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In memoriam Manfred Schnelle

Der vor einem Jahr verstorbene Tänzer Manfred Schnelle hat noch ein Buch hinterlassen
Von Stefan Seidel
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Der am 17. Februar 2016 plötzlich verstorbene Dresdner Tänzer  und liturgische Lehrer Manfred Schnelle (1935–2016) hat kurz vor seinem Tod noch ein Gesprächsbuch vollenden können. Dieses ist nun erschienen unter dem Titel »Die heilende Kraft der reinen Gebärde«. Es ist ein ausführlicher Dialog mit dem Leipziger Dichter und Pfarrer Christian Lehnert über die Verbindung von Glaube und Körper – insbesondere beim Vollzug des Gottesdienstes. Obwohl der Lebenstanz Manfred Schnelles vor einem Jahr abrupt endete, können so seine Erkenntnisse weiterwirken. 

Gerade für die verkopften Protestanten sind Schnelles Gedanken über die Bedeutung des Körpers für Glaube und Gottesdienst wertvoll. Schnelle, der aus der Schule des Ausdruckstanzes kam und für seine Tanzauftritte in Kirchen bekannt war, will vor allem Pfarrerinnen und Pfarrer ermutigen, auf ihren Körper im Gottesdienst zu achten. Denn die Bewegungen im Kirchenraum tragen entscheidend dazu bei, dem Gottesdienst eine Atmosphäre des Heiligen einzustiften. Sein Grundsatz ist dabei: »Alles sollte in ›heiliger Einfachheit‹ geschehen.« Und: Der Liturg soll ganz bewusst den Inhalt der Liturgie verkörpern, »mit Leib und Seele in der reinen Gebärde aufgehen«. Dann können geistliche Kraftfelder entstehen. Immer wieder plädiert Schnelle für Ruhe, Stille und unverkrampfte Würde im Ablauf des Gottesdienstes.

Die bewusste Begegnung mit dem eigenen Körper ist für ihn ein Tor zum Glauben – sich aufrichten und ausrichten, Bodenhaftung haben, sich öffnen, sich bewusst zum Altar hinwenden. All das ist mehrals liturgisches Handwerkzeug. Es lässt den Körper sprechen und zum Zeichen werden. Gebärden können Gleichnisse sein – für das Leben in Beziehung zu Gott, für ein Leben zwischen Himmel und Erde.

Manfred Schnelles Gedanken zur Körperlichkeit des Glaubens sind nicht nur für Pfarrerinnen und Pfarrer inspirierend. Obwohl sich das Buch in besonderer Weise an sie wendet. Manfred Schnelle hat auf seine ganz eigene Art einen Beitrag zur Überwindung der Leibfeindlichkeit des Christentums geleistet.

Christian Lehnert; Manfred Schnelle: Die heilende Kraft der reinen Gebärde. Evangelische Verlagsanstalt 2016, 93 Seiten, 14,80 Euro.

 

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Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

(2.Könige 13,23)

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