Landeskirche bewilligt neue missionarische Projekte

Dritte Zuteilungsrunde der Initiative »Missionarische Aufbrüche« abgeschlossen – vier Projekte werden durch Pfarrstellen oder finanziell gefördert
Uwe Naumann
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Im Pfarrgarten in Beiersdorf (Kirchenbezirk Zwickau) soll das missionarische Projekt Bikepark entstehen. © Kirche die weiter geht

Im Rahmen der Initiative »Missionarische Aufbrüche« hat die Landeskirche Sachsens vier neue missionarische Projekte genehmigt. Diese befinden sich nach Angaben des Koordinators Roland Kutsche in Chemnitz, Leipzig, Plauen sowie im westsächsischen Beiersdorf im Kirchenbezirk Zwickau. Sie werden in den kommenden Jahren mit Pfarrstellenanteilen oder finanziell von der Landeskirche gefördert. »Damit soll die Erprobung ergänzender Formen gemeindlicher Arbeit ermöglicht werden«, heißt es zum Auftrag der Initiative. Mit dem Abschluss der dritten Zuteilungsrunde sind damit seit 2019 insgesamt 15 missionarische Projekte genehmigt worden.

»Wir haben viele spannende, innovative und verheißungsvolle Stellen und Projekte am Start«, sagte Pfarrer Roland Kutsche dem Sonntag. Konkret soll eine halbe Pfarrstelle in Chemnitz finanziert werden, um »das Potential der Kulturhauptstadt für die Kirche in Chemnitz auszuloten und zu heben«. Derzeit werde noch die Erweiterung auf eine volle Pfarrstelle geprüft, heißt es. Ziel der Projektstelle sei es, für das Kulturhauptstadtjahr 2025 ein geistliches Begleitprogramm zu erarbeiten, das »in vielfältiger Weise die Kirche in ihren Erscheinungsformen präsentiert und dazu einlädt, auch in der Kirche das Ungesehene und Unscheinbare zu entdecken". Das Motto der Kulturhauptstadt lautet »C the Unseen«, auf deutsch "Sieh das Ungesehene«, wobei das C auch für Chemnitz steht, die unscheinbare.

Ebenfalls mit einer halben Pfarrstelle soll der Bikepark der Kirchgemeinde Beiersdorf-Ruppertsgrün gefördert werden. Als sportmissionarisches Projekt soll im Pfarrgarten ein Park »mit selbstgebauten Fahrradstrecken aus Erde zum Springen und Tricksen entstehen«, heißt es in der Beschreibung. Mit diesem neuen Spiel- und Begegnungsraum werde eine Brücke geschaffen zwischen Sport und Glaube, Körper und Geist, Bewegung und Stille, Mensch und Gott. Neben dem Training soll es auch Schulungen geben.

Finanziell gefördert wird das Projekt »Gemeinde Gegenüber« im Plattenbaugebiet Chrieschwitzer Hang in Plauen. Ziel des Projektes der Michaeliskirchgemeinde Plauen sei es, in dem Wohngebiet »ein Teil des Lebens unserer Nachbarn zu werden – ein Gegenüber«, heißt es in der Projektbeschreibung. »Dabei haben wir kein fertiges Konzept, sondern möchten an Hand der Bedürfnisse der Menschen Ressourcen- statt zielorientiert arbeiten.« Unter anderem sollen dafür Räumlichkeiten im Wohngebiet angemietet werden, um einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Als viertes Projekt wird »Projekt – Raum – Kirche« der Taborkirchgemeinde Leipzig-Kleinzschocher ebenfalls finanziell gefördert. Dabei geht es um neue gemeindepädagogische Angebote und Projekte, die mit Personen und Institutionen der Zivilgesellschaft verzahnt werden sollen. Auf diese Weise sollen Menschen mit Gemeinde und Kirche in Berührung kommen. »So fordert jedes Projekt die Verantwortlichen heraus, Zugänge zum Glauben zu suchen und Formen des geistlich-spirituellen Lebens zu finden«, heißt es in der Projektbeschreibung.

Pfarrer Roland Kutsche, der die missionarischen Projekte koordiniert, äußerte sich »sehr zufrieden« über die neuen Angebote. »Wir fangen an, viel Neues und Unbekanntes zu erproben«, sagte er der Kirchenzeitung. »Wichtig ist, dass das Thema Mission gesetzt ist! Kirche ist gesandt zu den Menschen! Sie ist beteiligt an der Mission Gottes zu den Menschen«, betonte der Pfarrer. »Und ich denke, Mission bringt Gemeinden in Form; was die Ausdauer betrifft, aber auch die Gestalt von Gemeinde.« Für eine weitere Projektförderung seien noch 50 000 Euro vorhanden, merkte Roland Kutsche noch an. Damit sollen im kommenden Jahr Projekte genehmigt werden.

Zugleich wies Roland Kutsche auf Veranstaltungen im Rahmen der Initiative »Missionarische Aufbrüche« hin. So sei beispielsweise eine fünftägige Summerschool »Mission & Kontext« im Juli in Herrnhut geplant. Mit einem Team des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Universität Greifswald gehe es dabei um nachhaltige Kirchen- und Gemeindeentwicklung.

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