Kirchen setzen Zeichen für »Geist von 1989«

Mit Schriftzug »22 ist nicht 89« wehren sich Leipziger Innenstadtkirchen gegen Vereinnahmung der Friedlichen Revolution durch aktuelle Demonstrationen
Uwe Naumann
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Der Schriftzug "22 ist nicht 89 – Wir leben in keiner Diktatur" ist bereits an der katholischen Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt angebracht. St. Nikolai und St. Thomas werden folgen. Foto: Uwe Naumann
Der Schriftzug »22 ist nicht 89 – Wir leben in keiner Diktatur« ist bereits an der katholischen Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt angebracht. St. Nikolai und St. Thomas werden folgen. © Uwe Naumann

Die Leipziger Innenstadtkirchen bringen an ihren Gebäuden den Schriftzug »22 ist nicht 89 – Wir leben in keiner Diktatur« an. Sie reagierten damit auf aktuelle Demonstrationen, bei denen immer wieder Vergleiche zur Friedlichen Revolution und zu den Montagsdemonstrationen von 1989 gezogen würden, sagte die Pfarrerin der Thomaskirchgemeinde, Britta Taddiken, dem SONNTAG. Es sei eine gemeinsame Aktion der evangelisch-lutherischen Gemeinden St. Thomas und St. Nikolai sowie des Kirchenbezirks zusammen mit der katholischen Propstei St. Trinitatis.

»Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 ermöglichte den Weg aus der Diktatur in die Demokratie«, heißt es in einer gemeinsam verfassten Mitteilung der Beteiligten. »Entscheidend war nicht, etwas von anderen zu verlangen, sondern selbst für die Gemeinschaft einzutreten. Diesen Leipziger Sinn für gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es heute wieder. Weniger Ich und mehr Wir: Das trägt zum Wohl aller bei!«, rufen die Kirchenvertreter auf. Dieser Geist von 1989 »bewegt auch heute«, heißt es abschließend.Mit der Aktion tragen die Leipziger Innenstadtkirchen die Tradition der Berliner Gethsemanekirche weiter, wo seit dem Frühjahr mit dem Slogan »22 ist nicht 89« gegen Querdenker- und andere Demonstrationen ein Zeichen gesetzt wird.

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