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Nach Morden in Hanau: Anteilnahme in Sachsen

Innenminister Wöller erschüttert. Fassungslosigkeit in der Landeskirche. Katholischer Bischof Timmerevers fragt nach Sensibilität für Hass auf andere Religionen und Kulturen.
(epd/so)
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Polizeiauto
Symbolbild Polizei. © Tim Reckmann/pixelio.de

Der Vertreter des Landesbischofs, Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel, ist fassungslos über die Gewalttat in Hessen. »Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer der Bluttat in Hanau«, sagte er am Donnerstag in Dresden. »Angesichts dieser Gewalt, die sich offensichtlich gegen andere Religionen und Kulturen richtete, sind wir fassungslos. Als Christen stehen wir an der Seite derer, die unter Hass und Gewalt leiden. Wir treten ein für ein friedliches, wertschätzendes Miteinander in unserer Gesellschaft. Der Spruch dieser Woche aus dem Hebräerbrief mahnt uns, dass wir nicht müde werden dürfen, mit wachem Gewissen, mit Worten und Taten für Nächstenliebe einzustehen, die allen Menschen gilt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.« (Hebr 3,15) Für den Abend wurde zu einem Friedensgebet in die Dreikönigskirche eingeladen, unter Mitwirkung von Superintendent Albrecht Nollau, Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte und des Friedensbeauftragten Michael Zimmermann.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat mit Entsetzen auf die Gewalttat in Hessen reagiert. »Die schrecklichen Nachrichten aus Hanau erschüttern mich«, sagte er am Donnerstag in Dresden: »Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser fürchterlichen Tat, mein Mitgefühl gehört den Angehörigen und Hinterbliebenen.«

Im hessischen Hanau nahe Frankfurt am Main hatte ein Mann am Mittwochabend nach Polizeiangaben in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen. Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter und dessen Mutter danach tot in deren Wohnung. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

Wöller erklärte, auch wenn die Hintergründe des Verbrechens noch aufgeklärt werden müssten, »zeigen uns solche Taten, dass wir es zunehmend mit Einzeltätern zu tun haben, die über einen langen Zeitraum unauffällig bleiben und sich im Verborgenen radikalisieren«. Auf diese neue Herausforderung müssten sich die Sicherheitsbehörden einstellen.

Auch Sachsens katholischer Landesbischof Heinrich Timmerevers drückte sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Getöteten aus und verurteilte die Tat. Diese richte Fragen an die Gesellschaft, zitierte das Bistum Dresden-Meißen den Bischof im sozialen Netzwerk Twitter. »Sind wir sensibel genug, wenn Hass auf andere Religionen und Kulturen unser Miteinander zu durchdringen droht? Fühlen wir uns noch angewidert, wenn subtiler Rassismus den Debattenraum erobert? Schaffen wir es, deutlich anzuprangern, wenn Ansichten dem christlichen Menschenbild zuwiderlaufen?«, erklärte Timmerevers demnach.

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