45

Mehr Moral in den Medien!

Von Stefan Seidel
  • Artikel empfehlen:

Es scheint so, als beginnt das neue Jahr so, wie das alte aufgehört hat: mit dem Aufheizen der gesellschaftlichen Krise. In der erst­en Januar-Ausgabe der Wochenzeitschrift »Der Spiegel« fand sich ein langer Beitrag unter dem Titel »Warum ehemalige Bürgerrechtler sich jetzt bei der AfD engagieren«. Darin werden verschiedene Dissidenten von einst porträtiert – und in die Nähe von Pegida und AfD gerückt. Auch Michael Beleites findet sich darunter. Der frühere sächsische Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen wird dabei in die rechte Ecke gestellt – aufgrund seines Versuchs, die neuartigen Proteste zu verstehen. Und aufgrund eines Vortrages bei einer Burschenschaft. Doch weder der erwähnte Vortrag noch seine Äußerungen zu Pegida lassen den Schluss zu, den der »Spiegel«-Autor zieht: »Früher beriet er Greenpeace und die Grünen, jetzt verstrickt er sich immer weiter in seiner rechten Gedankenwelt.«

Nach Erscheinen des Artikels war die Aufregung groß. Beleites hatte ein neues Etikett. Er veröffentlichte eine Entgegnung: »Ich war nie Mitglied der AfD oder einer ihr nahestehenden Organisation und habe mich nie bei der AfD engagiert. Also in meinem Fall handelt es sich um eine Verleumdung auf der Grundlage einer gezielten Falschdarstellung.« Und weiter schreibt Beleites: »Ebenso unzutreffend und diffamierend ist die Unterstellung einer ›rechten Gedankenwelt‹.«

Es wird deutlich: so tragen Medien nicht zu einer konstruktiven Lösung der Gesellschaftskrise bei. Wollen sie noch eine demokratieförderliche Rolle spielen, sollten sie auf reißerische und verzerrende Darstellungen verzichten. Denn sonst spielen sie nur den Radikalen in die Hände. Es ist an der Zeit, dass in den Medien moralische Standards eingehalten werden.

Diskutieren Sie mit

45 Lesermeinungen zu Mehr Moral in den Medien!
Beobachter schreibt:
06. Februar 2018, 8:26

Lieber nachtschwärmender Michel, wo Sie recht haben, da haben Sie Recht.
ZDF, ARD und DLF (und die vielen tollen Zeitungen, die wir in diesem Lande haben) erinnern sehr an die "Aktuelle Kamera und ND! In d i e s e n angeblich "unabhängigen" Medien wird gelogen, was das Zeug hält!
Ja, Hetzer bleiben Hetzer, Verblödung bleibt Verblödung, und Lügen bleiben Lügen. Basta.

Manfred schreibt:
06. Februar 2018, 12:21

Lieber Nachtschwärmer, SIE dürfen eine Einzelmeinung haben.
Dies ist in einer Demokratie so.
Die Anhänger des Schwarzen Kanals mit dem Populisten von Schnitzler, hatten auch so argumentiert, wie SIE es machen.
Nein, wir haben „aus meiner Sicht“ keine freie Presse.
Ich habe bis heute keine Kritik gelesen, warum so ein Flegel, Hofreiter von den Grünen, nicht bei seinem Ausraster zur Ordnung oder gegeben falls des Saales verwiesen worden ist.
Die heutigen Medien haben sich einen Pressekotex auferlegt, der nichts anderes besagt, als vieles unter der Decke zu halten.
Objektive Fragen, welche auch die Bundesregierung in Berlin kritisch hinterfragen würde, sind absolute Fehlanzeige.
Viele Schreiberlinge haben „vielleicht“ Angst, dass sie keinem Interview mehr bekommen könnten. Jede Kritik von Menschen, welche die Gegenwart in Deutschland anders oder kritisch sehen, werden auch von diesen Medien als rechte (zum Teil als Nazis) dargestellt.
Aber, und dies ist eben die Marktwirtschaft, haben diese „objektive“ Medien ganz erhebliche Umsatzeinbußen, die bei verschiedenen Medien zu einer Existenzbedrohung wird.
Hier bin ich froh, dass die Marktwirtschaft wirkt.
Auch die öffentlich-rechtlichen Medien wären schon längst in dieser Situation, wenn es nicht die Zwangsabgabe (Steuer) für alle Bürger gäbe.
Auch dies wird sich ändern, da bin ich mir ganz, ganz sicher.
@Nachtschwärmer, SIE sollten an ihrem nicht gutem Vokabular arbeiten!

Beobachter schreibt:
06. Februar 2018, 15:23

Lieber Manfred, es geht ja noch viel weiter, als daß nur ein paar Schreiberlinge sich selbst einen "Pressekotex" auferlegen. Nein, schon vor Jahren ging es ja schon mal durch die Medien, daß Leute, die kritisch über unser aller Mutti berichteten, beim nächsten Auslandstrip nicht mehr mitfliegen durften. Da kann man sich vorstellen, was da heute so alles an Maasregelungen mit Kahanehilfe abgeht!

