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Nächstenliebe an der Grenze

Polen: Täglich versuchen Menschen, über die Grenze zu Belarus in die Europäische Union zu kommen. Dafür nehmen sie teilweise Lebensgefahr in Kauf. Hilfsorganisationen versuchen, die Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Bei den großen Kirchen herrscht Funkstille.
Von Paul-Philipp Braun
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  • Kleidung und Hygieneartikel ins Grenzgebiet

    Ein Hilfstransport aus Jena und Weimar brachte kurz vor Weihnachten Kleidung und Hygieneartikel ins Grenzgebiet. © Paul-Philipp Braun

  • Grenztour

    In Privathäusern werden Kleidung, Nahrung und andere lebensnotwendige Dinge gesammelt. Wenn sie einen Hilferuf aus dem Wald bekommen, begeben sich die Helfer auf ihre schwierige Grenztour. © Paul-Philipp Braun

  • Belarus

    Taschenlampen und Rettungsdecken sind besonders gefragt. Die Aktionen finden in der Regel nachts statt, um möglichst ungehindert an Paramilitärs, Armee und Polizei vorbei die Hilfsgüter zu verteilen. Damit schützen sich die Helfer selbst und die Flüchtlinge. Denn sollten diese entdeckt werden, würden sie entweder in Lager, die über ganz Polen verteilt sind, oder über die Grenze zurück nach Belarus gebracht werden. © Paul-Philipp Braun

  • Taschenlampen und Rettungsdecken sind besonders gefragt. Die Aktionen finden in der Regel nachts statt, um möglichst ungehindert an Paramilitärs, Armee und Polizei vorbei die Hilfsgüter zu verteilen. Damit schützen sich die Helfer selbst und die Flüchtlinge. Denn sollten diese entdeckt werden, würden sie entweder in Lager, die über ganz Polen verteilt sind, oder über die Grenze zurück nach Belarus gebracht werden. © Paul-Philipp Braun

Stahlblau leuchten die LED auf die übergroße Marienstatue im weitläufigen Vorgarten eines Privathauses. Hier, mitten im Bialowieza-Wald hat man Platz dafür. Aussteigen und ein Foto dieses wundersamen Anblicks zu machen, ist dennoch gerade keine gute Idee.

Es ist kurz nach acht Uhr. Im Schritt- tempo fahren wir über Kolonnen- und Waldwege, die laut Navigationsgerät als Hauptstraßen ausgewiesen sind. Immer bereit, von sieben auf mehr als 80 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und vor ungebetenen Begegnungen zu entfliehen. So fühlt es sich illegal an, was eigentlich mehr als geboten ist: Menschen in Not zu helfen. Ausgestattet mit Taschenlampen, fahren wir die Wege nahe der polnisch-belarussischen Grenze ab. Wir halten nach jenen Ausschau, die unter Einsatz ihres Lebens

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