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Die Dunkelheit ausleuchten

Wochenspruch: Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint. 1. Johannes 2, Vers 8b
Christian Wolff
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Christian Wolff ist Pfarrer in Ruhe und lebt in Leipzig. Foto: Armin Kühne
Christian Wolff ist Pfarrer in Ruhe und lebt in Leipzig. © Armin Kühne

Wer das Leben in Licht und Finsternis einteilt, setzt sich nicht zu Unrecht dem Vorwurf des Fundamentalismus aus: die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Schwarz-Weiß-Malerei steht im Verdacht, die Vielfalt des Lebens einzu­ebnen.

Der Gedanke aus dem Johannesbrief ist aber durchaus differenziert. Er geht davon aus, dass Licht und Finsternis nicht getrennte Bereiche sind. Vielmehr scheint das Licht in der Finsternis und verdrängt diese. Darum ist Jesus in die dunklen Bereiche der Gesellschaft gegangen und hat durch sein Licht Menschen geheilt, aufgerichtet, einen Weg aus der Finsternis gewiesen.

Der Wochenspruch verdeutlicht, was durch den Glauben geschieht: im besten Sinne Aufklärung. Das, was im Dunkeln unerkannt das Leben zerstört, kommt ans Licht, kann erkannt und so überwunden werden: anonyme Mächte, rechtsnationalistische Ideologien, ungerechte Strukturen.

Im Licht leben bedeutet aber nicht: Wir sind die Besseren. Vielmehr können wir als aufgeklärte Menschen wissen, wie wir Menschen den Geboten Gottes angemessen ein ihn ehrendes und menschenwürdiges Leben gestalten und den nahen und fernen Nächsten achten.

Darum gehört der Satz, der sich an den Wochenspruch anschließt, unbedingt mit bedacht: »Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist in der Finsternis.« Wer sich in seiner Gläubigkeit nur sonnen, ansonsten aber nicht zur Kenntnis nehmen will, wie es um ihn selbst und diese Welt steht, um den wird es schnell ziemlich dunkel. Darum gilt es, das Licht des Glaubens dazu zu nutzen, die Dunkelheiten aufzusuchen und auszuleuchten. Die Menschen werden es uns danken.

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