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Strukturreform dominiert Landessynode

Kirchenleitung beklagt mangelnde Akzeptanz - Tagesordnung wegen Diskussion zur Strukturreform geändert.
so/epd
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Die sächsische Landessynode tagt im Haus der Kirche/Dreikönigskirche Dresden. © Uwe Naumann

Die Kirchenleitung der Landeskirche Sachsens fühlt sich nicht mehr richtig ernst genommen. Die aus manchen Eingaben zur Strukturreform "zum Ausdruck kommende mangelnde Akzeptanz und fehlende Verbindlichkeit machen uns nachdenklich", sagte Peter Meis bei der Vorstellung des Berichts der Kirchenleitung auf der Frühjahrstagung der Landessynode in Dresden. "Die Spannungen zwischen den Beschlusslagen der Kirchenleitung einerseits und Beschlüssen beziehungsweise den Umsetzungsformen auf Kirchenbezirks- und Kirchgemeindeebene andererseits sind der Anlass dieses Berichtes." Der Dezernent für Theologische Grundsatzfragen im Landeskirchenamt sagte weiter, dass er diese Situation der Landeskirche auch im gesellschaftlichen Umfeld wahrnehme. Mit Blick auf die Strukturreform bat Peter Meis im Namen der Kirchenleitung "um einen fairen Diskussionsprozess".

Dieser Diskussionsprozess um die Strukturen bis 2040 dominiert die Frühjahrstagung der 27. Landessynode. Gleich am ersten Beratungstag musste die Tagesordnung für die 80 Synodalen verändert werden aufgrund des großen Informations- und Redebedarfs. Im Zentrum der schon am Nachmittag statt erst am Abend beginnenden Debatte stand das von der Kirchenleitung im Oktober 2016 verabschiedete Konzept "Kirche mit Hoffnung in Sachsen" und die darin enthaltenen Vorgaben. Wegen sinkender Mitgliederzahlen sollen bis 2040 rund 40 Prozent der Pfarrstellen abgebaut werden. Im Vorgriff darauf sollen sich bis 2025 die Kirchgemeinden zu großen Struktureinheiten zusammenschließen. Das Ziel sind etwa 4000 Gemeindeglieder im Jahr 2040.

Die Kritik der Synodalen richtete sich in der ersten öffentlichen Beratung am Freitag sowohl gegen den Zwang zur Fusion von Gemeinden, gegen die pauschalen Vorgaben des Kirchenleitungspapiers sowie gegen den Zeitdruck. Zugleich entzündete sich ein Streit über die Wortwahl innerhalb der Diskussionsrunde, als beispielsweise von "Erpressung" der Gemeinden die Rede war. "Große Worte", so wandte Matthias Dreßler vom Vorstand des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes ein, zeugten mitunter "von großen Schmerzen in den Gemeinden".

Dass es an der Basis große Sorgen gibt, aber auch Unkenntnis über Möglichkeiten der Strukturentwicklung, davon hätten viele Fragen und Eingaben an die Synode gezeugt, sagte Synodenpräsident Otto Guse dem Sonntag. "Deshalb haben wir uns heute diese zusätzliche Zeit genommen, damit die Synodalen auf einen gemeinsamen Kenntnisstand in den Strukturfragen kommen", so Otto Guse. Schließlich gebe es noch einige Anträge zur Änderung des Kirchgemeindestrukturgesetzes, die den Synodalen bis Sonntag zur Beratung vorgelegt würden. Damit nicht erst am Sonntag die große Diskussion in der Öffentlichkeit beginne, müsse sie jetzt schon verdichtet werden, sagte der Synodenpräsident. Vor Beginn der Diskussion hatte Otto Guse zudem betont, dass die Kirchenleitung durch die Kirchenverfassung das Recht, ja die Pflicht habe, die Stellen- und Strukturplanung der Landeskirche zu entwickeln.

Nach Angaben der Landeskirche erreichten das Landeskirchenamt rund 40 Eingaben zur Strukturreform. Das sei "ungewöhnlich hoch", sagte der Synodale Jörg Hänel vom Ausschuss für Gemeindeaufbau am Freitag. Der Synode liegen einige Anträge zur Beratung am Wochenende vor.  

Auf ihrer Tagung bis Montag erwarten die 80 Synodalen zudem die Berichte der Diakonie Sachsen sowie des Ausschusses für Gemeindeaufbau, Mission und Diakonie zu künftigen Struktureinheiten. Am Sonnabend steht ein Thementag unter dem Motto "Glauben bilden - auf dem Weg in die Kirche von Morgen" auf dem Programm. Im Fokus steht das Verhältnis von Glauben und Bildung. In zwölf Werkstätten wollen die Synodalen mögliche Chancen und Herausforderungen erörtern. Ferner berät die Synode über verschiedene Gesetzentwürfe, darunter der geplante Zusammenschluss der Kirchenbezirke Auerbach und Plauen.

Die Evangelische Schulstiftung übergibt am Sonnabend außerdem einen Förderpreis zum Thema "Raum der Stille". Bewerben konnten sich alle landeskirchlich anerkannten, evangelischen Schulen in Sachsen, die in ihrem Haus einen solchen Raum bereits eingerichtet oder ein konkretes Konzept dafür haben. Nach Angaben der Schulstiftung können bis zu drei Projekte mit einem Preisgeld von insgesamt 14.000 Euro prämiert werden. Die Synode als gesetzgebendes Organ kommt jeweils im Frühjahr und im Herbst zu ihrer Tagung zusammen.

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