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Zuversicht! – Passionszeit beginnt am Mittwoch

Mit Aschermittwoch, 26. April, beginnt die siebenwöchige Passionszeit. Dieser Tag, der mit Abendgottesdiensten und Andachten begangen wird, wird in Sachsen zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert.
EVLKS
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Passion Fastenzeit Ostern
© congerdesign/pixabay

In den 40 Tagen vor dem Osterfest finden wöchentliche Passionsandachten statt. In dieser Zeit kommen auch zahlreiche Konzerte zur Aufführung, auf die sich die Chöre in den Kirchgemeinden derzeit vorbereiten. Diese besonders geprägte Zeit des Kirchenjahres ist eine Zeit der Einkehr und der Besinnung, die den Blick nach innen richten und die Hinwendung zum Nächsten stärken möchte.

Am Aschermittwoch findet um 18:00 Uhr eine Andacht zum Frühjahrsbußtag im Leipziger Diakonissenkrankenhau statt. Zur gleichen Zeit beginnt im Zwickauer Dom ein Gottesdienst zum Frühjahrsbußtag mit der Altarwandlung. Um 19:00 Uhr findet in der Leipziger Peterskirche ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Traditionell gibt es eine Andacht um 19:30 Uhr in der Annenkapelle am Freiberger Dom. Um 20:00 Uhr spielt Thiemo Janssen (Norden) ein Orgelkonzert zum »Musikalischen Aschermittwoch« in der Dresdner Kreuzkirche mit Werken von Dieterich Buxtehude, Georg Böhm, Johann Sebastian Bach und Jehan Alain.

Beginn von Projekten und Aktionen in der Passionszeit

Mit Beginn der Passionszeit beteiligen sich Christen in Deutschland an Fastenaktionen. Die evangelische Aktion »7 Wochen Ohne« steht in diesem Jahr unter dem Motto »Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus«. Es geht darum, im Sinne Jesu Christi dazu ermuntern, Zukunftsangst und Misstrauen zu überwinden. In der Geschichte von Tod und Auferstehung, der die Fastenzeit und Ostern gewidmet sind, lebt neben Glaube und Liebe das Prinzip Hoffnung. Texte und Bilder sollen dazu ermuntern, auch in schwierigsten Lebensphasen nicht zu übersehen, wie viel Verstand, Mut und Können in uns, in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften steckt. Mit Zuversicht kann es gelingen, aus Krisen zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entdecken.

In der Passionszeit und darüber hinaus wird für einen Spendenzweck im Rahmen der Aktion »Hoffnung für Osteuropa« geworben, die wieder ein soziales Projekt unterstützt. Die Spenden aus Sachsen für die mittlerweile 26. Aktion der sächsischen Landeskirche und Diakonie kommen rumänischen Kindern aus zerrütteten Verhältnissen zugute. Mit dem Erlös soll das Tageszentrum »Offenes Haus« in Hermannstadt (Sibiu) unterstützt werden. Die Einrichtung ist Teil der sozialdiakonischen Arbeit der Evangelischen Kirchgemeinde A.B. in der siebenbürgischen Stadt. Das »Offene Haus« bietet regelmäßig bis zu 25 Kindern Schutz und Förderung. Sie erhalten ein Essen und können duschen. Daneben geht es um langfristige Unterstützung, um dem Kreislauf aus Armut und Ausgrenzung zu entkommen.

In Chemnitz wird in das Gemeindezentrum der kath. Propstei-Kirche (Hohe Straße 1) ab 27. Februar bis 1. April immer mittwochs um 19:30 Uhr zu »Ökumenischen Exerzitien im Alltag« eingeladen. Auch in Leipzig gibt es ab 2. März Ökumenische Exerzitien im Alltag an verschiedenen Orten. In Radebeul beginnen die Exerzitien im Alltag im Paul-Gerhard-Haus (Kapellenweg) am 3. März (19:00 Uhr). Exerzitien im Alltag sind geistliche Übungen, die über einen bestimmten Zeitraum unter »Alltagsbedingungen« absolviert werden. In regelmäßigen Abständen finden Treffen der Teilnehmenden mit Erfahrungsaustausch und Impulsen statt.

