Logik des Krieges durchbrechen

Forderung nach Ende des russischen Angriffs auf die Ukraine bei Friedensgebet in der Dresdner Frauenkirche
Tomas Gärtner
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  • Die Bischöfe Bilz und Timmerevers, Friedensgebet für die Ukraine, ein der Dresdner Frauenkirche © Baudisch

    Die Bischöfe Bilz und Timmerevers, Friedensgebet für die Ukraine, ein der Dresdner Frauenkirche © Baudisch

  • Friedensgebet für die Ukraine, vor der Dresdner Frauenkirche © Baudisch

    Friedensgebet für die Ukraine, vor der Dresdner Frauenkirche © Baudisch

Bei einem ökumenischen Friedensgebet mit mehr als 200 Teilnehmern in der Dresdner Frauenkirche haben Vertreter verschiedener Konfessionen und Religionen ein Ende des von Russland gegen die Ukraine geführten Krieges gefordert. Sie sei schockiert, dass unweit von Deutschland mit diesem Krieg etwas geschehe, was sich der Vorstellungskraft entziehe, sagte Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. „Unter uns sind Menschen, die um Verwandte und Freunde bangen.“ Die Kirche könne Ort sein, um Angst, Sprachlosigkeit, Ohnmacht und Schmerz vorzubringen. Sie sei ein Hoffnungssymbol und Friedenszeichen. „Politisch Verantwortliche können aussteigen aus der Gewaltspirale.“

Wolfram Nagel, Vertreter der Jüdischen Gemeinde Dresden, berichtete, die Menschen aus der Ukraine und aus Russland, die seiner Gemeinde angehörten, hätten seit Tagen Angst vor einem Krieg gehabt. „Nun ist er ausgebrochen.“

Ostap Ohkrin, Statistik-Professor an der TU und Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde Dresden, betonte, die Ukrainer seien freiheitsliebend und friedlich. Sie schätzten demokratische Werte und wollten sicher in ihrem Land leben. Die älteren unter ihnen hätten im Zweiten Weltkrieg viel Leid erlebt. „Wir hoffen, dass sich die Russen gegen diesen Diktator auflehnen, dass die russischen Mütter nicht ihre Söhne in ein Massaker schicken. Wir hoffen und wissen, dass Europa und die Welt hinter uns stehen.“

Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt sagte, die Geißel des Krieges produziere am Ende nur Verlierer – „Getötete, Vergewaltigte, Verschleppte, Geflüchtete in riesiger Zahl“. Militärische Gewalt sei immer eine schreckliche Niederlage und bringe Schuld mit sich. „Wer einen Krieg zu verantworten hat, ihn vom Zaun bricht, lästert Gott und bestreitet seinen Frieden.“

Landesbischof Tobias Bilz erinnerte daran, dass Gott die Grenzen festgesetzt habe, in welchen Menschen wohnen sollten. „Das Überschreiten von Ländergrenzen ist nicht nur eine Verletzung des Völkerrechts“, sagte er. „Es ist auch ein Verstoß gegen Ordnungen, die Gott für diese Welt bestimmt hat.“ Christen könnten die Logik des Krieges durchbrechen. Sie fühlten sich verbunden mit allen die Frieden wollten, in der Ukraine, in Russland oder in Belarus. „Der universale Glaube steht dem Nationalismus entgegen.“

Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen erinnerte an die Perspektive der Psalmen, die stets das Schicksal jedes einzelnen von Krieg und Gewalt betroffenen Menschen im Blick hätten. „Ehefrauen, deren Männer, Eltern, deren Söhne und Töchter im Krieg sind, was empfinden sie?“, fragte er.

Vor der Frauenkirche, angestrahlt in den ukrainischen Nationalfarben Blau-Gelb, hatten sich spontan schätzungsweise tausend Dresdnerinnen und Dresdner versammelt, um ihre Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk zu demonstrieren. Rednerinnen und Redner verurteilten den Angriff als schlimmsten Gewaltakt seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

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