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Synode ringt um Erklärung zum Bischofsrücktritt

Diskussion über zwei Anträge anlässlich des Rücktritts von Carsten Rentzing. Deutliche Worte oder reflektierte Sätze stehen sich gegenüber.
Uwe Naumann
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Synode Sachsen
Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Thomas Knittel, stellt am Abend die Erklärung vor. © Uwe Naumann

Einen Tag nach der Verabschiedung des Landesbischofs Carsten Rentzing aus seinem Amt hat sich die Landessynode am Ende ihres zweiten Sitzungstages noch einmal mehrere Stunden mit dem Thema Bischofsrücktritt beschäftigt. Dabei kam einerseits die Anregung aus dem Sozial-Ethischen Ausschuss, dass eine Arbeitsgruppe der Kirchenleitung klären solle, "was ist eigentlich ein wertkonservativer Christ und wo fängt Extremismus an", so der Ausschussvorsitzende Uwe Gerd Liebert. Dies könne eine ganze Zeit dauern, vielleicht sogar Jahre, kündigte Liebert an. Andererseits gab es zwei Vorlagen für Erklärungen, über die die Synodalen intensiv diskutierten. In beiden wurde dankbar zurückgeblickt auf die Amtszeit Rentzings, aber der Umgang miteinander kritisiert. Außerdem wurden in beiden Texten verschiedene Wünsche für die Zukunft geäußert und der Buß- und Bettag als "Gebetstag für das Verständnis untereinander und für die Einheit unserer Ev.-Luth. Landeskirche" benannt.

Doch so ähnlich sich die beiden Erklärungen inhaltlich sind, so sehr trennen sie ihre Formulierungen. Der Antrag des Synodalen Christoph Apitz und weiterer zehn Synodaler zeichne sich durch klarere Worte aus, meinten mehrere Synodale in der Aussprache dazu. Besonders der Hinweis, dass "öffentliche Petitionen gegen Personen und Amtsträger" als "nicht hinnehmbar" bezeichnet werden, kommt in dieser "Kundgebung" genannten Erklärung deutlich zum Ausdruck. Dagegen verzichtet der vom Theologischen Ausschuss formulierte Antrag auf diesen konkreten Verweis auf Petitionen gänzlich. Der Ausschuss hatte den Antrag von Apitz zwar mit als Vorlage genutzt, aber "weitgehend verändert", wie Ausschusvorsitzender Thomas Knittel sagte. Der Theologieprofessor Marco Frenschkowski von der Universität Leipzig meinte zu den beiden Erklärungen, dass das Vorgängerpapier deutlicher auf die Situation reagiere, aber das neue Papier reflektierter sei.

Abgestimmt wurde über keine Erklärung. Vielmehr sollten die Synodalen angesichts der späten Stunde erst eine Nacht darüber schlafen. Erwartet wird eine Abstimmung zur Erklärung am Montag. Dann soll auch ein Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses zu dieser Problematik vorliegen. Darin wird wahrscheinlich auch das Thema Umgang mit Petitionen und Sozialen Medien behandelt.

Eine von Synodalpräsident Otto Guse gegen 22 Uhr angefragte Diskussion zum Bischofsbild, ob das Amt beispielsweise politisch oder unpolitisch ausgefüllt werden sollte, kam nicht mehr zustande. Ein Impuls von Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel mit anschließender Debatte hätte zu viel Zeit erfordert, waren sich die Synodalen einig. Schriftlich lag der Impuls aber auch noch nicht vor.

Am heutigen Sonntag hat die Synode mehrere erste Beratungen von Gesetzen auf dem Programm, darunter auch den Haushaltplan für 2020, der gestern durch lange Diskussionen um die Erweiterung des Landeskirchenarchivs für 6 Millionen Euro nicht geschafft worden war.

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