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Festgottesdienste und Konzerte in sächsischen Kirchgemeinden

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so/epd
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© Michael Loeper/pixelio.de

Mit Festgottesdiensten, Konzerten und Vorträgen feiern die sächsischen Kirchgemeinden am 31. Oktober das Reformationsfest, das in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt. In diesem Jahr ist der Reformationstag in neun Bundesländern ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag, nachdem er zum Reformationsjubiläum 2017 bundesweit begangen wurde. Das teilte die Sächsische Landeskirche mit.

Seit Oktober 1990 in den fünf neuen Bundesländern, mit Ausnahme Berlins, gefeiert, schließen sich in diesem Jahr auch die Länder Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein der Feiertagsregelung an. Die Ausweitung ist Ergebnis des bundesweiten Sonderfeiertages zum Reformationsjubiläum 2017 und der besonderen Resonanz, die die Feste und Feiern in Kirche und Gesellschaft in vielen Regionen gefunden haben, heißt es in einer Presseinformation.

Aber auch die Themenjahre der Lutherdekade haben dazu beigetragen, dass in den letzten zehn Jahren die Bedeutung und geschichtliche Zäsur der Reformationszeit für Theologie, Kirche, Kunst, Kultur, Musik, Bildung und gesellschaftlichen Wandel im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit einer breiten Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein gerückt wurden.

Der Thesenanschlag in Wittenberg vor 500 Jahre war nicht der Abschluss, sondern der Aufbruch in das Folgegeschehen, woraus sich die heutige lutherische Kirchengemeinschaft weiterhin in einer »unabgeschlossene Reformation« im Sinne des Zuspruchs »befreit von Gottes Gnade« versteht. Das schließt eine erweiterte Hinwendung zu ökumenischer Zusammenarbeit mit ein. Für Sachsen wird dies an der ältesten Institution des Landes, dem Hochstift Meißen, deutlich. Zum Reformationsjubiläum wurden hier mit dem Bistum Dresden-Meißen gemeinsam entscheidende Akzente gesetzt, die nicht mehr das Trennende, sondern das Gemeinsame sichtbar machen sollten.

In Meißen predigt am Reformationstag traditionell der sächsische Landesbischof im Dom in einem musikalisch reich ausgestalteten Gottesdienst. An diesem Feiertag wird Landesbischof Dr. Carsten Rentzing zuvor die Pilger auf dem 3. Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit (Bonn-Katowice) in Meißen begrüßen und unter den Reisesegen stellen. Von Meißen aus geht es für die Klimapilger weiter nach Dresden, wo am nächsten Tag in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz und Braunkohle auf dem Plan stehen wird.

Ebenfalls im Meißner Dom wird anlässlich des Kapiteltages des Hochstifts am Reformationsfest der erste Teil der neu überarbeiteten Ausstellung des Dommuseums über die Geschichte des Hochstifts und des Meißner Doms eröffnet. Dazu werden Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie Vertreter verschiedener Domstifte Mitteldeutschlands und Brandenburgs erwartet. Die Neufassung des Dommuseums ist als Beitrag im Jubiläumsjahr »1050 Jahre Hochstift Meißen« zu sehen.

In den Festgottesdiensten, die in ganz Sachsen am Vormittag des Reformationstages stattfinden, wird häufig zum Abendmahl eingeladen. Den musikalischen Rahmen bestreiten Chöre und Instrumentalisten. In Dresden singt der Kreuzchor um 9:30 Uhr im Festgottesdienst in der Kreuzkirche und in der Frauenkirche kommen mit dem Kammerchor der Frauenkirche Auszüge aus Johann Sebastian Bachs Kantaten-Werk zur Aufführung. Dieser Gottesdienst beginnt um 10 Uhr, da er live von MDR-KULTUR im Hörfunk übertragen wird. Es predigt Pfarrerin Angelika Behnke. Am Abend gibt es hier ein Orgelkonzert.

Ebenfalls um 10 Uhr laden Gemeinden im Bautzner Oberland zu einem Regionalgottesdienst in die Crostauer Kirche ein. Es musizieren Solisten, Kirchenchöre der Oberlandgemeinden und »Zespół Łużycki«, das Lausitzer Ensemble auf Barockinstrumenten.

