Vorauseilende Liebe

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist als wir noch Sünder waren. (Römer 5, Vers 8)
Jens Ullrich
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Jens Ullrich ist Jugendwart im Kirchenbezirk Aue. © Steffen Giersch

Wer gern mit anderen auf Tour ist, weiß: Vorauseilendes Wandern kommt nicht gut an. Die Zurückbleibenden verlieren den Elan. Dagegen kommt vorauseilender Pessimismus oft sehr gut an. Doch er blockiert neue Ideen. Diese stecken scheinbar hinter vorauseilendem Gehorsam. Aber da sind nur Unterwürfigkeit und Gruppenzwang. Ist das Vorauseilen also immer negativ?

Paulus weiß es besser: Es gibt die vorauseilende Liebe Gottes! Das ist wirklich eine außergewöhnliche Liebe. Wir lieben andere Menschen, wenn sie in unseren Augen liebenswert sind. Sie müssen es wert sein. Das ist unsere Bedingung. Gottes bedingungslose Liebe dagegen gilt allen Menschen. Sie ist unabhängig von Sympathie und Antipathie. Gott hat uns bereits geliebt, als er uns erdacht und erschaffen hat. Noch bevor wir atmen konnten, schenkte er uns in Jesus das ewige Leben. Er liebte uns bereits, als wir weder IHN noch unseren Mitmenschen lieben konnten. Können wir das eigentlich jetzt? Die Voraussetzung dafür hat Gott erfüllt.

Drei Verse vor unserem Wochenspruch lesen wir, »die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist«. Bedingungslose Nächstenliebe ist also keine Frage unseres Könnens, sondern unseres Willens und unserer Entscheidung. Dabei sind es meist gar nicht die großen Taten, sondern kleine Schritte und Gesten vorauseilender Liebe: ein freundlicher Blick, ein offenes Ohr, ein ermutigendes Wort, eine helfende Hand. So wird Vorauseilen viel positiver, als ursprünglich gedacht: vorauseilendes Vertrauen, vorauseilende Gutmütigkeit, vorauseilende Hilfsbereitschaft ...

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1 Lesermeinungen zu Vorauseilende Liebe
Gert Flessing schreibt:
22. Februar 2018, 20:07

Da Gott uns zuerst geliebt hat, ist alles, was wir tun können, immer ein "nachlieben".
Freilich müssen wir damit nicht warten, bis jemand uns liebt.
Ein freundlicher Blick, ein offenes Ohr, ein ermutigendes Wort. Das können wir alle, immer wieder und jederzeit für andere Menschen übrig haben.
Wir können es, denn wir sind von Gott freundlich angesehen. Gott hört uns immer zu und sein Wort gibt uns jeden Tag Kraft.
Wir müssen es nur wollen.
Wir müssen es so sehr wollen, das uns die bösen Worte im Halse stecken bleiben, die wir manchmal anderen sagen wollen, weil sie uns nicht genehm sind.
Der "Kampf" ist einer, den wir mit uns selbst führen müssen. Er richtet sich gegen das Gefühl, Gott nicht zu genügen, das manchen bitter werden lässt.
Aber wir genügen Gott, weil er uns, in Jesus Gnade schenkt und Liebe.
Wohl dem, der das erkennt und diesen Kampf nicht verliert.
Er kann dann auch, der Liebe Gottes folgend, viel freier mit seinen Mitmenschen umgehen, denn Liebe schenkt Freiheit.
Gert Flessing

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