Lichtfest, Friedensgebet und Rede zur Demokratie in Leipzig

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© Jens Schlüter/Stadt Leipzig

Leipzig erinnert mit Friedensgebet, der Rede zur Demokratie und dem Lichtfest Leipzig an die historischen Ereignisse vom 9. Oktober 1989 unter dem Motto "Mut – Werte – Veränderung".

Am 9. Oktober 1989 gaben in Leipzig mehr als 70.000 Menschen aus allen Teilen der DDR den entscheidenden Impuls zur Friedlichen Revolution. Trotz drohendem Schießbefehl stellten sie sich mit den Rufen "Wir sind das Volk" und "Keine Gewalt" dem SED-Regime friedlich entgegen. Heute gilt der 9. Oktober als Schlüsseldatum beim Zusammenbruch der DDR 1989.

Auftakt der Feierlichkeiten am 9. Oktober ist das Friedensgebet um 17 Uhr in der Nikolaikirche. Bereits seit 1982 hatten Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen regelmäßig zu Friedensgebeten in die Nikolaikirche eingeladen. Von hier gingen im September 1989 die Montagsdemonstrationen aus. Die Predigt hält Pastor Yassir Eric vom Europäischen Institut für Migration, Integration und Islamthemen. Für die musikalische Begleitung sorgt der BachChor an der Nikolaikirche unter der Leitung von Kantor Jürgen Wolf.

Die Rede zur Demokratie gehört seit 2001 zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten am 9. Oktober. Neben Vertretern der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland konnten in der Vergangenheit auch zahlreiche internationale Gäste in Leipzig begrüßt werden. Aufgrund der europäischen Themenschwerpunkte wird die Rede seit 2010 von Persönlichkeiten gehalten, die sich für die Werte der Friedlichen Revolution in Europa einsetzen. In diesem Jahr wird der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, die Rede halten.

Nach der Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche folgt das Lichtfest Leipzig. Auf dem historischen Versammlungsort von 1989, dem Augustusplatz, gestalten Schauspieler Sylvester Groth, Musiker Mike Dietrich und Chefchoreograf Mario Schröder mit dem Leipziger Ballett ein knapp einstündiges Bühnenprogramm, das unter der künstlerischen Leitung von Jürgen Meier Text, Musik, Tanz, Foto und Video zu einer vielschichtigen Performance verwebt: Sylvester Groth verkörpert den Visionär, den Weltbürger.

Ablauf der Veranstaltungen am 9. Oktober 2016:
    •    17 Uhr: Friedensgebet, Nikolaikirche
    •    18:30 Uhr: Rede zur Demokratie, Nikolaikirche
    •    20 Uhr: Lichtfest Leipzig, Augustusplatz

Weitere Informationen gibt es unter:
www.leipzig.de/herbst89
www.lichtfest.leipziger-freiheit.de
www.herbst89.de

 

Diskutieren Sie mit

9 Lesermeinungen zu Lichtfest, Friedensgebet und Rede zur Demokratie in Leipzig
Beobachter/in schreibt:
08. Oktober 2016, 11:47

Die Rednerliste sagt Alles!

Johannes schreibt:
09. Oktober 2016, 13:10

Das stimmt! Für Antidemokraten und Islamhasser ein Gräuel! Aber der Satz: "Die Rednerliste sagt Alles! " sagt natürlich auch alles über Beo.../in!

Beobachter/in schreibt:
10. Oktober 2016, 9:36

Ach der liebe Johannes, der Freund aller LInken und der Antifa! Naja, das und seine Beschimpfungen und Unterstellungen ist man ja in Leipzig und darüber hinaus inzwischen gewöhnt!

Johannes schreibt:
10. Oktober 2016, 12:15

Für den/die Beo.../in "etwas Butter bei die Fische"
Ja, so reden in Leipzig die Linken und Antifa:
„Wir erleben unmittelbar einen gesellschaftlichen Härtetest“, sagt Martin Schulz (SPD), der Präsident des Europäischen Parlaments, bei seiner Rede zur Demokratie und verweist darauf, wie die Zahl der Anschläge mit ausländerfeindlichem Hintergrund in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen sei. So würden Meinungsverschiedenheiten immer härter ausgetragen. Eine Gruppe von Menschen scheine sich zum Ziel gesetzt zu haben, die „Demokratie in Europa und in Deutschland lächerlich zu machen oder sie gar abzuwickeln“.
Er frage sich, warum nicht ein lauterer Schrei der Empörung durch die Gesellschaft halle, wenn diese Gruppen sich anmaßen, unser gesamtes Volk zu vertreten. „Sie alle wissen, dass die Parole ,Wir sind das Volk’ nicht für Hetze, Nationalismus und Nabelschau steht, sondern für Öffnung der Grenzen, für Solidarität, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.“

Beobachter/in schreibt:
10. Oktober 2016, 15:44

Sag ich doch Herr Lehnert! Die Rednerliste sagt Alles!
Von dem kann man ja auch nicht erwarten, daß er darauf verweist , daß die Zahl der Anschläge mit links(anti) faschistischem Hintergrund in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen ist (Leipzig als Hochburg), von Ihnen (in "Bunten Bündnissen")unterstützt. So werden Meinungsverschiedenheiten immer härter ausgetragen. Eine Gruppe von Menschen scheine sich zum Ziel gesetzt zu haben, die „Demokratie in Europa und in Deutschland lächerlich zu machen oder sie gar abzuwickeln“.
Frau Roth geht gerne da voran!
Ich frage mich, warum nicht ein lauterer Schrei der Empörung durch die Gesellschaft halle, wenn diese Gruppen sich anmaßen, unser Volk zu vertreten (regieren).

