Die Bibel trägt weiter

Wort Gottes: Die diesjährige 175. Allianzgebetswoche (10. bis 17. Januar) steht unter dem Motto »Lebenselixier Bibel«. Unser Autor schreibt darüber, warum für ihn die Heilige Schrift eine unersetzbare Kraft ist.
Von Jörg Michel
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Wem, wenn nicht Gott selbst, wird alles gelingen? Das gilt auch für sein Wort, das aus seinem Munde ausgeht: »ihm wird gelingen, wozu ich es sende« (Jesaja 55,11). Eines der bewährtesten Transportmittel für Gottes Wort ist die Heilige Schrift. Sie liefert eine Sendung Gottes direkt an mich; das ist großartig – und entfaltet sich für mich, wenn ich denn hineinschaue.

Die Worte der Bibel sprechen Menschen nicht nur seit Jahrhunderten an (Hebräer 4,12f.); sie verändern ganze Lebenswege und sind als Begleiter von einer Tiefe, die nicht endlich ergründbar ist. Die Art und Weise, wie Gottes Wort wirkt, ist dabei nicht immer gleich (1. Korinther 12,6). Es gleicht für mich einem Wunder, wie unterschiedlich und individuell die Bibel ihre Leser anzusprechen vermag. Dabei offenbart sich der Geist Gottes durch einen jeden zum Nutzen aller (1. Korinther 12,7) und will zur Stärkung der Gemeinde verhelfen.

Die Bibel begeistert und korrigiert mich, hält mich in Bewegung wie auf gottgewollter Bahn, sie schenkt mir Freiheit, indem sie mir Grenzen setzt; sie ist schlicht unverzichtbar und damit eigentlich mehr als ein Lebenselixier. Während dieses doch erdgebunden verjüngen und erquicken soll, so trägt die Bibel viel umfassender und weiter: bis hin zum ewigen Leben. Sie schenkt mir Freude und Stärkung, Trost und Hoffnung und sie verändert die Herzen. Diese Herzensänderung (Hesekiel 11,19) ist ein großes Wunder, von dem die Bibel selbst spricht – und das sie als lebendiges Wort Gottes selbst schenken kann. Der Apostel Paulus hat diese Kraft erfahren. Durch sie ward er aus einem Verfolger ein Bekenner des Herrn und Heilands Jesus Christus. Was kein Mensch für möglich gehalten hätte, was Paulus selbst für gänzlich ausgeschlossen hielt, das tat Gott. Die Wunderkraft der Gnade Gottes schafft den neuen Menschen zuerst durch Sein Wort. Gott hält Wort. Er ist treu und sein Lebenselixier ist zuverlässig. So stehe auch ich in der Erfahrung dieser Wunderkraft der Gnade Gottes, die den Lauf meines Lebens ebenfalls in andere Bahnen gelenkt hat.

Das Wirken und Gelingen des Wortes Gottes bleibt dabei für mich zuerst im göttlichen Horizont und ist nicht immer sogleich durchdringbar. Natürlich gibt es auch Stellen, die sich mir nicht erschließen – doch wer wäre ich, wenn ich jedes göttliche Wort sofort und vollumfänglich verstünde? Dafür schenkt die Heilige Schrift die Basis für den Austausch mit anderen Christen: Zum gegenseitigen Erbauen bis hin zu heftigen theologischen Disputen. Die Bibel ist die tragende Kommunikationsplattform schlechthin. Und damit ist sie auch Basis für weitreichende Auswirkungen. Sie gestaltet und beeinflusst gemeindliche und kirchliche Praxis, Liturgie, Kirchengeschichte und -politik, Literatur und Kunst. Der Wirkungsgeschichte von Matthäus 16,17–19 (Berufung des Petrus als »Fels der Gemeinde«) werden nur wenige Textstellen, welchen Ursprungs auch immer, gleichkommen. Sicher gehören dazu auch jene Irrungen und Wirrungen, die wir Menschen in einer gefallenen Welt aufzubringen imstande sind. Doch die kommen zumeist aus des eitlen Menschen Hand.

Zwei Aspekte des Lebenselixiers Bibel sind mir besonders auffällig: Zur Wirkungsweise der Bibel gehört ihr täglicher Gebrauch. Den hohen Stellenwert von Bibelstunden, der erbaulichen Lesung und Besprechung der Bibel in Hauskreisen, Gemeinschaften und Gemeinden, bemerken wir momentan an deren Fehlen durch das Corona-Regelsystem.

Zum anderen erstaunt es mich immer wieder, welche Kraft unsere Geschwister in der Verfolgung aus der Heiligen Schrift schöpfen! Luther hat es in diese Worte gefasst: »Daher müssen wir nun gewiss sein, dass die Seele aller Dinge entbehren kann bis auf das Wort Gottes, und ohne Gottes Wort ist ihr durch gar nichts geholfen.«

Dr. Jörg Michel ist Landesinspektor des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes.

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