Zu den großen Innenstadtkirchen zählt seit der Einweihung und Indienstnahme auch das ‚Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli‘ in Leipzig: Dem Predigtgottesdienst mit Prof. Dr. Armin Kohnle um 11 Uhr unter musikalischer Begleitung des Ensembles »Cantus Pangasius« folgt am Abend um 19:30 Uhr ein Konzert zum Reformationstag mit der Capella fidicinia mit Texten und Liedern von Martin Luther in Bearbeitungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert an.

Im westsächsischen Glauchau wird am 31. Oktober ab 9:30 Uhr zum Sächsischen Gemeindebibeltag in die dortige Sachsenhalle eingeladen. »Christsein – Impulse aus dem Römerbrief« lautet das Thema des diesjährigen Treffens am Reformationsfest. Es werden wieder Hunderte von Teilnehmenden erwartet, denen die Stärkung der christlichen Gemeinschaft am Herzen liegt. Es finden Bibelarbeiten, ein paralleler Kinder- und Jugendbibeltag und ein gemeinsamer Sendungsgottesdienst mit Pfarrer Dr. Christoph Morgner, früherer Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, statt.

Bereits mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 28. Oktober, 10 Uhr, beginnt die 14. Panitzscher Reformationsfestwoche. Die Kirchgemeinde lädt bis zum 4. November zu einem abwechslungsreichen Programm mit Gottesdienst, Musik und Vorträgen ein.
Wie in den Jahren zuvor, gibt es wieder am Vorabend des Feiertages Angebote für Jugendliche und Kinder. So heißt es in Leipzig »hell.wach.evangelisch – und frei« in der Nacht der Reformation der Hoffnungskirche in Leipzig-Knauthain. Die »ChurchNight« ab 17 Uhr geht der Frage nach, was »Evangelische Freiheit« meint. Zunächst öffnet die Lutherlounge im Gemeindehaus (Seumestr. 129) und dann beginnt in der Kirche ein Jugendgottesdienst. Anschließend wird zu Lesungen, Musik und einer stillen Andacht eingeladen.

Auch im vogtländischen Reichenbach wird am 30. Oktober in der Trinitatiskirche ab 18 Uhr die ChurchNight gefeiert.
Vom 30. zum 31. Oktober veranstaltet die Dresdner Kreuzkirche die Kinder-Kirchen-Nacht. Mit Neugier, Schlafsack und Isomatte und allem, was man für eine Übernachtung in der Kirche braucht, geht es um spannende Geschichten und kleine und große Besonderheiten kreuz und quer durch die Kirche.

Am Reformationstag selbst lädt die PAX-Jugendkirche in der Friedenskirche in Leipzig-Gohlis um18 Uhr zu ihrem Programm »Building Bridges« – Texte, Musik und Kurzfilm ein.
Nachmittags erklingen vielerorts Konzerte, die auf den Reformationstag bezogen sind: Um 15 Uhr beginnt in Chemnitz ein festliches Konzert zum Reformationstag in der Stiftskirche Ebersdorf mit Blechblasinstrumenten, Pauken und Orgel. Im Rahmen der Panitzscher Reformationswoche gibt es in der Kirche von Panitzsch bei Leipzig ein Orgelkonzert.

Um 16 Uhr wird in der Radebeuler Lutherkirche das Oratorium »Die Schöpfung« für Soli, Chor und Orchester von Joseph Haydn aufgeführt.
Von G.F. Händel: wird um 17 Uhr in der Leipziger Thomaskirche »Der Messias« durch das Junge Mitteldeutsche Barockensemble aufgeführt. Weitere Konzerte um diese Zeit erklingen u.a. in Leipzig-Holzhausen, in der Klosterkirche Riesa und im Dom zu Wurzen sowie am Abend an weiteren Orten.

Der Reformationstag wird auch gerne zum Anlass genommen, um besondere Ereignisse in der Gemeinde zu begehen. So läuten beispielsweise im erzgebirgischen Pobershau die neuen drei Glocken zum ersten Mal. Die Indienstnahme des in Innsbruck gegossenen Bronzegeläuts im ebenfalls neuen Glockenstuhl aus Eichenholz. Es ersetzt im großen Kirchturm die bisherigen Eisenhartgussglocken von 1951.

