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Waffen können Frieden dienen

Mandy Weigel
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Zahlreiche Ostermärsche sind für das Wochenende angemeldet. Auch die sächsische Region ist mit verschiedenen Aktionen dabei. Die Themen in diesem Jahr: Aufrüstung stoppen, Rüstungsausgaben senken – so in Chemnitz, »Krieg beginnt hier – Stoppen wir ihn hier!« ist das Motto in Leipzig oder »Für ein Europa und eine Welt in Frieden und sozialer Sicherheit« heißt es in Bad Schandau. Wer wünscht sich das nicht: Eine Welt ohne Waffen. Schwerter zu Pflugscharen, ein friedliches Miteinander. Gerade für viele Christen ein großes Thema und wichtiges Anliegen. Doch die Realität jenseits des europäischen Tellerrandes sieht anders aus: gewalttätige Konflikte in vielen Regionen der Welt.

Die Konflikte rücken immer näher. Was dabei deutlich wird: Dass wir Frieden haben seit über 70 Jahren ist ein großer Schatz und keinesfalls selbstverständlich. Doch ohne die Hilfe anderer Staaten, deren Militär und Verhandlungsgeschick wäre er nicht zu Stande gekommen. Hitler hätte kaum freiwillig das Feld geräumt. Deshalb tragen auch wir Verantwortung für Konflikte in anderen Ländern. Der Einsatz der Bundeswehr in Krisenregionen mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber er hilft Menschen vor Ort. Auch Waffen an sich sind nicht verwerflich oder schlecht. Allein diejenigen, die sie einsetzen, entscheiden über ihren Zweck. Und der kann friedlich oder tödlich sein. In Verbindung mit politischen Lösungen kann Militär dem Frieden dienen. Wir Christen sollten Entscheidungsträger auffordern, den Einsatz von Waffen und die Kontrolle von Rüstungsexporten stärker mit der Suche nach gemeinsamen politischen Lösungen zu verbinden.

Das Beispiel Syrien zeigt, dass Alleingänge oder Zurückhaltung nicht ausreichen.

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9 Lesermeinungen zu Waffen können Frieden dienen
Lore schreibt:
12. April 2017, 15:32

"Der Einsatz der Bundeswehr in Krisenregionen mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber er hilft Menschen vor Ort. Auch Waffen an sich sind nicht verwerflich oder schlecht." Schöne Worte, so vor Ostern zu lesen (Ironie aus) Wenn das jetzt die Verheißung unserer institutionellen Kirche ist, bin ich noch mehr froh, ausgetreten zu sein. GOTT verzeih ihnen, sie wissen nicht was sie tun - hoffe ich wenigstens....

Lore schreibt:
14. April 2017, 13:18

Na toll, ist die Zensur bei Kirchens auch angekommen. Danke.

Lore schreibt:
16. April 2017, 13:53

Warum werden Kommentare nicht zugelassen?

---- Anmerkung der Redaktion: Weil auch wir die Feiertage Feiertage sein lassen und nicht rund um die Uhr arbeiten. Ihr Kommentar wurde inzwischen freigegeben! ------

Lore schreibt:
18. April 2017, 19:28

Liebe Redaktion, ich wußte nicht, dass bei Ihnen die Feiertage schon am 12. bzw. 13.4. begannen. Sie seien Ihnen gegönnt :-)

Tommy schreibt:
17. April 2017, 21:26

"Waffen an sich sind nicht verwerflich oder schlecht, ......, und der kann friedlich oder tödlich sein. "
Der Einsatz von Waffen ist nahezu immer tödlich, sie geben eine trügerische Sicherheit. In der DDR gab es ein Gedicht: "Der Friede muß bewaffnet sein"..., nur, wenn ich bewaffnet bin, traut sich der andere nicht, mich anzugreifen. Hat Jesus das so gepredigt - wehre dich nach Kräften?
Wie viele Milliarden wurden in den letzten 70 Jahren in Waffen investiert, ist die Welt dadurch friedlicher geworden?
Atomraketen, erst in Russland und Amerika, jetzt auch in China und Indien - diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf vollständigkeit - wievielmal könnte man mit deren Sprengkraft aktuell die Erde vernichten?
Nein, immer wieder verschwinden Waffen in dunkle Kanäle, Beschränkungen von Waffenexporten werden umgangen, mit Waffen werden auch heute in Deutschland noch Milliardenumsätze gemacht, auch Landminen aktueller deutscher Produktion werden immer noch irgendwo verbuddelt... Doch Waffen können dem Frieden dienen. Wirklich?
Dem Frieden dienen kann nur ein Verzicht auf Waffen - ich habe in der DDR den Dienst mit der Waffe verweigert - nur ohne Waffen kann man Frieden schaffen - Schwerter zu Pflugscharen.
Leider hat in der evangelischen Kirche kaum noch jemand den Mut, dies offen zu sagen.
Tommy

Britta schreibt:
18. April 2017, 11:28

Na, liebe Frau Weigel, lesen Sie doch mal den Artikel über die Diskussionsrunde Käßmann/Gysi. Obwohl ich den zwei Letztgenannten zumeist nichts abgewinnen kann, hier bin ich geneigt, die Dinge ebenso zu sehen.
Wenn schon Waffen, dann nur zum Schutz an UNSERER Grenze (und nicht, wie vor Weihnachten zu erleben, am Kinderkarussell). Was haben die bewaffneten Einsätze der Bundeswehr denn gebracht in Afghanistan und anderswo? Was haben Deutsche, von deren Boden angeblich kein Krieg mehr ausgehen soll, dort zu suchen?
Wie oft ist im Nachhinein festgestellt worden, daß die westlich-demokratische Intervention entweder auf einer Lüge beruhte (Irak etc.) oder ganze Regionen in Bürgerkrieg stürzte (Libyen etc.) oder beides? Eine Kirche, die zu solchen Kriegseinsätzen trommelt, versündigt sich am Evangelium! Historisch gabs das alles schon!

