»Das Coronavirus interessiert sich nicht für unseren Ärger«

Landesbischof Tobias Bilz mahnt bei Corona zu Geduld – Aufrufe zum großen Widerstand seien unangemessen – nach intensiven Debatten in der Landeskirche: »Ich nehme eine positive Gesprächskultur wahr«
epd
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Landesbischof Tobias Bilz
Sachsens Landesbischof Tobias Bilz. © Steffen Giersch

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz warnt vor Nachlässigkeiten im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. »Wir müssen uns gemeinsam auf das konzentrieren, was die Ansteckungsmöglichkeiten unterbindet und die schweren Krankheitsverläufe verhindert«, sagte Bilz dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Dabei sei ihm im Moment »das Wichtigste«, dass sich die Menschen nicht durch die Corona-Herausforderungen »gegeneinander aufbringen lassen«.

Er verstehe, dass es für viele Menschen immer schwerer wird, die Corona-Schutzmaßnahmen so lange Zeit aushalten zu müssen. Das zehre an den Nerven und beeinträchtige das persönliche Leben. Doch »das Coronavirus interessiert sich nicht für unseren Ärger. Es nutzt die Möglichkeiten, die ihm geboten werden«, betonte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Daher sei es »unangemessen, zum großen Widerstand aufzurufen oder sich sogar persönlich gegen Politikerinnen und Politiker zu stellen«. »Dafür habe ich kein Verständnis«, stellte Bilz klar. Mordpläne gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) etwa, wie sie jüngst bekannt geworden waren, habe er zunächst gar nicht für möglich gehalten.

In der Pandemie gelte es, geduldig und nervenstark zu sein und Schritt für Schritt weiter zu gehen, mahnte Bilz. Auf seine eigene öffentliche Booster-Impfung in der Leipziger Nikolaikirche etwa habe er überwiegend positive Reaktionen bekommen. Die Impfaktion der Kirchen zum ersten Advent bezeichnete er als einen starken Einsatz: »Gottesdienst ist nicht nur ein Ritus, es ist auch eine Lebensweise im Einsatz für das Gute.«

Mit Blick auf das neue Jahr und die anhaltende Corona-Pandemie betonte der Bischof: »Die Mittel, auch durch schwierige Zeiten zu gehen, werden uns dann gegeben, wenn wir sie auch benötigen – auf dem Weg. Das ist eine christliche Grundüberzeugung.« Er sei überzeugt: »Wir werden an den Herausforderungen wachsen.« Solche schwierigen Zeiten prägten Menschen und Charaktere und würden »auch das Gute in uns zum Vorschein bringen«.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens sieht Bilz – nach zum Teil aggressiv geführten Debatten um demokratiefeindliche Texte des ehemaligen Landesbischofs Carsten Rentzing – auf einem guten Weg. »Ich nehme eine positive Gesprächskultur wahr«, sagte er: »Es gibt eine neue Diskursfähigkeit, Beziehungen werden gepflegt.« Dabei werde auf Vorwürfe und wechselseitige Beurteilungen verzichtet. »In diesen Punkten sind wir tatsächlich als Kirche gewachsen. Da hat sich etwas bewegt«, unterstrich Bilz.

Das komplette Interview mit dem Landesbischof lesen Sie in der Ausgabe Nr. 2 des SONNTAG in der nächsten Woche.

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