Gert Flessing schreibt:
11. Oktober 2016, 9:12

Lieber Herr Lehnert,
die Parole "Wir sind das Volk!" stand auch für den Wunsch nach Konsum, nach eigener Identität und nach "Malle".
Wir haben diese Zeit doch hautnah erlebt. Von Solidarität, zumal Solidarität, die über den Tellerrand hinaus gehen will, ist mir, zumindest in der Provinz, nichts aufgefallen.
Öffnung der Grenzen - gewiss. Um selbst zu reisen, nicht, um die Armen von dort draußen, aufzunehmen. Ich erinnere mich noch an die bösen Bemerkungen, als die ersten Bettler mit dunklerer Hautfarbe auftauchten.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
11. Oktober 2016, 13:15

Lieber Herr Flessing,
seit Dez. 88 war ich Verwaltungsleiter der Nikolaigemeinde. Direkt vor meinen Bürofenster spielten sich jeden Montag die Ihnen bekannten Szenen ab. Die "Köpfe" der Bürgerrechtsbewegung gingen auch im Pfarrhaus ein und aus. Der Anfang war der Versuch, durch Aufstehen gegen die "Diktatur des Proletariats" den real existierenden Sozialismus zu verbessern. Das hätte lange Zeit gebraucht. Aber die Ungeduld des Volkes zeigte sich insbesondere dann durch den Ruf "Wir wollen raus", skandiert durch die Ausreisewilligen, die ja nichts mehr zu verlieren hatten. Gegen diese Sprechchöre gab es schon immer auch den Gegenruf der Besonnenen: "Wir bleiben hier!" Und die Gewährsperson für Glasnost und Perestroika wurde beschworen: "Gorbi hilf!" - Die Parole "Wir sind das Volk" beinhaltete also zweierlei: den Wunsch nach Konsum und Reiserecht (auf die Malle) einerseits, aber zugleich das Statement: Wir wollen die Veränderung in der hiesigen Politik, denn wir sind das Volk und nicht das ZK der SED.
Dass in der Widerstandsstadt Leipzig es nicht solche Bilder wie um den 3. Oktober in Dresden gibt, hat auch damit zu tun, dass es vielen Leipzigern nicht zuerst um egoistischen Nationalismus geht. Nur zum Beispiel: Die zu einer Demonstration zum 9. Oktober (Auftritt des EU-Parlamentspräsidenten in der Nikolaikirche) aufrufende "Gida Regional" stand mit zwölf Leuten und selbstgemalten Plakaten auf dem Platz, während die Nikolaikirche mit über 1500 Menschen zum Bersten überfüllt war. Und weil wir schon kurz nach 16.30 Uhr keinen Platz mehr in der Kirche fanden, sind wir dem Friedensgebet und der Demokratierede über die Außenlautsprecher gefolgt. Da auch die Liedblätter ausgegangen waren, konnten wir nur beim TaizéKyrie mitsingen. Einer hatte das Transparent "FÜR RELIGIONSFREIHEIT UND TOLERANZ mitgebracht und im Nu versammelten sich ca. 200 Leute dahinter. Es war im Fernsehbericht deutlich zu sehen. - Ich erzähle das nur um zu zeigen: Hier bei uns war und ist Konsum und Mallereise nicht das hervorragende Motiv.
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Lehnert

Johannes schreibt:
10. Oktober 2016, 18:49

Sehr geehrte(r) Beobachter/in,

Sie beginnen schon wieder damit, Personen namentlich zu nennen und zu diffamieren, z.B. mich. Es wäre sehr christlich, dies tunlichst zu unterlassen und so zur vom "SONNTAG" erwarteten Nettikette beizutragen.

Mit freundlichem Gruß
Johannes

Leipziger schreibt:
11. Oktober 2016, 12:59

Das war ein schönes Fest. Die Nikolaikirche sowohl zum Friedensgebet als auch zur Rede zu Demokratie so voll, daß viele stehen mußten, zum Lichtfest 15.000 Menschen auf dem Augustusplatz -- und dabei kein dumpfes Gepöbel wie in Dresden zum Einheitsfeiertag, sondern Beifall und geschwenkte Kerzen für die Redner. Leipzig zeigt wie's geht und steht für 89 ein, ganz egal, was selbsternannte "Volks-Rufer" da zum besten geben. Aber das hat sich hier eh schon fast erledigt, weil wir eine starke Bürgergesellschaft haben, die dem von Anfang an entschieden entgegengetreten ist. Mit Erfolg! WIR sind das Volk, nicht die rechten Hetzer und Pöbler.

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