Beten in Zeiten von Corona

Anke von Legat
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Not lehrt Beten – das alte Sprichwort scheint sich in den vergangenen Wochen zu bewahrheiten. Die brennenden Kerzen in geöffneten Kirchen sprechen von vielen Bitten, die in den Himmel geschickt werden. In manchen Fällen legt uns die Not selbst die Worte in den Mund: »Lass mich gesund werden« oder »erhalt mir meine Arbeitsstelle«. Aber auch viele, die nicht ganz so existenziell betroffen sind, spüren jetzt den Wunsch zu bitten – um Bewahrung und Halt, um Kraft und gute Entscheidungen, um ein Ende der Not.

Allerdings trifft der Satz »Not lehrt Beten« nicht wirklich den Kern, denn Beten selbst muss man nicht lernen. Was uns die Not der Corona-Pandemie hingegen lehrt, ist ein neuer Blick darauf, wie schwankend der Boden unter unseren Gewissheiten ist, auf die wir unsere Zukunft bauen. Sie zeigt uns, dass wir unser Leben nicht selbst in der Hand haben, sondern Mächten ausgeliefert sind, die wir nicht beherrschen. Das Gebet ist die Antwort auf diese Erfahrung. Wenn wir beten, geben wir unsere Selbstsicherheit und Selbstbezogenheit auf und gestehen ein, dass wir bedürftig sind. Damit wenden wir uns an einen anderen – an den, der diese Welt in seiner Hand hält: an Gott. Wie wir ihn anreden, spielt keine Rolle. Wichtig ist das Reden selbst, weil es Ausdruck von Nähe und gelebter Beziehung ist.

Wer dabei nach Worten sucht, sich unbeholfen fühlt oder unzulänglich, ist damit nicht allein. Schon Paulus schrieb im Römerbrief: »Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich‘s gebührt«. Paulus zieht dann aber nicht die Not als Lehrmeisterin für das Gebet heran, sondern den Heiligen Geist: »Der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.« Das macht Mut – für das eigene Gebet und für die Zukunft.

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