»Frei – Raum – Erleben – 7 Tage Fasten und Tanzen in Stille« wird im Haus der Stille in Grumbach bei Meißen vom 6. bis 13. März angeboten. Das Fasten erfolgt nach Buchinger/Lützner und dient der Gesunderhaltung. Es ist kein Heilfasten im medizinischen Sinn.

Sächsischer Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch

Der sächsische Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch (26. April) ist auch über die Reformation hinaus von den zahlreichen Bußtagen der damaligen Kirche erhalten geblieben. Seit 1830 waren nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst angesetzt worden. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt.

Der Frühjahrsbußtag öffnet den Raum, Gott Klagen und Bitten angesichts der aktuellen Ereignisse zu benennen sowie Sünden zu bekennen und zu beichten. Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel empfiehlt für dieses Jahr die Initiative »Dekade der Umkehr« der geistlichen Gemeinschaften in der Landeskirche als »guten Impuls«, der am Frühjahrsbußtag aufgenommen werden könnte. Zwar sei die Initiative unabhängig von den aktuellen Ereignisse entstanden und sie weise auch über die aktuellen Ereignisse hinaus, aber die Inhalte seien durchaus geeignet zur Vorbereitung für Andachten und Gottesdienste.

Passionsspiele, Passionskonzerte sowie Glaubenskurse

Als Zeit des Gedenkens an den Leidensweg Christi ist die Passionszeit eine stille Zeit, die Gelegenheit bietet, über sich selbst, sein Leben und den Glauben nachzudenken. Passionsspiele und Passionskonzerte laden dazu ein, sich intensiver mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen.

Kirchgemeinden führen in dieser Zeit auch Glaubenskurse durch. Einmal im Monat bietet die Philippuskirchgemeinde Dresden-Gorbitz einen Themenabend an, der an christliche Themen heranführt. Auch im Kirchspiel Großenhainer Land gibt es vergleichbare Initiativen. Seit Januar bieten in Dresden die Frauenkirche und die Kreuzkirche wieder den traditionellen Kurs »Religion für Neugierige« an. Interessierte sind eingeladen, über persönliche Fragen zu Gott und zum Glauben nachzudenken. Dieser Kurs endet kurz vor dem Osterfest.

In der Karwoche begeben sich Jugendliche nach Andachten auf den Kreuzweg und gedenken des Leidens Jesu Christi. In eindrücklicher Art wird im erzgebirgischen Zschorlau ein Passionsspiel inszeniert. Mit Karfreitag beginnt die achttägige Aufführung des großen Zschorlauer Passionsspiels in der Sport und Spielhalle im erzgebirgischen Zschorlau. Die letzte Spielsaison war 2015 mit 5.600 Zuschauern.

In der 40-tägigen Passionszeit werden sich zunehmend Konzertangebote des Themas Christi Sterben und Auferstehung zuwenden. Insbesondere kurz vor und während der Karwoche, die mit Palmsonntag (5. April) beginnt, führen die Kantoreien die bekannten Passionsoratorien auf. Häufig sind es die Matthäuspassion und die Johannespassion von Johann Sebastian Bach, die in den Kirchen erklingen. Mit Palmsonntag werden auch die Konfirmationssonntage beginnen, die bis zum Pfingstfest reichen.

Das Ernste spielerisch nehmen und die Spielenden ernst – das versucht der Familien-SONNTAG nun schon seit zwei Jahren. Ob es gelingt? Und was besser gemacht werden könnte? Bitte nehmen Sie sich die Zeit für unsere Online-Leserumfrage. Unter allen Teilnehmern verlosen wir fünf Jahreslose der Aktion Mensch.

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