Gert Flessing schreibt:
20. April 2017, 9:37

Es ist immer wieder erstaunlich, wenn Menschen über Krieg und Frieden, über Waffen und deren Gebrauch reden, ohne wirklich Ahnung zu haben.
Militär ist, seinem Sinn nach, ein Instrument der Politik.
Politik, auch und gerade Weltpolitik, ist kaum zu gestalten, ohne eine militärische Komponente zu haben, die, im Zweifelsfall, genutzt werden kann.
Syrien ist das beste Beispiel für das Versagen von Politik. Vielleicht auch für das bewusste Manipulieren von Politik für wirtschaftliche Zwecke.
Wenn nicht, vor allem von der, völlig unfähigen, amerikanischen Seite, gezielt gegen das, an sich stabile Regime der Bath Partei, vorgegangen worden wäre und man nicht einen "arabischen Frühling" inszeniert hätte, wäre viel Chaos und Blutvergießen vermieden worden.
Gleichzeitig ist Syrien das Beispiel dafür, wie man Militär nicht einsetzen sollte.
Es besteht kein einheitliches Konzept für diesen Einsatz. Es besteht kein strategisches Ziel für den Einsatz. Es ist folglich kein Ende des Krieges in Sicht, denn der setzt voraus, das die Politik, die den Einsatz des Militärs ja zu verantworten hat, weiß, was sie will.
Als Kirche können wir hier nur mahnen. Wir können auch beten. Manchmal möchte ich schreien: "O Herr, lass Hirn regnen!"
Aber ich fürchte, wir leben in einer Zeit, in der Verstand und Sinn nicht so sonderlich gefragt sind.
Militär? Es wird auch weiterhin solches geben. Es ist ein Irrtum, das Deutschland sich, als Macht, denn es ist eine Macht, aus allem raus halten kann.
Aber auch hier wäre abzuwägen und das ist die Aufgabe von Politikern, wo ein Engagement zielführend ist. Unsere Bundeswehr ist nicht gut genug aufgestellt und nicht ansatzweise gut genug ausgerüstet, um überall dabei zu sein.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
03. Mai 2017, 18:04

Liebe Frau Weigel,

"Wer wünscht sich das nicht: Eine Welt ohne Waffen. Schwerter zu Pflugscharen, ein friedliches Miteinander. Gerade für viele Christen ein großes Thema und wichtiges Anliegen. Doch die Realität jenseits des europäischen Tellerrandes sieht anders aus: gewalttätige Konflikte in vielen Regionen der Welt."

Dass Sie hier Wunsch und Realität gegenüberstellen, reicht leider nicht aus. Eher wird damit die "Naivität" oder Weltferne dieses Wunsches noch hervorgehoben. Die Hoffnung aber der Christen besteht darin, dass sie um Christi willen den Status quo nicht wahrhaben, sondern nur als überwindbar ansehen kann. Die gegenwärtige Situation lediglich als Realität zu akzeptieren, lähmt.
Die Realität wird u.a. geschaffen oder zumindest gestärkt z. B. durch Waffenexporte an die Saudis, die das Parlament genehmigt hat. - Da denke ich gerade daran, dass zu diesem Zeitpunkt die Saudis erklärt haben, keine neuen Waffenerwartungen an unser Land zu stellen, um der deutschen Regierung keine Schwierigkeiten zu machen. So in diesen Tagen zu Frau Merkel gesagt. Da haben die Saudis gemerkt, dass die deutsche Regierung durch ihre Bürger und andere Friedensfreunde in Erklärungsnot gerät - eine erste Folge der Erkenntnis, dass die Realität nicht akzeptiert, sondern infrage gestellt werden muss. Das ist unsere Aufgabe als Christen. Wer z.B. die Gewinnmarche von Heckler & Co. unwidersprochen zur Kenntnis nimmt, steht m.E. nicht mehr in der Tradition Jesu: Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen Mt. 26. - Was ich meine: Die Realität feststellen oder auch beklagen, ist kein "Stand-Punkt" für einen Christen. Die Realität kann nur der Ausgangs-Punkt zu ihrer Veränderung sein.
Mit freundlichem Gruß
Johannes Lehnert

Manfred schreibt:
31. August 2017, 17:25

Nein, nein und nochmals nein! Waffen haben noch nie zum Frieden geführt! Die heutigen Militäreinsätze der Bundeswehr in der Welt, sollen (angeblich) deutsche Interessen verteidigen.
Was haben wir in den Krisenländern verloren???
Zum Beispiel Afghanistan!
Welche deutschen Interessen werden in diesem Land verteidigt?
Die Kirche macht inzwischen alles mit, nur um gut mit den politisch Mächtigen zusammenzugehen.
Wir brauchen Waffen ausschließlich zum Schutz des Landes, an der Grenze und zur inneren Sicherheit,
SONST NICHT!

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(Joel 3,5)

Klopfet an, so wird euch aufgetan.

(Lukas 11,9)

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