Die in den Gottesdiensten gesammelte landeskirchliche Kollekte kommt traditionell dem Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) zugute. Schwerpunkt der diesjährigen Sammlung ist der Ausbau eines Gemeindehauses in Maikop im Kaukasus. Im Nordkaukasus gab es vor der Oktoberrevolution 1917 in verschiedenen Orten blühende evangelisch-lutherische Gemeinden. Jetzt leben in diesem Gebiet nur noch wenige evangelische Christen deutscher Herkunft. Im Gebiet um Krasnodar wurde noch kein einziges Kultgebäude an die Lutheraner zurückgegeben. Die Benutzung von privaten Räumen für Gottesdienste ist durch die aktuelle Gesetzgebung in Russland untersagt. In Maikop, der Hauptstadt der Republik Adygeja, wurde ein kleines, bescheidenes Gemeindehaus errichtet, das aber noch über keine Heizungsanlage verfügt. Für die Fertigstellung des Gemeindehauses wird um finanzielle Unterstützung gebeten.

In diesen Tagen liegt in vielen Printausgaben der Zeitungen deutschlandweit und auch in Sachsen zum bevorstehenden Reformationstag das evangelische Magazin chrismon spezial bei. Es ist in den jeweiligen Regionalausgaben in Zusammenarbeit mit der EKD und den Landeskirchen entstanden. 6,7 Millionen chrismon spezial-Exemplare werden bundesweit mehr als 70 Tages-, Sonntags- und Wochenzeitungen beigelegt, 300.000 Exemplare direkt in Kirchengemeinden verteilt.

Ebenfalls zum diesjährigen Reformationsfest erscheint eine Dokumentation der sächsischen Landeskirche über die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum in Sachsen. Es wurden zahlreiche Veranstaltungs- und Textdokumente zusammengestellt, die den Weg zum Jubiläumsjahr 2017 in seiner Vielfalt und thematischen Tiefe nachzeichnen. Die Nachschau bringt eindrücklich die Vielfalt und den Anteil kirchlicher und gesellschaftlicher Akteure in der Aufarbeitung des historischen Reformationsgeschehens in Spiegelung gegenwärtiger Fragestellungen in Erinnerung. Maßgeblich begleitet und die Dokumentation zusammengestellt haben der Referent für die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum, Michael Seimer, sowie der Beauftragte der Evangelischen Landeskirchen im Freistaat Sachsen, Oberkirchenrat Christoph Seele, der auch der landeskirchliche Beauftragte für die Lutherdekade in Kontakt mit politisch-gesellschaftlichen Partnern war. Die Dokumentation erscheint mit einer Begleit-DVD.

Stichwort: Reformation

Am Reformationstag (31. Oktober) erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483–1546) und die Entstehung der evangelischen Kirche vor fast 500 Jahren. Die öffentliche Wirkung des Anschlags der 95 Thesen an der Wittenberger Schlosskirche am 31. Oktober 1517 ist unbestritten. In den Thesen prangerte der Reformator kirchliche Missstände wie den Ablasshandel an.

Erst 150 Jahre nach der Reformation wurde der 31. Oktober zum Gedenktag. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte den Tag im Jahr 1667 fest. Nach den Reformationsjubiläen 1717 und 1817 etablierte sich das Reformationsfest weiter. Der Gedenktag wird als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung verstanden. Luther wollte die Kirche erneuern und sie zum geistigen Ursprung der Botschaft des Evangeliums zurückführen. Weil sich die mittelalterliche Papstkirche einer Reform verweigerte, kam es zu der von Luther zunächst nicht beabsichtigten Bildung der evangelischen Kirche.

Der Reformationstag ist in den östlichen Bundesländern - außer Berlin - gesetzlicher Feiertag. Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben den Reformationstag in diesem Jahr zu einem neuen, zusätzlichen gesetzlichen Feiertag erklärt. Damit ist in neun Bundesländern an diesem Tag arbeitsfrei. In Thüringen wird dieser Tag nur in überwiegend evangelischen Gemeinden als gesetzlicher Feiertag begangen. Zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 war der Tag einmalig bundesweit arbeitsfrei.

Viele Kinder und Jugendliche feiern in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November den aus den USA stammenden Grusel-Brauch Halloween. In der Nacht zu Allerheiligen ziehen sie in der Dämmerung als Geister, Monster oder Hexen verkleidet durch die Straßen oder vergnügen sich auf Halloween-Partys. Ursprünglich hatten irische Einwanderer das aus uralten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht.

Quelle
VERÖFFENTLICHT AM 30.10.2018 Artikel drucken

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