Asyl für russische Deserteure!

Renate Haller
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Renate Haller
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Die Debatte um Asyl für russische Deserteure entbrannte, nachdem Putin in Russland die Teilmobilmachung angeordnet hat, um weitere Soldaten einziehen zu können. Sofort bildeten sich an den Grenzen lange Schlangen von jungen Männern und Familien, die das Land verlassen wollten. Die baltischen Länder und Polen winken ab, sie wollen keine Russen aufnehmen.

Damit ist klar, dass es keine einfache Lösung innerhalb der EU geben wird. In Deutschland werden Sicherheitsbedenken laut, die Bild-Zeitung fragt, ob wir Russlands Krieg importieren. Andere meinen, den hier Zuflucht suchenden Ukrainern sei nicht zuzumuten, dass sie hier auf Russen stoßen. Außerdem hätten Kritiker von Putins Politik das Land bereits im Frühjahr verlassen. Wer jetzt noch komme, habe keine politische Haltung, sondern sei Teil der russischen Bevölkerung, die sich um nichts kümmere, solange sie in Ruhe gelassen werde. Touché. Hehre Ideale kann man schnell mal in die Welt blasen. Klar wäre es toll, wenn in Russland so viele Menschen auf einmal auf die Straße gehen, dass die Knüppel schwingenden Polizisten Reißaus nehmen. Dennoch ist es nicht verwerflich, dass Männer den Kriegsdienst verweigern und ihr Leben retten wollen.

Die Ukrainer verteidigen mit ihrem Kampf westliche Werte. Wo bleiben die, wenn der Westen russischen Deserteuren Schutz verweigert, den andere bekommen? Wer hat den Syrern entgegengerufen: „Bleibt zu Hause! Kämpft gegen Assad!“

Ein Rechtsstaat zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass seine Gesetze für alle gelten. Auch für Russen. Und natürlich auch mit den dafür vorgesehenen Sicherheitsüberprüfungen.

Die Autorin ist Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung in Frankfurt.

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