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75 Jahre SONNTAG: In Erinnerung an die erste Ausgabe des SONNTAG am 16. Juni 1946 ein Rückblick auf bewegte Jahrzehnte – eine Einübung in Gottvertrauen.
Von Christoph Münchow
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© Foto: Steffen Giersch

Schön, dass es Dich gibt!« – diese Sympathieerklärung für Jubilare gilt dem SONNTAG. Nach dem schweren Anfang können wir uns freuen, dass es den Sonntag nach 75 ereignisreichen Jahren immer noch gibt. Das Jubiläum ist ein Festtag für die Gemeinschaft der Leser und Abonnenten als Stützpfeiler gegen den ökonomischen Absturz, der Druckerzeugnissen zu schaffen macht. Tragend ist die Sympathie der so unterschiedlichen Leserschaft mit unserer sächsischen Landeskirche und das Fundament des einenden Glaubens mit der weltweiten Christenheit.

Im Vorschulalter rückte ich dem SONNTAG mit der Stickschere meiner Großmutter zu Leibe, um Bastelvorschläge auszuschneiden von Adventssternen und Krippenfiguren, später dann die Biographien von Christinnen und Christen der »Kalenderkolumne« auf Seite 3. Mich fesselte ihr Vertrauen auf Gott trotz äußeren Drucks. In meiner Oberschulzeit waren es auch Artikel zu Glaube und Naturwissenschaft, die dabei halfen, sich in der sozialistischen Schule nicht ins Bockshorn jagen zu lassen.

Wie Ökumene als Austausch und Teilen am eigenen Ort und weltweit gelebt werden kann, habe ich als Sonntags-Leser kennengelernt. 1979 prägte sich mir die Überschrift eines Berichtes einer Ökumenischen Besuchsgruppe in Sachsen ein: »Habt Vertrauen in Gottes Führung!« Das war stärkend für die zuzeiten verzagten und schaumgebremst-fröhlichen Christen hierzulande.

Nicht erst 1989 konnte man lernen, zwischen den Zeilen zu lesen. Das Einmischen in gesellschaftliche und politische Fragen wie Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung wurde öffentlich – aus der geistlichen Verankerung in der christlichen Kernbotschaft heraus. Kurzzeitig wurde der SONNTAG zum Geheimtipp! Mit dem Ende der DDR endeten die Vorzensur und die Beschwerden über das restriktive Papierkontingent. Seitdem informieren spezielle Seiten des SONNTAG über Sorgen und gelingende Aktivitäten aus den Regionen und für die »Eine Welt«, was sonst im Internet nur mühsam zusammengetragen werden könnte und von anderen Medien übergangen wird. Dieser Service des SONNTAG weitet den Blick und den Horizont. Leider sind die seinerzeit regelmäßigen Beiträge von Mitgliedern der Kirchenleitung versandet, die es zwischen der Basis und »denen da oben« transparenter machen sollten.

Ich ärgere mich über den SONNTAG meist dann, wenn Themen, die mir am Herzen liegen, zu kurz kommen. Wenn andere Schwerpunkte gesetzt werden, fordert mich das jedoch heraus, mich mit Dingen zu beschäftigen, die ich nicht »auf dem Schirm« hatte. Differenzen und notwendige Abgrenzungen werden produktiv, wenn sich dennoch Gemeinsames entdecken lässt. Kürzlich erhielt ich eine Postkarte: »Wenn ich alt bin, werde ich nur nörgeln. Das wird ein Spaß!« Mehr Vergnügen bringen mir Berichte über mutige und fantasiereiche Initiativen im Umfeld unserer Kirchengemeinden, angefangen bei der Arbeit mit Kindern. Der FamilienSONNTAG ist Spitze!

Der Grundton des SONNTAG klingt an in Auslegungen zum Wochenspruch, zum Predigttext oder in Beiträgen zum tieferen Verstehen der Bibel, die mir neue Einsichten ermöglichen, die andere gewonnen haben. Im Studium hörte ich, wie die Reformatoren auf die »Selbstdurchsetzungskraft« des Wortes Gottes vertrauten. Im Prophetenbuch Jesaja gibt Gott sein Wort: Es wird tun, »was mir gefällt und ihm wird gelingen, wozu ich es sende« (Jesaja 55). Beim Auf und Ab der Zukunftsprognosen und schwindender Bibelkenntnis vertraue ich, dass die Seligpreisungen Jesu Menschen unmittelbar ergreifen werden. Sein Versprechen »Ich bin bei euch alle Tage« wird im eigenen Leben und weltweit wirken, auch über den SONNTAG. Schön, dass es ihn gibt.

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