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Bischof Rentzing: Christlich-islamischer Dialog »gute Sache«

Bibelarbeit mit Islamwissenschaftler ausgefallen
epd/so
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Bischof Rentzing Kirchentag 2017 Leipzig
© Kirchentag/Jens Schulze

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing hat die Rolle des Islam unter den Weltreligionen betont und den christlich-islamischen Dialog verteidigt. Es sei »eine Ungerechtigkeit, dass der Islam im Augenblick so in den Dreck gezogen wird«, sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am Freitag in Leipzig beim dortigen »Kirchentag auf dem Weg«. Er habe diese Religion »ganz anders kennengelernt«.

Rentzing wollte ursprünglich gemeinsam mit dem Leipziger Islamwissenschaftler Tarek El-Sourani im Museum für bildende Künste eine Bibelarbeit halten. El-Sourani hatte am Freitag nach Angaben der Veranstalter aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Die gemeinsame Bibelarbeit sollte unter zum Motto des 36.  Deutschen Evangelischen Kirchentages »Du siehst mich« stehen.

Der Bischof bedauerte, dass der Dialog aktuell nicht zustande kam. Er werde sich auch weiter um gemeinsame Veranstaltungen bemühen, sagte Rentzing. Den christlich-islamischen Dialog nannte er »eine gute Sache«. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Kirchen vor wenigen Tagen dazu aufgefordert, in der Öffentlichkeit mehr über den Islam zu diskutieren. Die Kirchen überließen den Islam zu sehr dem Staat.

Bischof Rentzing rief in seiner Bibelarbeit beim »Kirchentag auf dem Weg« in Leipzig auch zu mehr Geduld und Besonnenheit im Alltag und bei notwendigen persönlichen Entscheidungen auf. »Ungeduld ist ein großes Problem«, sagte Rentzing. Daraus resultierten »Irrungen und Wirrungen«. Die Bibelarbeit hatte unter fröhlichen Posaunenklängen begonnen. Musik ist ein Schwerpunkt des »Kirchentages auf dem Weg« in Leipzig. Unter dem Motto »Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben« sind bis Samstag rund 500 Veranstaltungen geplant.

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6 Lesermeinungen zu Bischof Rentzing: Christlich-islamischer Dialog »gute Sache«
Gert Flessing schreibt:
26. Mai 2017, 19:22

Ich halte unseren Bischof für einen ausgesprochen zurückhaltenden und geduldigen Mann.
Daher kann ich es verstehen, das er den Dialog mit dem Islam verteidigt und ihn gern weiter führen möchte.
Er hat auch völlig Recht, das der Islam, den er kennen gelernt hat, in unserer Zeit "in den Dreck gezogen wird". Leider sind es weitgehend eben Muslime, die dieses tun.
Schade, dass sein Gesprächspartner leider gesundheitlich nicht in der Lage war, an dem Gespräch teil zu nehmen.
Aber ich fürchte, das der Anschlag von Manchester so manchem wohlmeinenden Menschen auf das Gemüt geschlagen sein dürfte.
Leider sind es gerade derartige Geschehnisse, die das Bild vom Islam, momentan prägen. Kürzlich las ich das, was eine Islamwissenschaftlerin, mit jemenitischen Wurzeln, dazu schrieb. Sie meinte u.a., das die Radikalisierung der letzte Schritt ist, der in einer völlig normalen Moschee begann, in der von der moralischen Verwerflichkeit westlichen Lebensgefühls gepredigt wird.
Ich kann mir vorstellen, das, auch auf diesem Hintergrund, der Dialog beschwerlich sein kann.
Wenn er jedoch nur einen Bombenbastler von seinem frevelhaften Tund abhalten kann, hat er einen Wert.
Gert Flessing

Britta schreibt:
06. Juni 2017, 8:11

Da der Koran im Gegensatz zur Bibel nur einen Autor hat, gibt es dort keine Widersprüche bzw. sind diese geklärt: gültig ist immer, was zuletzt geschrieben wurde. Es sind nunmal aber mehrheitlich keine friedlichen Suren, die zuletzt geschrieben wurden, so daß keine Fehldeutung des Korans vorliegt, wenn es Terrorakte gegen Ungläubige gibt, sondern eine exakte Auslegung. Belegt wird dies z.B. durch die CNN-Blamage mit der Inszenierung eines "muslimischen Protestes" gegen die letzten englischen Attentate sowie die sogar in der WELT geschilderte Inszenierung und mediale Falschmeldung zum Muslimprotest gegen das Charlie-Hebdo-Attentat 2015. ("Wie die Politik den "Anti-Terror-Islam" Imszeniert", WELT vom 26.07.2015), nachdem zuvor von > 10.000 Muslimen, die gegen dieses Attentat am Brandenburger Tor protestiert hätten, berichtet wurde. Auch im persönlichen Gespräch sind Muslime i.d.R. keinesfalls geschockt von diesen Attentaten, amtliche Erhebungen zeigen mittlerweile, daß 60-85% die Sharia über die Gesetze des Landes, das sie aufgenommen hat, stellen und ebensoviele Gewalt zur Verbreitung des Islams nicht von vornherein ausschließen. Daraus folgt, es ist auf Dauer nicht möglich, mit Muslimen in einer Demokratie westlicher Prägung zu leben! Westliche Demokratievorstellungen werden aber gern als Vehikel zur Implantierung des Islam genutzt (s. bekanntes Erdogan-Zitat).
Das wird belegt mit den zunehmenden Übergriffen auf die Kopten seit Mubarak beseitigt wurde, den Aussagen der syrisch-orthodoxen Christen zu Assad oder dem Exodus der Christen aus dem Irak seit Husseins Beseitigung.
Wenn selbst vehemente Verfechter des Euroislams, wie Bassam Tibi, diesen zuletzt als gescheitert bezeichnen, so gilt es jetzt die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Vernichtung der eigenen Kultur und Religion nicht noch voran zu treiben. Die ehemals christlichen Länder im Levante und Nordafrika sprechen da eine eindeutige Sprache.
Insofern sollte sich die Kirche auf die frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus konzentrieren und nicht in der Politik mitmischen, insbesondere nicht die eigenen Totengräber hofieren.

