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Riesige Verabschiedung der Katholiken

25 000 Gläubige feierten am Sonntag in Leipzig einen Gottesdienst zum Ende des Katholikentags
epd
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Auf dem Leipziger Augustusplatz feierten am Sonntag etwa 25 000 Menschen den Abschlussgottesdienst des 100. Katholikentags. © Nadine Malzkorn/Katholikentag

Zum Abschluss des Katholikentags in Leipzig hat der Münchener Erzbischof Reinhard Marx zu einer von Barmherzigkeit geprägten Flüchtlingspolitik aufgerufen. Grundlage für die Kirchen sei das Evangelium, das werde nicht von Meinungs- oder Stimmungsfragen abhängig gemacht, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz im Gottesdienst unter freiem Himmel.

Die Botschaft der Bibel werde verkürzt, wenn man versuche "auszugrenzen, Mauern zu bauen, den Blick auf alle Menschen zu verlieren, nur um die eigene Identität zu kreisen, nur Sorge darum zu haben, wie es mit uns weitergeht", sagte Marx. Zum Abschlussgottesdienst bei strahlendem Sonnenschein auf dem zentralen Augustusplatz zwischen Oper und Gewandhaus kamen nach Angaben der Organisatoren bis zu 25 000 Gläubige.

Seit Mittwoch waren beim 100. Deutschen Katholikentag 34 000 Dauer- und 6000 Tagesgäste zusammengekommen, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern und über aktuelle Fragen zu diskutieren. Auf Podien ging es teils mit prominenten Gästen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und mehrere Bundesminister, unter anderem um die Flüchtlingspolitik, gerechten Welthandel, den Islam und innerkirchliche Reformfragen. Im Vordergrund stand dabei die Forderung nach einem größeren Einfluss von Frauen in der katholischen Kirche.  

Das katholische Laientreffen stand unter dem Motto "Seht, da ist der Mensch". "Es kann keine Gottesverehrung mehr geben in unserer christlichen Perspektive, ohne den Menschen in den Blick zu nehmen", sagte Marx im Abschlussgottesdienst. Mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer für Nächstenliebe in der Flüchtlingspolitik wies er indirekt Kritik der AfD zurück. AfD-Chefin Frauke Petry hatte am Sonntag im Deutschlandfunk Kritik von Parteikollegen an der Flüchtlingshilfe der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände bekräftigt. Sie warf den Kirchen vor, aus eigenen, auch finanziellen Interessen heraus zu handeln.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, betonte in seiner Abschlussrede, der Katholikentag wende sich gegen alle, die Sorgen und Ängste schürten. Die Entscheidung des Katholikentags, Vertreter der AfD nicht als Diskussionsteilnehmer zu dem Treffen einzuladen, hatte am Rande immer wieder für Diskussionen gesorgt. Sternberg betonte, er wolle Glauben nicht als Bedrohung, sondern Bereicherung erleben. Daher wolle man auch den Dialog mit Muslimen. "So wollen wir Fremdheit in Vertrautheit verwandeln", sagte Sternberg.

Im Abschlussgottesdienst erklangen Pauken und Trompeten in der Kantate "Erschallet ihr Lieder" von Johann Sebastian Bach, dem berühmten einstigen Kantor des evangelischen Thomanerchors. Auch die Einladung zur Eucharistie, zur der Protestanten nicht zugelassen sind, war offener formuliert als in der kirchlichen Lehre.

Zum Schluss überbrachten der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge und die Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags, Christina Aus der Au, den Katholiken die Einladung für das protestantische Laientreffen im nächsten Jahr. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums wird der evangelische Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg stattfinden.

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