Diese Welt nicht verloren geben

Schöpfung: Die diesjährige ökumenische Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober steht unter einem finsteren Stern: Eine neue Studie spricht von bevorstehenden »Endspielen« ums Klima. Die derzeit tagende Weltversammlung der Kirchen will auf die Klimakrise reagieren.
Von Stefan Seidel
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Den Ökumenischen Tag der Schöpfung am 1. September begeht die Christenheit in diesem Jahr im Angesicht noch düsterer gewordener Zukunftsvorhersagen. Denn eine Anfang August veröffentlichte wissenschaftliche Studie mit dem Titel »Endspiel ums Klima« warnt davor, dass die Welt im Moment sich nicht ausreichend auf die schlimmstmöglichen Szenarien der Klimakatastrophe vorbereitet. »Es gibt zahlreiche Beweise dafür, dass der Klimawandel katastrophal werden könnte«, heißt es dort. Selbst bei bescheidenen Erwärmungsanstiegen könnte die Menschheit bald zu »Endspielen« um ihre Existenz gezwungen werden. Die Forscher von der Cambridge University stellen vor Augen, dass es im Zuge der Klimaerwärmung zu vielfältigen Folgekrisen kommen kann und sprechen von sogenannten »Kipp-Kaskaden«, bei der dann eine Katastrophe zur nächsten führe. So könnte der Klimawandel nicht nur zu Unbewohnbarkeit von Gebieten und Hungersnöten durch Dürren, Versteppung, Wasserknappheit, Naturkatastrophen führen, sondern auch zu Verschärfungen ethnischer Konflikte, Wirtschaftskrisen sowie Epidemien. Die krankheits- und todbringenden »vier Reiter« des Klimawandels seien wahrscheinlich Hungersnöte und Unterernährung, extreme Wetterereignisse, Konflikte und durch Vektoren (Tiere) übertragene Krankheiten, heißt es in der Studie. Nichts Geringeres als ein Massenaussterben könnte drohen, wenn sich nicht bestmöglich auf solche Szenarien vorbereitet würde. Und natürlich wenn die Treibhausgase nicht radikal reduziert und der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre nicht gesenkt würde. »Die Forschung legt nahe, dass frühere Massensterben aufgrund von Schwelleneffekten im Kohlenstoffkreislauf aufgetreten sind, die wir in diesem Jahrhundert überschreiten könnten«, heißt es in der Studie. Und weiter: »Der aktuelle Kohlenstoffpuls tritt mit einer beispiellosen geologischen Geschwindigkeit auf und könnte bis zum Ende des Jahrhunderts die Schwellen überschreiten, die frühere Massensterben ausgelöst haben.«

Auch aufgrund dieser planetaren Bedrohungslage haben die christlichen Kirchen in den letzten Jahren ein stärkeres Schöpfungsbewusstsein entwickelt. So begeht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen seit 2010 den ökumenischen Schöpfungstag am 1. September. In diesem Jahr geschieht das auch im Rahmen der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Das Motto dieses Schöpfungstages lehnt sich an das Tagungsmotto an: »Die Liebe Gottes versöhnt und eint die leidende Schöpfung«. ÖRK-Generalsekretär Ioan Sauca betonte am 12. August die Dringlichkeit des Klimaschutzes: »Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, wird unser Planet in fünfzig Jahren unbewohnbar sein. Wir müssen jetzt handeln.« Auf der Vollversammlung würden »Leitungspersonen aufgefordert werden, jetzt für die Wahrung unseres gemeinsamen Planeten Erde zu handeln«. Das erste thematische Plenum der Vollversammlung werde am 1. September stattfinden, am Tag, den die Kirchen weltweit als Tag der Schöpfung feiern, sagte Sauca. »Der Schwerpunkt auf die Schöpfung wird in diesem Plenum deutlich hervorgehoben werden. Es ist ein theologisches Thema. Gottes Plan in Christus umfasste auch die Versöhnung mit und die Heilung der gesamten Schöpfung.« Auch P. Henrik Grape, leitender Berater des ÖRK bei der Arbeit zur Bewahrung der Schöpfung, erhofft sich vom »Schöpfungstag« bei der Vollversammlung, dass dies mehr ÖRK-Mitgliedskirchen für Maßnahmen zu Ökogerechtigkeit ermutigt. Das Ziel beschreibt er so: »Wie kann der ÖRK effektiver sein, Kirchen und Gemeinden inspirieren, Regierungen drängen, tiefgreifende und sofortige Maßnahmen als Antwort auf den Klimanotstand zu ergreifen, und verschiedene miteinander verknüpfte Initiativen zu erkunden und zu vertiefen.« Denn die Weltklimarat-Berichte seien »sehr klar bezüglich der sehr kurzen Zeitspanne zur Reduzierung von Emissionen«.

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