Johannes schreibt:
20. Februar 2018, 23:38

Da Sie doch so schöne Wortspiele kennen wie Karl Eduard von Knack, Maasregelungen oder Kahanehilfe: Was meinen Sie den mit Presse-kot-ex?

Beobachter schreibt:
21. Februar 2018, 9:00

Wo habe ich was von Sch. ... geschrieben?

Johannes schreibt:
21. Februar 2018, 13:14

Beobachter schreibt:
06. Februar 2018, 15:23
.. daß nur ein paar Schreiberlinge sich selbst einen "Pressekotex" auferlegen... Ich kannte bisher nur ...Codex... Oder meinten Sie: "Kotex is a brand of feminine hygiene products" (Wikipedia)?

Beobachter schreibt:
22. Februar 2018, 11:00

Wenn Sie keine anderen "Probleme" haben!

Manfred schreibt:
22. Februar 2018, 18:39

Lieber Johannes, da scheinen SIE nicht alles richtig zu kennen!
http://www.zeit.de/2013/41/pressekodex-straftaeter-herkunft
Die Welt wird eben immer komplizierter!

Johannes schreibt:
22. Februar 2018, 20:50

Lieber Manfred, Sie können sich darauf verlassen, dass ich einigermaßen lesen kann. Ich habe die Mittelschule mit "gut" abgeschlossen. Natürlich kann ich,entgegen Ihrem Augenschein, manches richtig erkennen. Ich weiß auch dass man Codex auch mit k schreiben kann, wie es die "Zeit" tut. Aber so kompliziert ist die Welt eben doch nicht, dass man den Unterschied zwischen CODEX und KOTEX nicht erkennen könnte. Haben Sie schon mal gegoogelt nach Kotex? Und jetzt nennen Sie mir bitte noch die Jounalisten, die sich einen PresseKOTEX vereinbart haben. Ich kenne ein wenig die "Lügenpresse", aber die KOTEX-Anhänger unter den Journalisten/Innen sind mir noch nicht begegnet.
Freundlichst
Johannes

Manfred schreibt:
23. Februar 2018, 10:30

Lieber Johannes, ich habe doch nicht behauptet, dass SIE nicht lesen können.
Heute sind viele Ausdrücke für ältere Menschen nicht mehr so geläufig (auch für mich nicht!).
Einen Journalisten kann kaum einer kennen, der sich an dieser Pressekodex hält oder nicht hält. Wenn sie diese „Anweisung“ schon einmal gelesen haben und versucht haben, diesen auch zu verstehen, so kann ich für die schreibende Zunft nur meine Hochachtung zollen.
Es können da nur noch unkritische Berichte gegen die Machthaber herauskommen, wobei einzelne kritische Aussagen zu nehmen (als Meinung gezeichnet).
Auch gegen unsere Sonnenkönigin.
Die Medien waren einmal ein Kontrollorgan gegen die Mächtigen der Welt, inzwischen hat es sich (meine Meinung!) geändert.
Wir haben vor kurzem die Lüge der Bildzeitung über den Jusos-Chef der SPD zur Kenntnis nehmen können.
Es wird mit allen Mittel der Meinungshoheit gearbeitet.

Seiten

Umfrage
Sollten zehn Prozent des Einkommens an die Kirche fließen?

Folgen Sie Sonntag Sachsen:

Aktuelle Veranstaltungen
  • , – Chemnitz
  • Unternehmer Morgen Gebet
  • Heilsarmee
  • , – Bautzen
  • Mittagsmusik
  • Dom St. Petri
  • , – Leipzig
  • Gemeinsames Kochen und Mittagessen
  • Offener Seniorentreff der Ök. Sozialstation
Audio-Podcast

Der Twitter-Sonntagticker
Sonntag Sachsen @sonntagticker
111 Jahre Kirchliche #Frauenarbeit in der Sächischen Landeskirche – ein Grund zum Feiern, auch wenn noch einiges be… https://t.co/Ff6DF9tHVe
vor 4 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Pilgern auf dem #Lutherweg in Sachsen mit dem evangelischen Landesbischof #Rentzing mit Landtagspräsident #Rößler:… https://t.co/fGLs0aVjeQ
vor 5 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Geld aus dem SED-Vermögen für die #Busmannkapelle #Dresden – sie ist Gedenk- und Erinnerungsort an die älteste Kirc… https://t.co/ncqXSYP1gy
vor 5 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Morgen starten in #Sachsen viele #Erstklässler ihre #Schulzeit. Die einen starten mit reich bepackter #Zuckertüte,… https://t.co/T8e3VA7bEE
vor 8 Tagen