebäude dauerten bis zum späten Nachmittag an.

Bei der Auflösung der Demo kam es nach Polizeiangaben auch zu Gewalt. Wie ein Sprecher dem epd sagte, wurden vor der russischen Botschaft unweit des Brandenburger Tors Flaschen auf Polizisten geworfen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray ein. Dort gab es auch mehrere Festnahmen. "Unter den Festgenommenen ist auch ein Autor veganer Kochbücher", twitterte die Polizei. Zuvor hatten bereits Beobachter der Demonstration getwittert, dass Attila Hildmann festgenommen worden sei.

Nach Angaben des Polizeisprechers schloss sich ein Großteil der Demo-Teilnehmer auf der Friedrichstraße schließlich der Kundgebung auf der Straße des 17. Juni an. Auch dort beobachtete die Polizei nach eigenen Angaben, dass Abstände nicht eingehalten wurden. Von einer Auflösung wurde bis zum Nachmittag jedoch abgesehen.

Nachdem die Polizei die Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen Mitte der Woche zunächst verboten hatte, hatten das Verwaltungs- und letztlich auch das Oberverwaltungsgericht die Demonstrationen erlaubt, das Abstandhalten aber zur Auflage gemacht. Weil die Teilnehmer dies nicht einhielten, forderte die Polizei am Samstag zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes auf. Auch das wurde von den Teilnehmern jedoch missachtet. Einige trugen demonstrativ dünne Gardinenstoffe oder groblöchrige Häkelstoffe vor Mund und Nase.

Allein die Teilnehmer der Demonstranten auf der Friedrichstraße schätzte die Polizei auf 18.000. Am Abend sprach sie von Zehntausenden Teilnehmern bei allen Veranstaltungen. Der Hauptteil versammelte sich bei den Veranstaltungen der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711", die bereits am 1. August durch Berlin zog und dabei die Hygieneregeln missachtete. Zu den Demonstrationen aufgerufen hatten auch Rechtsextreme und Reichsbürger. Sie versammelten sich vor allem auf dem Platz vor dem Reichstagsgebäude. Redner forderten dort einen Sturz der Bundesregierung und beschimpften die Presse.

Hinter den Forderungen von "Querdenken 711" versammelten sich am Brandenburger Tor und vor der Siegensäule Ältere wie Jüngere, darunter auch Familien mit Kindern. Sie trugen Luftballons, Regenbogenflaggen und Plakate mit der Forderung nach Frieden und Freiheit. Daneben schwenkten auch dort Demonstranten Flaggen in den Farben des Deutschen Reichs. Auch unter Rechtsextremen beliebte Symbole und Zahlencodes sowie T-Shirts mit dem Logo der Verschwörungsbewegung "Quanon" waren zu sehen. Viele Slogans bestritten die Gesundheitsgefahr durch das Coronavirus.

Linke Initiativen hatten zu einer Gegendemonstration auf dem Bebelplatz aufgerufen. Am Vormittag versammelten sich dort rund 250 Menschen, die sich vor allem gegen den Einfluss Rechtsextremer auf die Demos gegen die Corona-Regeln wandten. Auf Transparenten forderten sie Toleranz und ein Einstehen gegen Rassismus.

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