Kirchen in Sachsen verzeichnen erneut Mitgliederschwund

(epd)
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Kirchenaustritte, Kirchenmitglieder, Mitgliederschwund, EVLKS
© Rike/pixelio

Die beiden großen christlichen Kirchen verlieren auch in Sachsen weiter deutlich an Mitgliedern. Zum Jahresende 2019 zählten zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens noch 663.525 Personen, wie aus einer am Freitag in Hannover von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichten Statistik hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 677.000 Menschen. Demnach sank die Mitgliederzahl um rund 13.500 Personen.

Seit Jahren verzeichnen die Kirchen einen Mitgliederschwund. Der sächsischen Landeskirche wird laut eigenen Angaben bis 2040 ein Rückgang auf 416.000 Mitglieder prognostiziert. Weniger Kirchenmitglieder sind für 2019 auch im katholischen Bistum Dresden-Meißen gezählt worden. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz gehören zur Diözese mit Gemeinden in Sachsen und Ostthüringen aktuell 140.363 Mitglieder. Nach länger ansteigenden Katholikenzahlen zwischen 2010 und 2016 muss das Bistum laut eigenen Angaben zum dritten Mal in Folge einen Rückgang seiner Mitgliederzahlen hinnehmen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl deutlich um 1.354 Katholiken (2018: 141.717) und befinde sich nun wieder nahezu gleichauf mit der Katholikenzahl des Jahres 2011, hieß es. Besonders dramatisch sei, dass 2.183 Katholiken im Jahr 2019 aus der Kirche austraten.

Für den Bischof des katholischen Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, bestätigen die Zahlen: "Kirche befindet sich im Umbruch." Die Verkündigung der biblischen Botschaft funktioniere "trotz aller professionellen Pastoral immer weniger auf den uns vertrauten Wegen". Timmerevers appellierte daher: "Wir werden unser Denken verändern müssen und heute veröffentlichte Zahlen und unser säkulares Umfeld nicht als Bedrohung, sondern als Wegweiser - auch auf den Weg hin zu Gott - verstehen." Immerhin: Mit 15,4 Prozent Gottesdienstteilnehmern lag der Anteil an Kirchgängern im bundesweiten Vergleich weiterhin über dem Durchschnitt. Zudem habe das sächsisch-thüringische Bistum in der Gesamtzahl von Zuzügen katholischer Kirchenmitglieder in die Region profitiert, hieß es. Stabil ist hingegen das statistische Ergebnis für das Bistum Görlitz mit Gemeinden in Sachsen und Brandenburg. Das zahlenmäßig kleinste der insgesamt 27 Bistümer in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres 29.621 Mitglieder, nur 50 Personen weniger als 2018. Insgesamt haben die beiden großen Kirchen in Deutschland laut den Statistiken deutlich mehr Mitglieder verloren als in früheren Jahren.

Grund für den Rückgang ist vor allem die Zahl der Kirchenaustritte, die sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche einen historischen Höchststand erreichte. Die Zahl der Protestanten ging um 427.386 zurück, die Katholiken verloren 401.757 Mitglieder. Zu den 20 Landeskirchen der EKD gehören rund 20,7 Millionen Menschen. Das waren rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr (21,1 Millionen) und entspricht einem Bevölkerungsanteil von noch knapp 25 Prozent. Der katholischen Kirche gehörten insgesamt 22,6 Millionen Menschen in Deutschland an (2018: 23,0). Stichtag der Statistiken war der 31. Dezember 2019.

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