Weniger Christen mit mehr Geld als je zuvor

Landessynode lässt Haushaltplan 2021 unangetastet – Pfarrer und Kirchenbeamte sollen auf Erhöhung der Dienstbezüge vorerst verzichten
Uwe Naumann
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Landessynode, Grafik, Gemeindeglieder, Entwicklung, Sachsen
Die Anzahl der Mitglieder in der Landeskirche Sachsens hat sich seit 1990 mehr als halbiert. Trotzdem ist sind die Einnahmen durch die Kirchensteuer im gleichen Zeitraum erheblich gestiegen, zeigte sich während der Vorstellung des Haushaltplanes bei der digitalen Tagung der Landessynode. © Screenshot

Das Thema Geld prägte den späten Nachmittag und Abend am ersten Sitzungstag der digitalen Landessynode Sachsens. Traditionell wird auf der Herbstsynode der Haushalt beraten. Diesmal aber hatte ihn die Kirchenleitung im November schon beschlossen und per Verordnung in Kraft gesetzt. Deshalb und wegen des späten Beratungszeitpunkts der Synode jetzt im März riet der Vorsitzende des synodalen Finanzausschusses, Till Vosberg, den Haushaltplan zu diskutieren, aber nicht zu verändern. Zwar stammten die Planungen vom September 2020 und mittlerweile sei bekannt, dass die Einnahmen bei der Kirchensteuer weniger stark einbrechen als damals erwartet: Im Jahr 2020 lägen sie mit 1,3 Millionen Euro nur gut ein Prozent unter dem Plan. Trotzdem wisse niemand, was in diesem Jahr wegen Corona finanziell noch drohe. Und sollten die Einsparungen doch zu groß berechnet worden sein, dann wären die Mehreinnahmen gut für die Rücklage, die weiter aufgefüllt werden müsse, so Vosberg. "Spare in der Not, dann hast Du in der Zeit" drehte der Rechtsanwalt das Sprichwort um und verwies auf die auch künftig weiter sinkenden Gemeindegliederzahlen. "Wir hatten noch nie so viel Geld für so wenig Gemeindeglieder. Das ist nicht erfreulich", konstatierte Till Vosberg. Bei den notwendigen Sparmaßnahmen könne eine gut gefüllte Haushaltrücklage aber für Entlastung sorgen.

So äußerten Synodale wie Annelie Theile und Jürgen Stein zwar Kritik gegenüber einzelnen fehlenden oder verringerten Positionen im Haushaltplan. Sie verzichteten aber darauf, den gegenüber 2020 um rund 11 Millionen Euro kleineren Haushalt noch verändern zu wollen. In erster Lesung stimmten die Synodalen dem Haushaltgesetz mit großer Mehrheit zu.

Ebenfalls in erster Lesung stimmte die Synode zu, die Dienstbezüge von Pfarrern und Kirchenbeamten im laufenden Jahr nicht zu erhöhen. Auch dies hatte die Kirchenleitung bereits per Verordnung in Kraft gesetzt. Das Einfrieren der Bezüge sorgte für einige Diskussionen, ob damit Nachwuchs abgeschreckt werde oder es eher auch als Signal für Solidarität mit anderen Berufsgruppen zu sehen sei. Zugleich wurde deutlich, dass die Bezüge ein Jahr später die Erhöhung zusätzlich nachholen.

Nach diesen beiden Gesetzesberatungen samt der entsprechenden Verordnungen sowie einer Verordnung für Haushaltbeschlüsse auf Kirchenbezirksebene in Corona-Zeiten hatte die Landessynode ihre Tagesordnung abgearbeitet. Gegen 21.30 Uhr war der erste Sitzungstag beendet.

Am Sonnabend kommen die Synodalen 9 Uhr zu einem geistlichen Impuls zusammen und beginnen 9.30 Uhr mit der digitalen Sitzung im Plenum. Auf der Tagesordnung stehen dann Informationen zum Arbeitsstand der Arbeitsgruppe der Kirchenleitung "Unterscheidung von wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus" sowie die zweiten Lesungen der am Freitag beratenen Kirchengesetze. Der dritte Sitzungstag der Landessynode soll am 16. April als Präsenztagung wieder im Haus der Kirche in Dresden stattfinden. Dann sollen Vertreter in verschiedene kirchliche Gremien gewählt werden.

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