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Studentenpfarrer fordern Rücktritt von de Maizière aus Kirchentagspräsidium

Die Kritik des Bundesinnenministers am Kirchenasyl geht Mitarbeitern der deutschen Studentengemeinden zu weit
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Die Hauptamtlichenkonferenz des Verbandes der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) in Deutschland fordert den Rücktritt von Thomas de Maizière (CDU) aus dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Auf ihrem Treffen in Konstanz hieß es zur Begründung: "Thomas de Maizière hat sich mit seinen fortgesetzten Angriffen gegen die Institution des Kirchenasyls nachhaltig diskreditiert. Kirchenasyl ist kein paralleles Rechtssystem, sondern dient im Gegenteil der Verfeinerung und Humanisierung rechtsstaatlicher Praxis."
 
Die Gleichsetzung des Bundesinnenministers von Kirchenasyl und Scharia treibe einen Keil zwischen ChristInnen und MuslimInnen sowie Kirche und Gesellschaft, so die Konferenz der hauptamtlichen ESG-Mitarbeiter weiter. "Das halten wir für unsäglich und nicht hinnehmbar."
 
Die Studentenpfarrer verweisen auf die Zustände an Europas Außengrenzen, die europäische Flüchtlingspolitik und die Toten an Europas Außengrenzen. "Wer Barmherzigkeit für eine Privatangelegenheit hält, ist nicht geeignet, den Protestantismus öffentlich zu repräsentieren. Wir fordern Thomas de Maizière deshalb auf, aus dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages zurückzutreten."

 

 

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6 Lesermeinungen zu Studentenpfarrer fordern Rücktritt von de Maizière aus Kirchentagspräsidium
Zweitleser schreibt:
27. Februar 2015, 22:15

"Die Gleichsetzung des Bundesinnenministers von Kirchenasyl und Scharia treibe einen Keil zwischen ChristInnen und MuslimInnen sowie Kirche und Gesellschaft, so die Konferenz der hauptamtlichen ESG-Mitarbeiter weiter. "Das halten wir für unsäglich und nicht hinnehmbar.""

Das freut doch eines Zweitlesers Herz, dass hier im SONNTAG solche Wahrheiten verkündet werden dürfen. Bei IDEA ist er nämlich mit ähnlichen Gedanken immer der Zensur zum Opfer gefallen, obwohl es die in der Welt der "Wertkonservativen" gar nicht gibt, wie rosenkranzartig beteuert wird.

A.Rau schreibt:
27. Februar 2015, 22:46

Lieber Zweitleser, wenn der Bundesinnenminister Kirchenasyl und Scharia gleichsetzt, treibt er doch keinen Keil zwischen ChristInnen und MuslimInnen - im Gegenteil, er versöhnt und vereinigt sie. Denn beide stellen ihre Religion über das Grundgesetz und verfeinern und humanisieren so die rechtsstaatliche Praxis! Das sollte Sie bzw. die Konferenz der hauptamtlichen ESG-Mitarbeiter doch hoch erfreuen!

A.Rau

A.Rau schreibt:
27. Februar 2015, 22:36

Nun ja, lieber Paul, genau das ist es, was ich als "strukturelles Mobbing" bezeichne. Wenn wir hier etwas herumschimpfen, interessiert das keinen. Wenn die SBI es nicht übertreibt, darf auch sie etwas meckern. Aber dort, wo die Musik wirklich spielt, dürfen nur B-Weisen angestimmt werden. Wer da aus der Reihe tanzt, fliegt aus der Kapelle; bzw. er wird erst gar nicht aufgenommen. Hier haben Sie eine gute Gelegenheit, für die Freiheit der Andersdenkenden zu schreien.

Gute Nacht!
A.Rau

Dietrich M. schreibt:
27. Februar 2015, 22:55

Ein Bundesinnenminister kann die Aushebelung des Rechtsstaates nicht befürworten. Die Bildung von parallelen "Rechtssystemen" ist eine Aushebelung des Rechtsstaates.

Paul schreibt:
28. Februar 2015, 19:35

A.Rau schreibt:
27. Februar 2015, 22:36
Lieber Herr Rau,
ich verstehe Sie nicht ganz. Sie meinen, dass Thomas de Maizière ein A-Christ ist? Das würde mich sehr erstaunen – sowohl, wenn Sie dies glaubten als auch, wenn er es wäre.
Sie meinen, beim Kirchentag spielt die Kapelle? Sie haben ja eine richtige Liebe zu dieser Veranstaltung. Ich persönlich will mit dem Kirchentag nichts zu tun haben.
In der Sache finde ich das richtig, was da beschlossen wurde. Und Thomas de Maizière ist sicher nicht der Mann, der von Paul in Schutz genommen werden muss. Was er gesagt hat, war unsäglich – mittlerweile schlägt er ja andere Töne an. Selbst das Alte Testament kennt Asylstädte – ein A-Christ kann er also nicht sein. Nein, hier sehe ich keinen Grund zu schreien. (Vielleicht das: Letztens habe ich einem Bremer Pfarrer gegenüber den letztens hier verhandelten anderen Pfarrer – den Sie so gut fanden – verteidigt. Natürlich fand ich ihn in der Sache eine Katastrophe. Aber sein Recht, es so zu sagen – auch, wenn es falsch ist – steht ihm zu. Und ich habe mich da schon etwas angefeindet gefühlt für meine relativierende Sicht – auch eine witzige Erfahrung. Ein bisschen verstehe ich, wie Sie sich manchmal auf Ihrer Seite fühlen. Aber da die meisten auf Ihrer Seite ja nicht anders sind, steht es 1:1 – gegen die Aufklärung.)
Herzlich
Ihr Paul

A.Rau schreibt:
28. Februar 2015, 21:53

Lieber Paul, weder weiß ich, ob de Maizière ein A- oder B- oder C- oder X-Christ ist, noch spielt das hier eine Rolle. Er ist im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und tanzt aus der Reihe. Und sofort stellt B die Machtfrage; sprich: er soll dort rausfliegen. Außerdem spielt die Kapelle nicht beim Kirchentag sondern die Kapelle des Kirchentages spielt in dessen Präsidium.

Zur Sache selber, dem Kirchenasyl kann ich nichts sagen. Davon habe ich keine Ahnung.
A.Rau

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 2015 | 1.1.2015 Artikel drucken

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