Christsein über Grenzen hinweg

Europa: Coronabedingt mussten die Christlichen Begegnungstage 2020 Anfang Juli in Graz abgesagt werden. Als kleinen Ersatz dafür befragte der SONNTAG drei angemeldete Teilnehmerinnen aus Osteuropa, was in diesen aufgewühlten Zeiten die Botschaft der Kirchen sein sollte.
(so)
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Christsein über Grenzen hinweg
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Mgr. Marcela Kmet’ová, Ev.-Augsburgische Kirche der Slowakei:

»Gottes Zeichen ist ein Kind und eine Einfachheit, die eine Krippe braucht, nämlich unser Herz. Wir haben diese Worte oft zu Weihnachten gehört. Sie gelten aber auch das ganze Jahr über und sogar zu diesem Zeitpunkt, der durch das Coronavirus gekennzeichnet ist.

Gott hat uns seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, gegeben, um uns ein vollkommenes Beispiel für Liebe, Dienst und Demut zu zeigen. Unsere Aufgabe sollte in jedem Bereich sein, diese drei dauerhaften Werte jeden Tag und in unserem Leben zu lernen. Diese schwierigen Zeiten erfordern, dass wir unsere Herzen öffnen, etwas verlassen, etwas von uns geben und keine Gegenleistung erwarten.

Im Jahr 2015 trafen sich die Kirchenleitung der Evangelisch-Augsburgischen Kirche (EKAB) und der Bischofsrat in der Slowakei mit Vertretern der Evangelischen Diakonie, der Slowakischen Evangelischen Union sowie anderer Institutionen, um die Möglichkeiten der EKAB im Umgang mit Migranten aus Kriegsgebieten und anderen Ländern nach Europa zu erörtern. Das Treffen kam zu dem Schluss, dass wir bereit sind, in brüderlicher Liebe dazu beizutragen, die Situation in den Flüchtlingslagern durch die Diakonie zu verbessern. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits mehrere hundert Flüchtlinge in Lagern an der ungarisch-serbischen Grenze unterstützt, indem humanitäre Hilfe (Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken, Schlafsäcke, Zelte usw.) bereitgestellt wurden. Außerdem wurde eine besondere Kollekte in den Kirchengemeinden ausgerufen, um die Flüchtlingsarbeit und Asylbewerber zu unterstützen. Derzeit findet dieses Thema in der Slowakei jedoch keine Resonanz.«

Anna Wrzesinska, Ev.-Augsburgische Kirche in Polen:

»Unglücklicherweise sind die christlichen Kirchen in Polen nicht in der Lage, die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass die Beherbergung eines Flüchtlings ein Zeugnis des Glaubens ist und als eine Verpflichtung für die Nachfolger Jesu angesehen werden sollte. Die Botschaft der Angst, die von Politikern verbreitet wird, ist sehr erfolgreich in die Gesellschaft eingesickert – und es scheint, dass diese Strategie auch im Umgang mit anderen Minderheiten funktioniert. Es ist ein sehr trauriges Bild.

Die Kirche muss an der Seite derer stehen, die verletzlich und verfolgt sind und immer und immer wieder die Botschaft der Liebe wiederholen. Das klingt einfach, ist aber nicht leicht. Denn auch Christen stehen in der starken Versuchung zu urteilen.

Um mit dieser Situation in Polen umzugehen, haben wir zusammen mit einer Stiftung, die mit Flüchtlingen arbeitet, eine Bildungskampagne für unsere Kirchenmitglieder organisiert – besonders für die Jugend –, um die Ängste und Feindbilder zu überwinden. Vielleicht ist das ein Weg, um sich der Zusammenarbeit für ein gutes Ziel anzuschließen. Zusammen sind wir stärker und wir können voneinander lernen. Als Christen können wir nicht eingeschlossen in unserer eigenen Echokammer bleiben.«

Daniela Hamrová, Ev. Kirche der Böhmischen Brüder, Prag:

»Die Kirche soll eine fassliche Alternative auf der Grundlage christlicher Werte bringen. Die Verteidigung der Schwachen ist eine der wichtigen Aufgaben der Kirche. Deshalb wird die Stimme der Kirche in der Gesellschaft dringend benötigt. Unsere Kirche repräsentiert zwar weniger als 1% der Bevölkerung unseres Landes, trotzdem haben wir (immer noch) die Freiheit, uns zu den gesellschaftlichen Ereignissen zu äußern, und auf die Probleme, die durch das populistische Herrschen entstehen, aufmerksam zu machen. Und dies hat oft auch Auswirkungen! Die Kirche kann mit gutem Beispiel vorangehen (dank der Diakonie, Kollekten, Gebeten usw.) und manchmal kann sie die stille Mehrheit gegen die laute populistische Minderheit nachreißen.«

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