Lindner: Wiedervereinigung der Kirchen zu schnell erfolgt

Ehemalige Präsidentin der Landessynode Sachsens, Gudrun Lindner, kritisiert Umgestaltung der ostdeutschen Kirche nach der Wiedervereinigung ausschließlich nach westdeutschem Vorbild
(epd)
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Gudrun Lindner, ehemalige Präsidentin der sächsischen Landessynode. Foto: Steffen Giersch
Gudrun Lindner, ehemalige Präsidentin der sächsischen Landessynode. © Steffen Giersch

Die ehemalige Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Gudrun Lindner, hat die Wiedervereinigung der evangelischen Kirchen aus Ost- und Westdeutschland als zu hastig erlebt. »Ich hätte mir dabei mehr Zeit gewünscht, um Fragen eingehender zu debattieren«, sagte sie am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Leipziger Kirchengemeinde St. Thomas. Für sie sei die Vereinigung des Landes und der Kirchen nach 1989 ambivalent gewesen. Lindner stand zwischen 1996 und 2008 als erste Frau an der Spitze der Landessynode.

Lindner war nach eigenem Bekunden »natürlich glücklich« als etwa Religionsunterricht nach der Vereinigung der Kirchen mehr Kinder erreichte, ein Staatskirchenvertrag unterzeichnet oder Kirchenruinen wieder aufgebaut wurden. Die Umgestaltung der evangelischen Kirche in Ostdeutschland sei aber ausschließlich nach westdeutschem Vorbild vorgenommen worden. Dabei hätten die westdeutschen Kirchen sich selbst und ihr System nicht hinterfragt, sagte sie.

Ihr Amt als erste Frau an der Spitze des sächsischen Kirchenparlaments sei »abartig schwierig gewesen«, sagte Lindner weiter. Das habe aber nicht daran gelegen, dass sie eine Frau sei, sondern daran, dass es für das Amt keinerlei Vorbereitung gegeben habe. Sie habe sich »hineinarbeiten« müssen: »Nach meiner Wahl habe ich aber genau gemerkt, wer mir das Amt nicht zutraute und wer mich unterstützen wollte.« Lindner zeigte sich überzeugt, dass die jetzige Präsidentin der Landessynode, Bettina Westfeld, allein aufgrund ihrer Kompetenzen gewählt wurde.

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