Ersatzideen für den Corona-Advent

Über das Feiern der Advents- und Weihnachtszeit unter Corona-Bedingungen. Interview mit dem Leiter des Theologisch-Pädagogischen Instituts (TPI), David Toaspern.
Uwe Naumann
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David Toaspern, TPI
Dr. David Toaspern leitet das Theologisch-Pädagogische Institut (TPI) der Landeskirche Sachsens in Moritzburg. © TPI

Herr Toaspern, auf Ihrer Internetseite klingt es so, als solle man sich freuen, die Advents- und Weihnachtszeit in diesem Jahr mal anders zu gestalten. Warum?
David Toaspern: Um gesund zu bleiben und froh im Glauben, müssen wir uns etwas einfallen lassen. Kreativ den Advent gestalten, trotz Corona-Modus, das ist wie das Füllen der Ölgefäße. Man sammelt Vorrat, damit die Lichter hell brennen. Lichtvorrat brauchen wir alle dringend, besonders die jungen Menschen, die so sehr die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen vermissen. Ich würde mir wünschen, dass Alte und Junge sich gegenseitig ermutigen. Unsere Gestaltungsvorschläge vom TPI meinen: Probiere etwas aus!

Ist diese Zeit nicht gerade von Ritualen und Traditionen geprägt, auf die wir uns freuen?
Eigentlich unvorstellbar: Eine Adventszeit ohne gemütliche Treffen mit Stollen und ohne Konzerte und gemeinsames Singen und Musizieren. Das sollte keiner schönreden! Dennoch, fällt etwa der »Offene Advent« aus, sind kleine Ersatzideen viel besser als Resignation. Wer den Freunden ein Licht an die Tür bringt oder ein Adventslied am offenen Fenster singt, gestaltet die Tradition passend um.

Wie kann diese Zeit trotzdem zu etwas Besonderem werden?
Ich will diese Zeit vergleichen mit einem Kind, das Langeweile hat: Das Kind schaut, was es so machen kann. Dann findet es etwas Anregendes und legt los. Eine besondere Advents- und Weihnachtszeit gestalten wir, wenn wir nach Gutem suchen, auch wenn uns Gutes genommen ist. Hatten wir nicht noch ein Bastelbuch und wüssten jemanden, der sagt: Mensch, dein Gebasteltes freut mich? Oder ein Plätzchenrezept, Briefpapier und Kugelschreiber? Die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden unternehmen derzeit viel, um für die Kinder und Jugendlichen etwas möglich zu machen. Dass Gottesdienste und Kinderkirche möglich sind, betrachte ich als hohes Gut. Unsere Kirche sollte unbedingt diesen Gemeinschaftsort bewahren.

Wie wollen Sie selbst Advent und Weihnachten feiern? Was wollen Sie anders machen?
Anders machen ist nicht der richtige Ausdruck. Wir wollen in der Familie unsere Rituale gut pflegen: Festlich schmücken, singen, den »Anderen Advent« lesen und den Plätzchen zusprechen. An Abenden, wo wir mit anderen Menschen Advent gefeiert hätten, werden wir vielleicht ein Stück durch die Straßen gehen und Tannenzweig und Kerze jemandem bringen. Das haben wir aber noch nicht geplant – es ist erstmal eine Idee.

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