Die Qual vor der Wahl

Von Christine Reuther
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Das Wort Heimat liest man auf vielen Wahlplakaten – unterschiedlichster Parteien. Auch mit dem Thema Sicherheit wird versucht zu punkten. Sogar bei einer Partei, die während ihrer Regierungsbeteiligung den Abbau von Stellen bei den Sicherheitskräften mit unterstützte. Zum Thema Kindergarten und Schule haben alle Parteien etwas zu sagen – und sie liegen dabei gar nicht so weit auseinander. Doch um das zu erfahren, müsste man die einzelnen Wahlprogramme lesen. Aber die kommen im Straßenwahlkampf nicht vor.

Wen soll man also wählen am Sonntag? Die Landeszentrale für politische Bildung hält einen Wahl-O-Mat bereit. Und wie sie am Montag vermeldete, haben schon über 170 000 Sachsen diesen genutzt, um ihre Vorstellungen vom Leben in Sachsen denen der zur Wahl stehenden Parteien gegenüberzustellen. Woran man sieht: Nicht nur die Parteien müssen sich abmühen vor einer Wahl. Auch wir Wähler haben eine Aufgabe. Und die ist mit dem Hingehen und Ankreuzen nicht getan.

Wähler zu sein, ist eine hohe Verantwortung. Mit die höchste in der Demokratie. Doch wer macht sich schon die Mühe, Wahlprogramme von zum Teil über hundert Seiten zu lesen. Und welche Partei streut die ihren so weit, dass die Wähler unkomplizierten Zugang dazu ­haben?

Die Medien immerhin tun ein Mögliches, um den Parteien und ihren Spitzenkandidaten auf den Zahn zu fühlen. Auch in diesem Sonntag ist zu lesen, was die einzelnen Parteien zu Themen, die Christen bewegen, zu sagen haben. Doch die Qual der Wahl kann uns Wählern niemand abnehmen. Und auch nicht die Mühe, sich verantwortungsvoll mit dem Angekündigten auseinanderzusetzen.

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5 Lesermeinungen zu Die Qual vor der Wahl
Gert Flessing schreibt:
30. August 2014, 9:57

Wahl in Deutschland
Sie gehen zur Urne. Was werden sie wählen? Wer wird ihnen ab morgen die Zukunft stehlen?
Wer sitzt bei ihnen ab morgen am Tisch?
Wie viele wählen nicht Fleisch und nicht Fisch.
Sie haben die bunten Plakate gesehen. Ist das der Grund, dass sie wählen gehen?
Sie lasen Parolen, die nichts bedeuten. So mancher hörte die Glocken schon läuten, ohne zu wissen, wo sie denn hängen.
Nein! Lasst euch doch nicht einlullen und drängen. Gebt nicht auf die Parolen nur acht, sondern auf das, was der Einzelne macht.
Befragt doch den, dem die Stimme ihr gebt. Vielleicht, dass ihr dann keine Enttäuschung erlebt.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
30. August 2014, 13:22

Aber nur vielleicht!

Gert Flessing schreibt:
31. August 2014, 21:43

Ich höre das Gehammer jetzt schon wieder.
Aber:
Nach der Wahl

Sie haben die Stimme abgegeben. Nun sind sie sie los. So ist das im Leben.
Obwohl sie nun eigentlich schweigen müssten, plappern sie weiter von ihren Gelüsten.
Sie hatten die Wahl. Doch was wird das schon bringen? Ich sehe voll Qual: Nichts wird recht gelingen.
Jene, die jetzt ihre Stimme bekommen, die haben sie dankbar zwar hingenommen. Doch sind sie so hohl, wie`s die anderen waren.
So drohen uns wohl die alten Gefahren.
Die einen, die schweigen und sich verweigern, die andern, die sich ins Jammern rein steigern.
Sie haben ja nun keine Stimme, die Armen. Doch hab ich mit ihnen überhaupt kein Erbarmen.
Gert Flessing

Fritz Mauthner schreibt:
02. September 2014, 10:33

"Ich hatte mir die Sache eigentlich noch leichter vorgestellt. Ich hatte geglaubt, den schlechten Dichtern gäbe es Gott im Schlafe, sie brauchten überhaupt gar kein Studium, um ihrem Beruf mit Erfolg zu fröhnen. Es mag auch wohl einzelne solcher gottbegnadeten schlechten Dichter geben. In einer wissenschaftlichen Klassifizierung der sogenannten Minusdichter würden sie die Gattung der Natur-Minusdichter ausmachen."
Aus meinem Traktatus: "Die Kunst, in 24 Stunden ein schlechter Dichter zu werden" , Berlin 1886

Gert Flessing schreibt:
03. September 2014, 21:00

Danke, das man auch noch aus dem Jenseits einer Kritik gewürdigt wird.
Gert Flessing

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