Initiative will Generationengerechtigkeit im Grundgesetz

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Eine Initiative mit Vertretern aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft hat den künftigen Bundestag dazu aufgefordert, bei politischen Entscheidungen die Konsequenzen für jüngere Generationen stärker im Blick zu haben. Es müssten dringende Probleme gelöst werden, die sonst an Kinder und Enkel vererbt würden, sagte Claudia Langer, Vorstand der Generationen Stiftung, am Donnerstag in Berlin. Gemeinsam mit anderen Experten und Erstunterzeichnern legte sie ein »Generationen Manifest« mit zehn Forderungen vor – darunter der Wunsch nach einer Verankerung der Generationengerechtigkeit im Grundgesetz.

In den Punkten geht es um grundsätzliche Herausforderungen, etwa Frieden, Klima, Bildung, Armutsbekämpfung, soziale Gerechtigkeit und Digitalisierung. Es seien »Selbstverständlichkeiten«, die heute zu selten ausgesprochen würden, sagte Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Im aktuellen Bundestagswahlkampf hätten sie kaum Platz gefunden, beklagte er.

Die Initiative will Langer zufolge eine »Interessenvertretung für künftige Generationen« aufbauen. Als ein Vertreter der Jüngeren saß der Medizin-Student Nathan Bedford-Strohm auf dem Podium. Die Themen seien essenziell für kommende Generationen. Es gehe um den Klimawandel sowie die digitale Revolution, verbunden mit der Frage, »wie wir leben und arbeiten werden«, das Rentensystem und die Bekämpfung von Armut, sagte der 21-Jährige, der Sohn des Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist.

Schellnhuber zeigte sich überzeugt, dass die Verankerung von Generationengerechtigkeit im Grundgesetz Wirkung zeigen würde. Der im vergangenen Jahr verabschiedete Klimaschutzplan der Bundesregierung hätte anders ausgesehen, sagte er. Manifest-Co-Autorin Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), sagte, auch die Schuldenbremse wäre dann anders gestaltet worden. Die Kosten der »Schwarzen Null« von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Anleihen zu den derzeit niedrigen Zinsen verhindere, trügen vor allem künftige Generationen, sagte sie.

Homepage der Initiative: www.generationenmanifest.de

Was Christen in Sachsen zum Thema Gerechtigkeit empfinden lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe des SONNTAG oder unter www.sonntag-sachsen.de/2017/36/ist-das-jetzt-gerecht.

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