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Zum Tag der Pflege: Erinnerung an Pionierin Florence Nightingale

Die Coronavirus-Pandemie hat die Pflegebranche in den Fokus gerückt. Am Dienstag wird wie jedes Jahr am 12. Mai der Tag der Pflege begangen. Im Zentrum der Forderungen steht diesmal ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für die Beschäftigten.
(epd)
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Florence Nightingale
Florence Nightingale, gezeichnet von ihrer Schwester Parthe. Der Internationale Tag der Pflege wird am 12. Mai begangen. Er erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin © Wikipedia

Zum Tag der Pflege am Dienstag haben Vertreter der brandenburgischen Landesregierung und von Sozialverbänden höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten angemahnt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) drangen am Montag in Potsdam auf einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag. Woidke sagte, die Arbeit der Pflegekräfte verdiene öffentliche Wertschätzung über die aktuelle Krise hinaus: "Deshalb brauchen sie höhere Löhne sowie eine bessere Ausbildung."

Der Internationale Tag der Pflege wird am 12. Mai begangen. Er erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin Florence Nightingale (1820–1910), die als Pionierin der modernen Krankenpflege gilt.

Gesundheitsministerin Nonnemacher mahnte aus diesem Anlass, notwendige Reformen in der Pflege dürften jetzt nicht vertagt werden. Dies betreffe neben bundesweit geltenden Tariflöhnen auch die Entlastung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen. Von derzeit 132.000 Pflegebedürftigen im Land werden nach den Worten der Ministerin knapp 82 Prozent zu Hause gepflegt, mehr als die Hälfte ohne professionelle Pflegedienste.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) sieht die Forderung nach einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag kritisch. "Einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag und damit Gleichmacherei zu fordern und nicht zu erklären, dass höhere Gehälter in der Pflege auch finanziert werden, ist reine Schaufensterpolitik", sagte die bpa-Landesvorsitzende Ellen Fährmann.

Vertreter von Opposition und Sozialverbänden forderten am Montag aber ebenfalls substanzielle Verbesserungen für die Beschäftigten. Nach Einschätzung der Vorsitzenden der Volkssolidarität in Brandenburg, Bettina Fortunato, zeigt die Corona-Krise auch, "wie knapp die Ressource Pflege in unserem Land geworden ist". Allein in Brandenburg seien 3.000 Ausbildungsplätze derzeit unbesetzt. Das hänge auch mit der eher dürftigen Entlohnung zusammen. Der Beruf sei für junge Menschen nicht attraktiv.

Auch der pflegepolitische Sprecher der Linksfraktion im Potsdamer Landtag, Ronny Kretschmer, mahnte mehr als Gesten an: "Pflege kann nicht hoch genug geschätzt werden und ist zu wichtig, um mit netten Worten und einem symbolischen Händedruck abgespeist zu werden." Neben einer tariflichen Entlohnung forderte er daher auch die sofortige Zahlung einer einmaligen steuerfreien Sonderprämie für Gesundheits- und Pflegeberufe.

Auch die Grünen beklagten, dass Arbeit in den Pflegeberufen jetzt zwar stärker wertgeschätzt werden, jedoch Pfleger noch immer "weit unter dem Wert ihrer Arbeit abgespeist" würden. Grünen-Landeschefin Julia Schmidt sagte, vielen Beschäftigten der so wichtigen Branche drohe aufgrund schlechter Bezahlung die Altersarmut. Sie fügte hinzu: "Die neu gewonnene Wertschätzung der Pflegeberufe muss in dauerhafte Verbesserungen münden."

Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. verlangte ebenfalls Verbesserungen. Nach der Pandemie dürfe es kein "Zurück in den Normalzustand" geben. Die Pandemie zeige mit aller Deutlichkeit auf, wie unverzichtbar Gesundheitsfachpersonen für die Gesellschaft sind, sagte Sprecherin Regina Ryssel.

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