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Ein Drittel zweifelt an Demokratiefähigkeit der Jüngeren

epd
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Zweifelnde junge Frau
© Foto: Georg Sander/pixelio.de

Ein Drittel der Bundesbürger traut heutigen Kindern und Jugendlichen nicht zu, später Verantwortung für den Erhalt der Demokratie zu übernehmen. Nur 64 Prozent der Erwachsenen haben keine Zweifel an der Demokratiefähigkeit dieser Generation, wie das Deutsche Kinderhilfswerk unter Berufung auf den "Kinderreport 2017" mitteilte, der am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Dabei steige das Zutrauen mit zunehmendem Alter deutlich an.

Am skeptischsten gegenüber der Demokratiefähigkeit der Kinder und Jugendlichen sind demnach die 18- bis 29-Jährigen: 40 Prozent von ihnen äußerten Zweifel in dieser Frage. Bei den über 60-Jährigen waren es dagegen nur 29 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit dem Einkommen. 43 Prozent der Bürger mit einem Einkommen von unter 1.500 Euro trauen der heutigen Generation eine solche Kompetenz nicht zu, bei einem Einkommen von 3.000 Euro und mehr sind es nur 29 Prozent.

Unterschiede gibt es auch mit Blick auf die politische Orientierung: Am meisten Vertrauen, dass die Kinder und Jugendlichen später Verantwortung für den Erhalt der Demokratie übernehmen, haben FDP-Anhänger (84 Prozent) und Grünen-Anhänger (78 Prozent). Skeptischer äußern sich Anhänger der Linken und der AfD: 56 beziehungsweise 58 Prozent vertrauen der heutigen Generation in dieser Frage.

Für die repräsentative Umfrage hatte das Institut infratest dimap im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks bundesweit 1.080 Erwachsene und 623 Kinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren befragt. Der Kinderreport wird seit 2002 herausgegeben.

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger, zeigte sich von den Ergebnissen beunruhigt: "Das geringe Vertrauen Erwachsener in die Fähigkeit von Kindern und Jugendlichen, die Demokratie in Deutschland auch zukünftig zu bewahren, erfüllt uns mit Sorge." Gleichzeitig biete der Kinderreport aber auch Hinweise auf Strategien zur Stärkung der Demokratie durch eine Förderung demokratischer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen.

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3 Lesermeinungen zu Ein Drittel zweifelt an Demokratiefähigkeit der Jüngeren
Gert Flessing schreibt:
05. Februar 2017, 21:23

Was bedeutet denn "Demokratiefähigkeit"?
Für mich ist ein Mensch fähig, eine Demokratie mit zu gestalten, wenn er in der Lage ist, eine eigene Meinung zu finden.
Demokratiefähigkeit bedeutet nicht, das nachzuschwätzen, was andere vorgeben. Es bedeutet auch nicht, sich Denkverbote anlegen zu lassen.
Einsichten müssen aus dem persönlichen Abwägen von Meinungen und Informationen kommen, nur dann sind sie echt.
Wir leben in einer Zeit, in der Meinungen vorgestanzt werden. Das geht bis hin zu den, für viele jungen Menschen, so wichtigen, sozialen Netzwerke. Wer sich mehrmals eine bestimmte Meinung ansieht, der wird, durch zur Verfügung stellen ähnlicher Mitteilungen, in dieser Meinung bestärkt.
Es kommt der Moment, an dem es schwer wird, eine Meinung, die dem entgegen steht zu finden.
Ich halte das für eine Art der Manipulation, die nicht zu einer wirklichen Meinungsbildung führt und damit Menschen nicht fähig macht, selbst und objektiv zu entscheiden.
Die Nächste Frage ist, ob etwas gut sein muss, nur weil es Freunde gut finden?
Ist etwas gut, nur weil es in den Medien als gut dargestellt wird.
Wie objektiv sind solche Darstellungen?
Aber die Bildung einer eigenen Meinung bedarf der Möglichkeit, sich über politische Fragen informieren zu können, ohne mit der Information gleich auch eine Meinung mitgeliefert zu bekommen.
Gert Flessing

thomas aus Leipzig schreibt:
06. Februar 2017, 19:41

Sehr geehrter Herr Flessing,
da haben Sie recht. Es spricht aber dagegen, daß die Schulen mehr Politische Bildung durchführen sollen. Der gemeine Ossi erinnert sich da gleich an die Staatsbürgerkunde.
Und wie sehr momentan "Säue durchs Dorf" getrieben werden, erleben wir momentan in Wahlkampf. Ich persönlich glaube dem Parteienkartell (eine Wortschöpfung der LVZ) kein Wort mehr. Ganz spontan schauen wir uns doch einmal den Verdienst der neuen SPD-Rakete an. Und der redet von sozialer Gerechtigkeit. Er meint sicher seine.
Herzliche Grüße aus Leipzig,
Thomas

Gert Flessing schreibt:
07. Februar 2017, 10:30

Lieber Thomas aus Leipzig,
ich halte absolut nichts von verordneter "politischer Bildung", weil ich bezweifeln möchte, dass die dann wirklich neutral und objektiv geschieht.
Wir leben in einer Zeit, in der oft genug auf die Freiheit der Persönlichkeit hingewiesen wird. Ich fürchte, dazu gehört auch, das man sich selbst den Weg im Dschungel der politischen und sonstigen Informationen suchen muss.
Als "Ossi" weiß man schon noch, wie das geht und es lohnt sich, dieses Wissen den eigenen Kindern und Enkeln weiter zu geben.
Gert Flessing

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(Jesaja 60,20)

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

(1.Petrus 1,3)

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