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»So eine Ohnmacht«

Pegida und die wachsende Zahl der Flüchtlinge spalten die Gesellschaft – der Riss geht auch durch die Kirche. Gibt es Hoffnung auf einen Brückenschlag? Der christliche Pegida-Demonstrant Manfred Höntsch und der Dresdner Superintendent Christian Behr wagen einen Versuch.
Die Fragen stellte Andreas Roth
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Wovor haben sie Angst? Pegida-Demonstrant Manfred Höntsch (li.) und Pegida-Kritiker Christian Behr (Mi.) im Gespräch mit Sonntag-Redakteur Andreas Roth. © Steffen Giersch

Gleich beginnt ganz in unserer Nähe die Pegida-Demonstration – werden Sie hingehen, Herr Höntsch?

Höntsch: Ich denke schon. Wohin sollte ich sonst gehen?

Wovor haben Sie Angst?

Höntsch: Es ist einfach Frust über die Politik. Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit freien Schulen beschäftigt, da wurden Gesetze gemacht gegen die Verfassung und man fragt sich: Wann halten sich die Politiker selber noch ans Recht? In der Asylfrage wird das jetzt eklatant. Das ist so eine kleine Ohnmacht.

Behr: Ich kann verstehen, dass man Frust hat und mit manchem in der Politik nicht einverstanden ist. Aber ich kann nicht gutheißen, dass man Propagandisten, die unsere Gesellschaft scharf machen und Hass schüren, Auftrieb gibt, indem man bei Pegida steht. Da muss ich doch den Platz verlassen.

Wie es weitergeht? Das ganze Gespräch lesen Sie im SONNTAG-Digital-Abo hier.

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4 Lesermeinungen zu »So eine Ohnmacht«
Gert Flessing schreibt:
08. November 2015, 11:44

Ich habe das ganze Gespräch gelesen und ich erlebe einen Superintendenten, der, im Grunde, gar nicht wirklich zuhört und auf das, was seinen Gesprächspartner bewegt, zumeist mit Formeln antwortet.
Sehr gute und sehr correcte Formeln, aber es ist kein Gespräch, es ist kein Bedürfnis nach Verständigung da.
Die "kleine Ohnmacht" bleibt und das Gefühl, nicht verstanden zu werden.
Schade. ich wünschte mir, von einem Superintendenten, der ja auch Seelsorger sein soll, dass er seine Seele mehr hinlauschen lässt, dass er sein Herz nicht verhärtet, nur, weil bei seinem Gegenüber "Pegida" dran steht.
So aber muss der andere davon gehen und, ja, wohin soll er denn gehen? Zu Menschen, die das, was ihn bewegt, doch nicht verstehen wollen?
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
08. November 2015, 13:58

Vielleicht wäre der Sup. in der Politik besser aufgehoben. Naja, wenn man an den jetzt ehemaligen "Bischof" und manch anderen "KIrchenführer(in)" denkt fühlt er sich in "Kirche" auch ganz gut aufgehoben. Einseitig positionieren und nicht zuhören ist da ja in, besonders beim Thema Pegida und AfD! So schafft man sich am Besten ab!
LIeber Gert, solche Pfarrer wie Dich, gibt es, dem Anschein nach; wohl nur noch sehr wnige!

H. Lotzinger schreibt:
25. November 2015, 10:42

Ja, ja Herr Behr - wer nicht staatskonform ist und eine andere Meinung vertritt macht die Gesellschaft scharf und verbreitet Hass. Damit zeigen Sie doch, dass Sie sich nicht mit den Dingen objektiv und ohne Vorurteile beschäftigen. Es ist nur bisschen komisch, dass das, was PEGIDA seit einem Jahr schon fordert plötzlich von unserer bunten Regierung auf einmal umgesetzt wird. Also verbreiten die auch Hass? Da wird das "Pack" als Nazis beschimpft - nun, dann wäre es ja jetzt auch für die Regierung zutreffend, weil Sie nun das Alles macht, was schon lange von dem "Pack" gefordert wird.
Dem Herrn Hötsch seiner Aussage stimme ich voll zu. Wenn die Regierung nicht erkennt, was das Volk bewegt und nur gegen das Volk arbeitet, so muss man sich halt mit dem Mitteln legaler Demonstrationen wehren! Wenn die Regierung für das eigene Volk kein Geld hat (KiTa, Schulen, Rentner, die in Armut leben, kaputte Straßen……) und nun plötzlich Milliarden zum Fenster raus schleudert, muss man sich nicht wundern, wenn die Leute auf die Straße gehen.
Noch zum Schluss. Ich bin ein „stinknormaler“ deutscher Bürger – Rentner, der mit 850 Euro im Monat auskommen muss und nicht Früh, Mittags und Abends Essen hingestellt bekommt. Ich bin weder Rechts noch Links.
Mit freundlichen Grüßen
H. Lotzinger

Beobachter schreibt:
25. November 2015, 12:34

Lieber Herr Lotzinger,
genauso sehe ich das auch, zumal ich in der selben Situation wie Sie bin.
Man fragt sich ja wirklich woher das viele Geld mit mal kommt. Jahrelang hieß es, es wäre nicht genug da und wir müssen uns kaputtsparen.Woher kommt es jetzt plötzlich? Sind wir Jahrelang belogen worden (werden es jetzt weiter?) oder ist gar keins da und einfach laufend Papier gedruckt. In beiden Fällen gnade uns Gott!

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Quelle
DER SONNTAG, Nr. 2015 | 1.1.2015 Artikel drucken

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