Für Sachsen startet eine Antidiskriminierungsstudie

Diskriminierung hat viele Gesichter. Es gibt sie im Privatleben, bei der Arbeit, in der Öffentlichkeit. Eine Online-Umfrage soll herausfinden, welche Erfahrungen speziell in Sachsen zu diesem Thema gemacht wurden.
(epd)
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© Markus Spiske/Unsplash

Sachsen hat eine Studie zu Diskriminierungserfahrungen im Freistaat in Auftrag gegeben. Erstellt wird sie unter dem Titel "Diskriminierung erlebt?!" bis Ende des Jahres vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung in Berlin. "Diskriminierung wird von einzelnen Menschen erfahren, aber am Ende schwächt sie den gesellschaftliche Zusammenhalt", sagte Sachsens Gleichstellungsministerin, Katja Meier (Grüne), am Donnerstag in Dresden zum Start der Online-Umfrage.

Viele Menschen erlebten auch in Sachsen tagtäglich Anfeindungen und Ausgrenzungen. Die Studie solle helfen, politische Maßnahmen zielgenau und erfolgreich umsetzen zu können. Je mehr Menschen an der Online-Umfrage teilnehmen, desto genauer werde das Bild.

Ziel der Studie sei es, die Realität und die Folgen von Diskriminierung abzubilden, sagte Steffen Beigang vom Berliner Forschungszentrum. Dabei sollen auch alltägliche Erfahrungen eingefangen werden. Für Sachsen solle ein landesspezifischer Überblick erstellt und "das ganze Bild erfasst werden".

Dazu würden Betroffene von Diskriminierung zu ihren Erlebnissen detailliert befragt. Eine Repräsentativität nach wissenschaftlichen Vorgaben werde zwar nicht erreicht, weil Teilnehmer zielgerichtet angesprochen würden. Dennoch rechnen die Forscher mit fundierten Aussagen.

Erstmals würden speziell für Sachsen verschiedene Formen von Diskriminierung entlang unterschiedlicher Merkmale erfasst, sagte die Direktorin des Berliner Forschungszentrums, Naika Foroutan. Das gelte etwa für Diskriminierung aufgrund des Alters, einer Behinderung, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung, aber auch aufgrund der Religion oder aus rassistischen Gründen. Erwartet würden zudem Erkenntnisse zu Diskriminierungen aufgrund des Gewichts, der Lebensweise oder des sozioökonomischen Status.

Gefragt werde bei der Umfrage zum Beispiel, ob und wie häufig eine Person respektlos behandelt werde oder ob ihr unangebrachte Fragen zum Privatleben gestellt werden, ob die Teilhabe an Veranstaltungen verwehrt wurde oder ob es zu sexualisierten Übergriffen gekommen ist. Häufige Orte für Diskriminierungen seien die Arbeitstelle oder der Wohnungsmarkt, hieß es.

Laut Ministerin Meier wurden in den vergangenen drei Jahren 860 Fälle vom sächsischen Antidiskriminierungsbüro bearbeitet, der zentralen Anlaufstelle für Betroffene von Diskriminierung im Freistaat. Für die aktuelle Studie hat das Berliner Forschungsinstitut mit dem sächsischen Büro zusammengearbeitet. Beim Erstellen des Fragebogens sei das Institut von zivilgesellschaftlichen Initiativen, Vereine und Verbände unterstützt worden, sagte Beigang. Sie würden auch dabei helfen, die Umfrage bekanntzumachen.

Die Studie wolle Perspektiven und Lebenswirklichkeiten von Menschen abbilden, die häufig nicht gehört würden, sagte Institutsmitarbeiterin Lara Kronenbitter. Jeder sei eingeladen an der Umfrage teilzunehmen und die eigenen, sehr unterschiedlichen Erfahrungen zu schildern.

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung mit Sitz in Berlin wurde 2017 gegründet. Es forscht zu Integration und Migration sowie zu Konsens und Konflikt, zu gesellschaftlicher Teilhabe und Rassismus. Zudem organisiert es nach eigenen Angaben einen Transfer von wissenschaftlichen Daten.

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