Leben im Licht von Ostern

Ostern: In der Not dieser Zeit stellt sich die Frage, wie Zuversicht gewonnen werden kann. Am Ostermorgen wurde sie geweckt. Sie lässt uns auf die Liebe Gottes vertrauen.
Von Thilo Daniel
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Leben im Licht von Ostern
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Bleiben Sie zuversichtlich!« Diesen Wunsch habe ich in der vergangenen Woche mit auf den Weg gegeben bekommen. Es ist ein Zu-spruch, der auf die Zu-versicht setzt. Die »Zuversicht« gibt es schon seit dem Mittelalter in unserer Sprache. Das Wort »zuversichtlich« sagt etwas über die Sehweite, die Blickrichtung und über die Betrachtungsweise aus. Martin Luther hat der Zuversicht in der Übersetzung eines der Predigtworte vom Palmsonntag einen festen Platz eingeräumt: »Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht« (Hebräerbrief 11,1).

Glaube ist wirklich gerechtfertigt. Unsere Hoffnung ist berechtigt. Der Glaube hat einen Halt wie ein Schiff den Anker (Hebräerbrief 6,19). Johann Andreas Rothe hat diesen Gedanken in einem unserer Gesangbuchlieder angesprochen: »Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält.« Das ist die Zuversicht, die an Ostern lebendig wird. Am Ostermorgen war sie noch nicht vorhanden. Die Menschen, die Jesus nachfolgten, waren verunsichert und auch auf Abstand gegangen. Es war nicht klar, wie es weitergeht. Unklarheit in der Dämmerung. Es dämmerte noch nicht. Sie waren »schwer verstört« (so Friedrich Rückert im Palmarum-Wochenlied, EG 14). Noch haben sie nicht die Aussicht, als Gemeinde zusammenzukommen. Es fehlt die Mitte des Glaubens. Sie erkennen Christus noch nicht und das eigentliche Leben. Doch er wendet sich ihnen zu und spricht zu ihnen. Er wendet sich Maria aus Magdala zu, die den Jüngern am Ostermorgen vorausgeht. Er wendet sich dem zweifelnden Thomas zu, der es als Apostel am weitesten bringen wird. Bis nach Indien wird er die Osterbotschaft tragen.

Erst im Licht von Ostern wird auch für uns Klarheit kommen. Mir sind vor allem diejenigen im Sinn, die jetzt in der Karwoche in Nöten sind und die wir nicht in die Arme schließen können. Uns sind dieser Tage Menschen vor Augen, die der Zuwendung bedürfen. Wir wissen sie in der Nähe und der Ferne. Wir wissen, dass rund um den Erdball viele von einer Krankheit betroffen sind, die wir noch gar nicht wirklich kennen. Die Lösung ist noch nicht vor Augen. Mit der Zuversicht des Glaubens dürfen wir auf die Vorsehung Gottes vertrauen. Was er für uns vorsieht, kommt aus seiner Liebe. Am Ostermorgen wendet er sich uns aufs Neue zu. Unser Wort für diese Zuwendung, die ganz von Herzen kommt, ist die Liebe. Ihr Zeichen ist in unserem Glauben das Kreuz. Es zeigt an, wie wir mit Gott verbunden sind und im Glauben untereinander. Diese Verbindung überwindet alle Kontaktsperren, die uns hindern. Dieser Tage zeigt sich, dass es diese Unterbrechung auch der Liebe halber gibt. Die Maßnahmen, die unser übliches Leben unterbrechen und die auch unsere Gottesdienste und die Feier des Abendmahls betreffen, sie sind ja nicht nur ein Zeichen der Trennung. Sie sind auch ein Zeichen der Fürsorge und der Barmherzigkeit. Überstehen können wir die Unterbrechung des gemeinsamen Lebens mit der Zuversicht, dass die Liebe die stärkste Kraft überhaupt ist. Die Osterberichte der Evangelien zeigen das immer wieder Verblüffende der Liebe. Was mich bewegt: Sparsamkeit ist vielleicht eine Tugend. Aber an der Liebe müssen wir nicht sparen. In keinem Bereich des Lebens. Wir müssen sogar für sie streiten. Das müssen wir um Gottes willen. Er macht uns zuversichtlich, dass uns das gelingt. Am Ostermorgen wird mit uns die Zuversicht geweckt. Osterlicht und Osterläuten bleiben auch in diesem Jahr nicht aus.

Der Benediktinerabt Notker Wolf hat das so dargestellt: »Christus/Steht/Mit ausgebreiteten Armen/da/und lädt/alle ein,/die/vom/Rest/der Menschheit/abgelehnt/werden« (aus: N. Wolf: Läuft. Adeo Verlag 2016).

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