Kandidaten stellen sich Synode vor

Die Bischofskandidaten stellen sich derzeit der 27. Landessynode vor
Stefan Seidel
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Landesbischof-Wahl Andreas Beuchel, Ulrike Weyer, Tobias Bilz
Wer wird Bischof/Bischöfin? Die Kandidaten der morgen anstehenden sächsichen Landesbischof-Wahl Andreas Beuchel, Ulrike Weyer, Tobias Bilz. © EVLKS

Am Vorabend der Wahl zum neuen Landesbischof/zur neuen Landesbischöfin stellen sich zur Stunde die Kandidatin und die Kandidaten den Mitgliedern der 27. Landessynode in der Dreikönigskirche Dresden vor. In Impulsvorträgen formulierten Andreas Beuchel, Tobias Bilz und Ulrike Weyer ihre theologischen Grundeinsichten und Kerneinsichten ihres Glaubens.

Andreas Beuchel stellte das Thema »Ehrerbietung« in den Mittelpunkt und mahnte Respekt und Toleranz im Umgang miteinander an. Der Andere solle so betrachtet werden, dass er etwas hat, das einem selbst fehlt. »Ehrerbietung heißt Behutsamkeit im Urteilen«, betonte er und warb darum, Vielfalt nicht nur zu ertragen, sondern fruchtbar zu machen. Dem Anderen ist mit Wertschätzung zu begegnen in dem Bewusstsein, dass auch in ihm etwas Wahres enthalten ist. »Wir müssen zum Gespräch bereit sein.« Das Gespräch zwischen Menschen sei durch nichts zu ersetzen. Angesprochen auf die zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen, sagte er: »Die Polarisierung unserer Gesellschaft sehe ich als ein großes Problem unserer Zeit und es macht mich traurig, dass wir den Gesprächsfaden in unserer Landeskirche vielerorts verloren haben.« Das Hauptproblem sei, dass wir nicht mehr im Gespräch seien und argumente austauschten, um auch von Wegen wieder umzukehren.

Tobias Bilz stellte seinen Impulsvortrag unter das Thema »Ertragt einer den anderen in Liebe« und betonte »Wir sind eine Kirche der Einheit in Vielfalt«. Diese Einheit sei ein Geschenk Gottes, die Aufgabe der Kirche sei es, dieses zu bewahren. Kirche sei nicht zuerst eine Organisation, sondern die Familie Gottes. »Wir alle sind geliebte Kinder Gottes und gehören unauflöslich zusammen. Wenn das geklärt ist, können wir uns Familienstreit leisten.« Eine rote Linie sei für Bilz dann überschritten, wenn einander abgesprochen wird, dazuzugehören. Wesentlich für bischöfliches Handeln sei es aus seiner Sicht, in Konflikten zu vermitteln – in der Weise, dass die Konfliktpartner zusammensitzen und ein Austausch vermittelt wird. Der Bischof sei ein Hüter und Schützer der Einheit, betonte er und mahnte: »Lasst uns das Band der Einheit festhalten.« 

Auch Ulrike Weyer stellte in ihrem Kurzvortrag das Miteinander in der Kirche in den Mittelpunkt und sagte: »In Jesus Christus hat sich Gott uns erlösend zugewandt. In der Taufe haben wir daran Anteil.« Deshalb sei eine Hochachtung der Taufe nötig. Über den derzeitigen Zustand der Landeskirche sagte sie: »Im Leib Christi gibt es Schmerzen.« Nach den Ereignissen des vergangenen Herbstes nehme sie Verletzungen, Trauer, Unverständnis und auch Wut wahr. Deshalb sei Kommunikation notwendig. »Ich traue uns eine Gesprächskultur zu, die Wunden heilen und Vertrauen wachsen lassen kann.« Bezüglich des Wirkens der Kirche in die Gesellschaft hinein sagte sie: »Wir sind der hoffnungstragende Teil der Gesellschaft, gespeist aus Gnade.« Deshalb müsse »dem Hass etwas entgegengesetzt werden. Dafür haben wir die Werte im Hintergrund«, so Weyer.

Die Kandidaten diskutieren derzeit in einem Podiumsgespräch mit den Synodalen. Der erste Wahlgang ist für morgen 9 Uhr angesetzt. In den ersten beiden Wahlgängen ist eine 2/3-Mehrheit nötig. Ab dem dritten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit. Zwischen den Wahlgängen müssen laut Wahlordnung drei Stunden liegen

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