Sachsen nimmt acht Patienten aus Italien auf

Trotz steigender Fallzahlen nimmt Sachsen acht Corona-Patienten aus dem schwer getroffenen Norditalien auf. Medizinern und Pflegern aus Tschechien, die in Sachsen arbeiten, bietet der Freistaat wegen geschlossener Grenzen Sonderkonditionen an.
Johannes Süßmann (epd)
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© Universitätsklinikum Leipzig

Sachsen zeigt sich in der Corona-Krise solidarisch: Bereits Stunden nach der Ankündigung, Patienten aus dem gebeutelten Norden Italiens aufzunehmen, sind in der Nacht zu Dienstag zwei schwer kranke Männer aus Bergamo im Freistaat angekommen. Die zwei 57-Jährigen wurden ins Leipziger Uniklinikum gebracht und werden dort intensivmedizinisch behandelt, wie Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden mitteilte.

In nächster Zeit sollen aus der norditalienischen Stadt demnach sechs weitere Patienten nach Sachsen kommen und am Helios-Herzzentrum Leipzig, an der Uniklinik Dresden und am Lungenzentrum Coswig (Landkreis Meißen) behandelt werden. Alle Betroffenen seien schwer an der Lungenkrankheit COVID-19 erkrankt, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Italien ist weltweit besonders stark von der Pandemie betroffen.

Der Kontakt kam laut Köpping über die Deutsche Botschaft in Italien und das Auswärtige Amt in Berlin zustande und wurde eng mit den betroffenen Kliniken abgestimmt. "Auch wenn jedes Land für sich kämpft, denken wir weiter europäisch und helfen, wo wir können", betonte sie. Es sei selbstverständlich, in einer solch bedrohlichen Situation zu helfen. Sachsens Krankenhäuser verfügten über Kapazitäten und die notwendige Expertise.

Im Freistaat selbst haben sich demnach bis Dienstagmittag etwas mehr als 1.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das waren 153 mehr als noch am Vortag. Neben Schwerpunkten in den Großstädten Dresden und Leipzig ist insbesondere der Landkreis Zwickau stark betroffen. Inzwischen habe man zurückverfolgt, wie es dazu kam, erklärte Köpping. So habe eine Physiotherapeutin nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub noch mehrere Dutzend Menschen behandelt, bevor sie positiv auf das Virus getestet wurde. Eine zweite Quelle für die Ausbreitung sei eine private Familienfeier mit etwa 40 Gästen gewesen, erklärte die Ministerin.

Bislang sind demnach fünf Menschen in Sachsen infolge einer Infektion mit dem Virus gestorben, zuletzt zwei Menschen in Dresden. Noch lägen ihr nicht zu allen Todesfällen Informationen vor, erklärte Köpping. Bei den ersten Verstorbenen habe es sich jedoch um Menschen in höherem Alter gehandelt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte derweil ein Programm für tschechische Staatsbürger an, die in Deutschland in Pflege- oder medizinischen Berufen arbeiten. Um weiter im Freistaat arbeiten zu können, sollen sie demnach zunächst für drei Monate täglich 40 Euro bekommen, um etwa in Pensionen und Hotels unterzukommen. Familienangehörige sollen 20 Euro pro Tag beantragen können. Auch Menschen in assoziierten Bereichen wie etwa Wäscherein von Krankenhäusern könnten die Hilfen in Anspruch nehmen, so Kretschmer.

Hintergrund sei ein Erlass der tschechischen Regierung, die Grenze zu Sachsen für Pendler weitgehend zu schließen. Man rechne mit rund 1.000 Betroffenen, sagte Kretschmer, betonte aber: "Wenn es mehr sind, ist es auch in Ordnung."

Weiter appellierten Politiker an die Bürger, die strengen Ausgangsbeschränkungen einzuhalten. Innenminister Roland Wöller (CDU) bestätigte die sofortige Schließung aller Wochenmärkte in Sachsen. Darüber hatte am Dienstag zunächst Unklarheit geherrscht.

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