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Für unsere Enkel

Zukunft: Angesichts der immensen Bedrohung durch den Klimawandel demon­strieren nicht nur freitags die Schüler. Auch ältere Menschen haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen gegensteuern. Damit die Enkel eine bewohnbare Erde behalten.
Von Ulrich Kasparick
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Mädchen und Jungen bei einer »Fridays for Future«-Demonstration in Dresden am 15. März 2019. © Steffen Giersch

Als es die weltweite Bewegung der Schüler »Fridays for Future« noch nicht gab, im September 2017, wurde an einem Laptop im Pfarrhaus in Hetzdorf/Uckermark das europäische Netzwerk »Fuer-unsere-Enkel.org« gegründet. Mittlerweile arbeiten wir in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Belgien, Frankreich und anderen Ländern.

Die Idee kam von Nelson Mandela und Kofi Annan. Mandela hatte, als er aus dem aktiven Dienst ausschied, das weltweite Netzwerk »The Elders« (»Die Älteren«) gegründet. Er versammelte darin ehemalige Präsidenten, Vorsitzende, Minister – kurz: Menschen, denen er im Laufe seines politischen Lebens begegnet war und die, wie er, nicht mehr im aktiven Dienst standen. Er versammelte sie im Netzwerk »The Elders«, um Einfluss zu nehmen und die junge Generation zu unterstützen. Denn: alleine würden es die Jungen nicht schaffen. Sie brauchen unsere Unterstützung. Genau darum geht es auch beim europäischen Netzwerk »Fuer-unsere-Enkel.org«.

Ich habe im Laufe meines beruflichen Lebens viele Menschen kennen- und schätzen gelernt. Nun, im »Ruhestand«, will ich meine berufliche Erfahrung und die zahlreichen Kontakte in einem Netzwerk zusammenführen, das sich um das größte Problem unseres Jahrhunderts kümmern soll: den Klimawandel.

Ältere Menschen, die ihr Berufsleben abgeschlossen haben oder demnächst abschließen, verknüpfen sich, um die junge Generation bei ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels zu unterstützen.

Selbstverständlich sind wir mit anderen Netzwerken verknüpft: mit »The Elders« natürlich, von denen stammt schließlich der Impuls; dann mit dem weltweiten Netzwerk des Nobelpreisträgers Bill McKibben, das sich »350.org« nennt; natürlich sind wir mit »ParentsForFuture«, »FridaysForFuture«, »ScientistsForFuture« und »GrandparentsForFuture« verknüpft, aber auch mit den weltweit arbeitenden Netzwerken, die sich vor allem um »Divestment« kümmern, also den Abzug von Geldern aus fossilen Energien. Zahlreiche Kirchen weltweit engagieren sich vor allem im »Divestment«, ziehen also eigene Rücklagen aus Kohle, Öl und Gas ab und legen das Geld in erneuerbaren Energien an. Ein sehr intelligenter Ansatz, der seine gewaltige Potenz schon einmal bei der Bekämpfung der Apartheid unter Beweis gestellt hat.

»Für-unsere-Enkel.org« wurde in einem Pfarrhaus gegründet, versteht seine Arbeit aber als überkonfessionell und auch parteiübergreifend. Wir verbinden uns in ganz Europa mit vor allem älteren Menschen, die ihre Ressourcen (Zeit, Erfahrung, Geduld, vielleicht sogar Geld) dem Kampf gegen den Klimawandel widmen und die junge Generation in ihrem Kampf um eine lebenswerte Welt unterstützen wollen.

Wir beginnen nicht bei Null. Wir können anknüpfen an die Erfahrungen aus dem Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Wir verstehen unseren Auftrag darin, den »Garten«, in den wir als Menschen hineingesetzt wurden, »zu pflegen und zu bewahren«. Es geht um Schöpfungsglauben konkret.

Immer mehr Kirchgemeinden schließen sich dem an. Sie verpachten ihre Äcker an ökologisch wirtschaftende Landwirte; sie pflanzen Hecken an ihren Feldern; sie ziehen ihre Rücklagen aus fossilen Investments ab und investieren in Erneuerbare; sie geben sich Klimagesetze. Die müssen nun allerdings auch umgesetzt werden – da ist noch viel Arbeit. Jeder, der bei Fuer-unsere-Enkel.org mittun möchte, ist herzlich eingeladen.

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