Kirche in Zeiten des Streits

Von Philipp Greifenstein
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In vielen Orten finden derzeit regelmäßig Demonstrationen von rechtsextremen Gruppen statt, deren Botschaften zielgenau an den Ängsten der Bevölkerung andocken. Auch in Kirchgemeinden fragen sich viele Menschen, wie mit Verwandten, Bekannten und Glaubensgeschwistern umzugehen ist, die in den vergangenen Jahren oder Monaten »gekippt« sind – sich haben einfangen lassen von einfachen rechten Politparolen und Verschwörungserzählungen. Das Problem hat sich durch die Corona-Krise noch verschärft. Auch ist deutlich geworden, dass der christliche Glaube selbst Potenziale in sich trägt, die dafür missbraucht werden können.

Was es von Seiten der Kirchen braucht, ist gelebte Solidarität mit denjenigen gesellschaftlichen Kräften, die sich ohne große Lobby in der Fläche gegen Rechtsextremismus engagieren, die Aufklärungsarbeit leisten und tatsächlich an der Seite von Flüchtlingen arbeiten. Dazu gehört auch das deutlich vernehmbare Wort von BischöfInnen und Landeskirchen. Aber eben nicht nur. Von den Autoren des neuen Impulspapiers der Evangelischen Akademie Berlin mit dem Titel »Orientierungsversuche in Zeiten des Streits« darf man daher mehr erwarten, als eine Reihe von binnenkirchlichen Allgemeinplätzen zusammenzustellen. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass die Kirche nur dann mit ihrem politischen Handeln wahrgenommen wird und einen relevanten Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft leistet, wenn sie im Verbund mit anderen AkteurInnen handelt. Ein erster Schritt besteht darum darin, wahrzunehmen, wo Gott überall schon am Werk ist – vielleicht verborgen unter ganz und gar kirchenfernen Stimmen –, statt krampfhaft zu versuchen, das Eigene zur Sprache zu bringen.

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