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Rat der EKD will vom Osten lernen

EKD-Delegation besucht ostdeutsche Landeskirchen, darunter Bautzen und Chemnitz – Bedford-Strohm fordert klare Kante gegen Rechtsextremismus
(epd)
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Auf Ostbesuch in Bautzen, auf dem Weg zum Dom St. Petri: EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm (l.) und Markus Dröge (2. v. r.), Bischof von der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, zu Gast bei Landesbischof Carsten Rentzing (2. v. l.) und dem Bautzener Superintendenten Tilmann Popp (r.) sowie seinem Stellvertreter Michael Ramsch. © Uwe Naumann

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat bei seinem Besuch im ostsächsischen Bautzen eine deutliche Abgrenzung vom Rechtsextremismus gefordert. »Wir müssen es schaffen, ganz klare Kante zu zeigen gegen Rassismus, Antisemitismus und Abwertung von Religionen und Menschengruppen«, sagte Bedford-Strohm am Mittwochabend in Bautzen. Christen müssten jedoch offen bleiben für Gespräche. Dies gelte auch für den Umgang mit AfD-Mitgliedern. Dabei sei jedoch klar zu sagen, »dass bestimmte Dinge nicht gehen«.

»Wer im Land rumzieht und sagt Deutschland zuerst, der steht im Widerspruch zu den christlichen Grundorientierungen«, betonte Bedford-Strohm bei einem Podiumsgespräch. Nazi-Parolen dürften nicht wieder salonfähig werden. »Wir sind dafür da, um in der Öffentlichkeit klar Position zu beziehen«, konstatierte der EKD-Ratsvorsitzende und bayrische Landesbischof mit Blick auf leitende Ämter.

Bedford-Strohm und weitere Vertreter des EKD-Rates waren in den vergangenen Wochen zu Gesprächen, sogenannten Ratsbegegnungen, in ostdeutschen Kirchen unterwegs. Anlass ist der 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR. Die Ergebnisse der Gespräche würden »zusammengeführt«, sagte ein Sprecher der EKD dem Evangelischen Pressedienst (epd). Was konkret zu erwarten ist, ließ er offen. Die Synode der EKD tagt vom 10. bis 13. November in Dresden.

Vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen auch im Westen Deutschlands werde »in der Zukunft immer wichtiger«, von den Erfahrungen der ostdeutschen Kirchen zu lernen, sagte Bedford-Strohm zudem bei dem Podiumsgespräch in einer Bautzener Gemeinde. Auch mit wenigen Mitgliedern könne die Kirche vor Ort ausdrucksstark sein. Dafür brauche es die Zuversicht und die Kraft der Menschen in den Ortsgemeinden – vor allem aber ihre Authentizität.

Etwa drei von vier Ostdeutschen gehören keiner Kirche an. Die Zahl der Mitglieder der beiden großen Kirchen in Deutschland sinkt laut einer Studie der Universität Freiburg drastisch. Bis zum Jahr 2060 wird demnach ein Rückgang um 49 Prozent auf 22,7 Millionen Mitglieder erwartet.

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing sieht in den Gemeinden »unglaublich viel Potenzial«. Die Kraft des Glaubens hänge nicht von der Größe der Mitgliederzahl ab. »Wir haben etwas einzubringen und den westdeutschen Kirchen etwas mitzugeben«, sagt Rentzing bei dem Besuch der EKD-Ratsmitglieder.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, verwies bei dem Treffen auf die Lehren, die aus der NS-Zeit zu ziehen sind. »Wir haben die Pflicht, Regierende und Regierte an Gottes Reich zu erinnern.« Die Kirche in der DDR habe sich auch gekümmert. »Heute müssen wir, wenn öffentlich Menschen diffamiert werden oder Hassbotschaften verbreitet werden, aufstehen und an Gottes Gerechtigkeit erinnern«, sagte der Berliner Bischof. Stille und Gebet gehörten genauso dazu wie die Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben.

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