Johannes schreibt:
06. Juni 2017, 17:02

Liebe Britta, googeln hat mir nicht geholfen: Ich finde keinen Beleg für die Aussage, Bassam Tibi habe den Euroislam als gescheitert erklärt. Würdest Du mir bitte die Quelle dieses Faktums zitieren oder benennen. (Du weiß ja, dass ich immer bei solchen unbelegten Äußerungen die Nachtigall trapsen höre.)
Danke!
Johannes

Britta schreibt:
07. Juni 2017, 18:14

Lieber Johannes,
komisch, wenn ich "Bassam Tibi Euroislam gescheitert" google, habe ich sofort etliche Quellen (also tue es mir gleich, denn Verlinkungen sind ja nicht erwünscht). Ich halte dies in der Frage für eine wichtige Quelle, da es im Prinzip diese ganzen "interreligiösen Gespräche" ad absurdum führt. Zudem hatten wir die Diskussion schonmal, als Du die Kompetenz von Bassam Tibi angezweifelt hattest (ich stelle Dir gern den Mailverkehr nochmal zur Verfügung). Es wundert mich ein wenig, daß Du dies nicht fandest, denn zu allen anderen bringst Du ja selbst die abartigsten Gegenkommentare...
Also, nix unbelegte Äußerung, ich habe auf einen früheren Disput aufgebaut, nur zur Erinnerung! Gern geschehen! Die Lerche wars nämlich und nicht die Nachtigall!
Herzlichst
Britta

Johannes schreibt:
08. Juni 2017, 19:26

Liebe Britta,

vielen Dank für den Google-Tipp. Dort finde ich einen Bericht des Deutschlandfunks über obiges Thema. Im Bericht steht nicht, dass der Islam/der Koran schuld seien an der derzeitigen Machtlosigkeit des Euro-Islam, sondern die von der türkischen Regierung gesteuerten Islamverbände. Und eine Teilschuld gibt er deutscher Integrationspolitik. Das Scheitern des Euro-Islam liegt nicht an seiner Idee, ist also kein Scheitern per se. Und abschließend wird gesagt:
"Diesen Euro-Islam sieht Bassam Tibi aber nach wie vor als sehr wichtig für Europa an, zumal er davon ausgeht, dass die Zahl der Muslime in Europa deutlich steigen wird. Für Europa sei es entscheidend, sagt Tibi, dass Muslime "Europäer des Herzens" werden."
Also zum Kronzeugen dafür, dass es den reformierten Euro-Islam nicht geben könne, weil der Islam/der Koran es nicht zuließen, kannst Du Bassam Tibi nicht hochstilisieren. Bleiben wir doch dabei, dass die Wahrheit vielfältig sein kann.
Mit freundlichem Gruß
Johannes

Britta schreibt:
09. Juni 2017, 13:08

Ach, stell Dich doch mal nicht naiver als Du bist. Unter den genannten Stichworten findest Du sogar die Homepage von Bassam Tibi selbst, auf der er auf sein Cicero-Interview verweist welches mit "Nach 25 Jahren verabschiedet sich Bassam Tibi von seiner Vision eines Euro-Islam. Der Kopftuch-Islam habe gesiegt" beginnt.
Im Gegensatz zu Dir muß man Tibi jedoch großen Respekt zollen, daß er öffentlich bekennt, daß seine bisherige Ansicht falsch war.
Jeder, der nur ein wenig logisch denkt und sich mit der Materie befaßt hat, muß sehen, daß Islam und europäische Wertvorstellung (z.B. durch das GG repräsentiert) nicht kompatibel sind und daß Islam keine anderen Glaubensrichtungen neben sich dulden wird - zu sehen an dem Schicksal der christlichen Urgemeinden im Levante und Nordafrika. Gegen diese Zukunft gilt es sich aufzulehnen, zur Not auch gegen die Amtskirche, aber immer für den Herrn Jesus!

Tageslosung

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.

(5.Mose 2,7)

So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

(1.Korinther 3,7)

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