Synode legt Finger in Wunden

Von Stefan Seidel
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Trotz der sich dramatisch zuspitzenden Pandemielage hat die Landessynode am Wochenende in Präsenz getagt. Das war möglich durch tägliche Testungen und umfangreiche Hygienemaßnahmen. Es scheint gut gegangen zu sein. Freilich musste auf den Festakt zum 150. Synodengeburtstag verzichtet werden. Dafür wurde leidenschaftlich debattiert und entschieden. Nach zuletzt pandemiebedingt abgesagten, verkürzten oder digitalen Synodentagungen ein deutliches Lebenszeichen des sächsischen Kirchenparlaments. Die Leitung und Gewaltenteilung der Landeskirche ist also funktionsfähig und intakt, der Haushalt 2022 beschlossen.

Das bedeutet aber auch, dass die Synode wieder Finger in die Wunden der Landeskirche legt. Dieses Mal an mindestens zwei Stellen: Wie ist mit dem vielerorts beklagten Pfarrernotstand und den derzeitigen 89 Vakanzen umzugehen? Und wie mit den unterschiedlichen politischen Positionierungen? Das Problem fehlender und überlasteter Pfarrerinnen und Pfarrer in Sachsen konnte im Moment nur in aller Dringlichkeit benannt werden. Ob der vom Landeskirchenamt ausgegebene Kurs – »Durchhalten, in einigen Jahren wird es besser« – eine Lösung darstellt, ist eine offene Frage.

Und auch die Frage, wie, wo und wann eine scharfe Grenzlinie zu völkischer und rechtsextremer Ideologie zu ziehen sei und wie mit Personen, die diese vertreten, umzugehen sei, ist eine offene und wurde zunächst dem weiteren (Gesprächs-)Prozess im »Gesprächsraum Kirche« übergeben.

Immerhin: Das Benennen von Fragen ist ein erster Schritt zur Lösung. Dennoch wären hier und da überzeugendere Lösungsstrategien und eine größere Klarheit in Positionierungen wünschenswert – auch für die Verständlichkeit nach außen.

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