»Twitter schädlich für die Demokratie«

(epd)
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Gesine Schwan 1. Mai 2011 in Halle (Saale) © EvDa13/Wikipedia

Die Politikwissenschaftlerin und SPD-Politikerin Gesine Schwan sieht in sozialen Netzwerken eine Bedrohung für das gesellschaftliche Gespräch. Die großen Social-Media-Plattformen regulierten die öffentliche Kommunikation, „was doch eigentlich der Würde des Menschen nicht angemessen ist“, sagte Schwan am Donnerstagabend beim Lesefest „Leipzig liest extra“. Sie sei da „ganz altmodisch“.

„Ich finde Twitter ausgesprochen schädlich für die Demokratie, weil es alle verführt, ganz schnell und pointiert etwas zu sagen, bevor man nachgedacht hat“, erklärte Schwan. Generell verursachten die Online-Plattformen das Problem, dass Kommunikation, „die Menschen normalerweise als Bedürfnis haben, nicht mehr gut gelingt“. Sie glaube, dass daher viele Menschen diese neuen öffentlichen Räume mieden, „weil sie das Bedürfnis haben nach authentischer Kommunikation“, sagte die 78-Jährige, die 2004 und 2009 als Bundespräsidentin kandidiert hatte.

Sie sage deswegen nicht, dass alles Digitale schlecht sei, betonte Schwan. Es biete wichtige Instrumente zur Vernetzung, etwa für Nichtregierungsorganisationen. Die großen Plattformen jedoch seien „ganz offensichtlich einfach darauf aus, so viel Macht wie möglich zu kumulieren“. Stattdessen sollte die politische Verständigung als Funktion der Kommunikation „wieder in den Mittelpunkt rücken“, forderte Schwan. Andernfalls sei eigenständige und aufgeklärte demokratische Willensbildung nicht möglich.

Sie wolle dafür werben, „dass die unmittelbare Kommunikation nicht verloren gehen darf“, erklärte Schwan. Diese sei eine Form der Kultur, die nicht untergehen dürfe „unter diesen Machtbedürfnissen und dem rücksichtslosen Drängen danach, noch mehr zu beherrschen“.

Beispielhaft Neues beobachte sie etwa auf der Ebene der Kommunen, sagte Schwan weiter. In diesen noch überschaubaren kommunikativen Räumen gebe es viel Mutmachendes, Menschen, die zusammenfinden, „weil sie ein gemeinsames Projekt haben“. Hier müsse moderne Kommunikation „einen Weg finden, dem zu Diensten zu sein“, erklärte die Politikerin.

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